Was geschieht, wenn jemand stirbt?

Tod und Trauer - Teil 1

von Silvia Hähnel
Teil 1 von 2
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Der Tod ist eigentlich ein Thema, das uns alle angeht, aber trotzdem redet man nicht gern darüber. Das Thema ist traurig und schwierig und viele Menschen fühlen sich hilflos, wenn ein Mensch aus ihrem näheren Umfeld stirbt. Wenn nicht gerade ein Verwandter oder Bekannter gestorben ist, wird das Thema Tod und Sterben eher aus unserem Leben ausgeklammert, deshalb bleiben besonders für Kinder und Jugendliche viele Fragen offen. Was passiert denn eigentlich, wenn jemand gestorben ist?

Nach der Bestattung legen Trauernde als letzten Gruß Blumen auf das Grab. (Quelle: Taschaklick | pixelio.de)Jeden Tag werden Menschen geboren und jeden Tag sterben auch Menschen. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Daran erinnert werden wir durch Mord und Totschlag in Film und Fernsehen, durch Berichte über Kriege, Hungersnöte und Unglücke in den Nachrichten und auch durch die Todesanzeigen in der Zeitung. Wir wissen, dass Tote beerdigt werden und dass man Trauernden "Herzliches Beileid" wünscht. Wie aber die genauen Abläufe sind, nachdem ein Mensch gestorben ist, wissen viele erst, wenn eine ihnen nahe stehende Person nicht mehr lebt.

Den Tod feststellen

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Wenn ein Mensch gestorben ist, veröffentlicht die trauernde Familie oft eine Todesanzeige in der Zeitung. (Quelle: Claudia Hautumm | pixelio.de)Wenn jemand gestorben ist, muss als erstes der Tod festgestellt werden. Das ist immer so, ganz egal ob die Person einer Krankheit erlegen, Opfer eines Verbrechens geworden, verunglückt oder an Altersschwäche gestorben ist. Das bedeutet, dass ein Arzt den Verstorbenen untersucht und einen Totenschein ausstellt, wenn er keine Lebenszeichen erkennen kann und es auch nicht mehr möglich ist, die Person wiederzubeleben. Auf diesem Totenschein werden Name, Geburtsdatum und Adresse des Verstorbenen vermerkt, außerdem der Zeitpunkt des Todes und, wenn möglich, die Todesursache. Diese Untersuchung nennt man Leichenschau.

Warum es so wichtig ist, dass ein Arzt den Tod einer Person feststellt und anschließend einen Totenschein ausstellt, lässt sich leicht erklären. In Filmen sieht man häufig, dass einem Menschen nur der Puls am Hals oder am Handgelenk gemessen wird, aber so einfach ist es nicht, den Tod festzustellen. Wenn ein Mensch keinen Puls mehr hat, kann er nicht selten noch gerettet werden. Erst, wenn auch der Arzt keine Chance mehr sieht, gilt also ein Mensch als tot. Eine innere Leichenschau oder Obduktion, wie sie oft in Film und Fernsehen erwähnt wird, ist aber nur dann nötig, wenn die Todesursache anders nicht geklärt werden kann oder wenn es um ein Verbrechen geht.

Beim Bestatter

Eine der Aufgaben des Bestatters ist der Transport des Toten. (Quelle: Wikipedia (Fotograf: Norbert Schnitzler))In den meisten Fällen wird der Verstorbene schon bald von den Mitarbeitern eines Bestattungsinstituts abgeholt. Bestattungsinstitute werden normalerweise von den Angehörigen des oder der Verstorbenen beauftragt. Sie kümmern sich als erstes darum, dass der Leichnam gewaschen wird, außerdem wird er eingekleidet. Häufig wird er auch noch hergerichtet, denn manche Angehörigen wünschen sich, dass der Verstorbene vor der Beerdigung aufgebahrt wird.

Das bedeutet, dass der Leichnam in einem speziellen Raum des Bestattungsinstituts, in einer Kirche oder auch zu Hause auf einer Bahre oder im offenen Sarg für eine bestimmte Zeit liegen bleibt, damit Freunde und Verwandte ihn noch einmal sehen können. Zu diesem Zweck werden Tote frisiert, Männer bekommen noch eine Rasur und Frauen werden manchmal geschminkt. Vielen Hinterbliebenen hilft es, sich noch einmal verabschieden zu können, eine Weile mit dem oder der Toten allein zu sein und dadurch zu begreifen, dass die Person, die sie gekannt haben, wirklich tot ist.

Hilfe im Trauerfall

In Deutschland herrscht Friedhofszwang. (Quelle: Marc Tollas | pixelio.de)Der Bestatter ist aber nicht nur dafür da, den Toten zu transportieren und herzurichten. Es ist auch seine Aufgabe, die Hinterbliebenen des Verstorbenen zu unterstützen und zu beraten. Eigentlich könnten und dürften die Angehörigen vieles selbst tun, was normalerweise dem Bestatter überlassen bleibt. Die meisten Menschen sind aber froh, wenn ihnen ein Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts bei den vielen Dingen hilft, die es nach einem Todesfall zu organisieren gilt.

