
Am 20. September feiern die Menschen in Deutschland und Österreich jährlich den Weltkindertag. "Kinder haben was zu sagen!" - so lautet das diesjährige Motto. Dieser Tag soll daran erinnern, dass Kinder Rechte haben und darauf aufmerksam machen, dass es vielen Kindern auf der Welt schlecht geht. Sie müssen für wenig Geld harte Arbeit verrichten, leiden unter Kriegen, Krankheiten oder müssen hungern. Nicht nur in armen Ländern, sondern sogar in Deutschland leben Kinder in Armut. Auch bei uns werden Kinderrechte oft nicht eingehalten. Kinder sind vollwertige Menschen, deren Wünsche und Nöte ernst genommen werden müssen.
In Deutschland und Österreich feiert man den Weltkindertag am 20. September, in den meisten anderen Ländern am 20. November. Es wird daran erinnert, dass die Rechte der Kinder eingehalten werden müssen. UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, hat den Tag für die Rechte der Kinder im Jahr 1954 ins Leben gerufen. Das Hilfswerk setzt sich für Kinder weltweit ein, deren Lage verbessert werden muss oder die in Not sind. Nicht überall findet der Weltkindertag am gleichen Datum statt - in den meisten Ländern fällt er auf den 20. November. In Deutschland und Österreich wird er jährlich am 20. September gefeiert.
Viele Kinder auf der Welt müssen Hunger leiden, leben in elenden Zuständen oder in Kriegsgebieten. Vor allem in armen "Dritte-Welt"-Ländern und Krisenregionen, aber auch bei uns, geht es vielen Kindern schlecht. Einige Menschen fordern deshalb, dass die Rechte der Kinder bei politischen Entscheidungen und Regelungen viel mehr berücksichtigt werden sollten. Die Welt wird von den Erwachsenen gestaltet, die oft kein Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern haben - das fängt schon bei Einrichtungen, Freizeitmöglichkeiten, Spiel- und Sportplätzen für Kinder an.
Kinderrechte im Grundgesetz?
Damit die Kinderrechte auch in Deutschland wirklich beachtet werden, fordern viele, dass sie im Grundgesetz festgehalten werden. (Quelle: Wikipedia)Am Weltkindertag wird daran erinnert, dass Kinder auf der ganzen Welt festgeschriebene Rechte haben, die die Erwachsenen beachten müssen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete am 20. November 1989 die "UN-Konvention über die Rechte des Kindes". In dem Übereinkommen wurden erstmals weltweit gültige Grundwerte für den Umgang mit Kindern festgehalten. So dürfen Kinder zum Beispiel nicht geschlagen oder körperlich misshandelt werden. Eltern verstoßen selbst dann schon gegen das Gesetz, wenn sie ihren Kindern eine Ohrfeige geben. Einen Link zur Internetseite, auf der deine Rechte aufgelistet sind, findest du unten.
Damit die Kinderrechte in Deutschland aber auch wirklich beachtet werden, fordern viele Politiker, dass sie extra im Grundgesetz formuliert werden. Dort sind alle Rechte, die die Menschen in Deutschland haben, niedergeschrieben. Diese gelten zwar auch für Kinder - aber viele Menschen sind dafür, dass ihre Rechte zusätzlich im Gesetzestext festgehalten werden.
Weltweit leben Kinder in elenden Zuständen
Viele Kinder in armen Ländern besitzen keine Geburtsurkunde. Niemand hilft ihnen, wenn sie krank werden. (Quelle: Christian Schneider / UNICEF)In vielen armen Ländern - besonders in Afrika, Südamerika und Asien - kämpfen Kinder täglich ums Überleben. Sie haben zu wenig zu essen und zu trinken, müssen für einen Hungerlohn hart arbeiten - und viele von ihnen leben auf der Straße. Eine Menge Produkte, die man bei uns kaufen kann - zum Beispiel Spielzeug, Kleidung, Teppiche, Textilien und Lebensmittel -, stammen aus aubeuterischer Kinderarbeit.
Manche der Kinder müssen sogar als Kindersoldaten in Kriege ziehen. Auch Kinderprostitution ist vor allem in armen Ländern weit verbreitet: Mädchen und auch Jungen verkaufen ihren Körper, um sich mit dem dadurch verdienten Geld durchzuschlagen. Sie sehen keine andere Möglichkeit, an Geld für Nahrung zu kommen, oder sie werden von Erwachsenen dazu gezwungen.
Viele von ihnen stecken sich dann mit Aids und Geschlechtskrankheiten an. Einige Kinder, vor allem in afrikanischen Ländern, kommen schon HIV-positiv auf die Welt, weil ihre Mutter das Virus in sich trägt. Einige Kinder haben ihre Eltern durch einen Bürgerkrieg oder eine Krankheit verloren und sind gezwungen, sich alleine durchzuschlagen.
Arme Kinder in reichen Ländern
Auch bei uns wachsen Kinder in Armut auf. Sie müssen zwar nicht verhungern, aber sie leiden im Stillen sehr unter ihrer Situation. (Quelle: Die Arche)Aber sogar in unserer eigentlich wohlhabenden Gesellschaft gibt es Kinderarmut. Die betroffenen Kinder können keine angesagte Markenkleidung tragen, haben keinen Computer und müssen auch auf sonstige Luxusartikel, die für viele andere selbstverständlich sind, verzichten. Ihre Eltern sind arbeitslos geworden oder verdienen mit ihren Jobs kaum Geld.
Einige Kinder bekommen zu Hause nicht einmal jeden Tag ein warmes Essen. Sie leiden meist im Stillen darunter - nicht selten sind sie Außenseiter und werden auch noch von anderen Kindern verspottet.
Vielleicht hast auch du Einfälle, was geändert werden sollte und wie man die Welt verbessern kann. Der Weltkindertag ist eine Gelegenheit, Vorschläge und Ideen mit Freunden oder in der Klasse zu sammeln und sie an Eltern, Lehrer oder auch Politiker weiterzugeben.