Besonders, wenn jemand sehr plötzlich und unerwartet gestorben ist, stehen die Angehörigen oft noch unter Schock, sind mit der schlimmen Situation überfordert und lassen sich gern helfen. Und es gibt wirklich viel zu entscheiden und zu organisieren: Wie soll der Verstorbene bestattet werden? Welches ist der passende Sarg oder die passende Urne? Was soll in der Todesanzeige für die Zeitung stehen? Wo soll die Bestattung stattfinden? Was ist mit einem Grabstein und wie sollte die Trauerfeier aussehen? Der Bestatter hat viel Erfahrung, da er in seinem Beruf täglich mit Todesfällen zu tun hat - und vor allem ist er nicht persönlich vom Trauerfall betroffen. So kann er den Überblick über die vielen Dinge behalten, mit denen sich trauernde Menschen nicht allein befassen können oder wollen.

Eine Feier für den Toten

Bei der Trauerfeier wird der Tote meistens im geschlossenen Sarg aufgebahrt. (Quelle: Hans-Jörg F. Karrenbröck | pixelio.de)Der Begriff "Trauerfeier" klingt vielleicht im ersten Moment merkwürdig, denn normalerweise werden eher freudige Ereignisse gefeiert - der Tod gehört bestimmt nicht dazu. Bei der Trauerfeier geht es aber darum, dem Leben des Verstorbenen zu gedenken, sich an den Menschen zu erinnern, den man verloren hat. Insofern ist es also doch eine Feier, nämlich eine Feier der Person, die man gekannt hat.

Viele Trauerfeiern in Deutschland sind nach wie vor christlich geprägt, auch wenn immer weniger Menschen zu Lebzeiten viel mit der Kirche zu tun hatten. Bei christlichen Bestattungen findet im Rahmen der Bestattung ein kurzer Gottesdienst statt, während dessen Gebete für den Toten gesprochen werden. Für Menschen, die sich der Kirche nicht sonderlich nahe gefühlt haben, werden aber auch so genannte weltliche Trauerfeiern ausgerichtet.

Eine solche Trauerfeier kann sehr persönlich und kreativ gestaltet werden. Ein Trauerredner spricht im Namen der Hinterbliebenen über den Toten als Person und über sein Leben, aber auch Freunde und Familienmitglieder können selbst zu Wort kommen. Oft wird die Lieblingsmusik des Verstorbenen gespielt, es werden Fotos und Videos gezeigt und sich gemeinsam erinnert. Eine solche persönliche Feier zu planen oder zumindest mitzugestalten, hilft manchen Menschen, besser mit ihrer Trauer fertig zu werden.

Die Bestattung

Bei der Feuerbestattung wird die Asche des Verstorbenen in eine Urne gefüllt. (Quelle: Harald Gebel | pixelio.de)Die eigentliche Bestattung erfolgt direkt nach der Trauerfeier. Meistens finden Trauerfeiern in einer Friedhofskapelle statt, denn so kann der Sarg oder die Urne von den Trauernden zur Grabstelle begleitet werden. Die beiden typischen Bestattungsarten, für die sich die meisten Menschen in Deutschland entscheiden, sind die Erdbestattung und die Feuerbestattung. Unter der Erdbestattung versteht man die "normale" Beerdigung auf einem Friedhof, wie man sie sich meistens vorstellt. Der Sarg mit dem Verstorbenen darin wird in eine Graböffnung herunter gelassen und anschließend begraben.

Auch bei der Feuerbestattung liegt der Tote zunächst in einem Sarg. Wie bei der Erdbestattung findet eine Trauerfeier statt, bei der die Hinterbliebenen an den Sarg treten und Abschied nehmen können. Anschließend wird der Verstorbene allerdings zusammen mit dem Sarg verbrannt. Der Ort, wo das geschieht, heißt Krematorium. Die Asche, die von der Verbrennung übrig bleibt, wird in ein spezielles Gefäß, die Urne, gefüllt. In anderen Ländern ist es möglich und üblich, dass die Urne von den Hinterbliebenen mit nach Hause genommen wird. So kann eine Witwe zum Beispiel die Urne mit der Asche ihres toten Ehemanns auf ihren Nachttisch stellen. Oder aber die Asche wird an einem Ort verstreut, den der Tote besonders mochte. Das geht in Deutschland nicht, denn hier herrscht "Friedhofszwang". Aus diesem Grund müssen auch Urnen auf einem Friedhof begraben werden. Meistens werden an Gräbern eine Weile nach der Bestattung Grabsteine aufgestellt oder Grabplatten eingelassen. In den letzten Jahren ist aber auch die so genannte anonyme Bestattung beliebter geworden. Das bedeutet, dass die Gräber nicht gekennzeichnet oder geschmückt werden.

Und was kommt dann?

Grablicht auf dem Friedhof (Quelle: Alipictures | pixelio.de)Niemand weiß, was nach dem Tod geschieht. Das ist es auch, was das Thema so schwierig, aber gleichzeitig auch interessant macht. Stirbt die "Seele" eines Menschen mit seinem Körper? Gibt es das ewige Leben? Kommt man in den "Himmel"? Wird man wiedergeboren oder ist einfach alles vorbei? Diese Fragen können nicht beantwortet werden, sie sind vor allem eine Sache des persönlichen Glaubens.

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, geht es in erster Linie darum, dem Toten einen würdigen Abschied zu geben und selbst mit der Trauer fertig zu werden. Die festen Abläufe und die vielen Dinge, die von den Hinterbliebenen organisiert werden müssen, können bei der Bewältigung helfen, denn sie geben zumindest ein wenig Halt in einer schlimmen Zeit.

Wie hat sich der Umgang mit Tod und Trauer im Laufe der Geschichte gewandelt? Wie wurden die Toten in früheren Zeiten bestattet? Wenn du auf "Weiter" klickst, gelangst du zum zweiten Teil des Artikels.

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