Das Turbo-Abi ist ohne Frage eine Qual, gerade für Schüler die etwas mehr Zeit benötigen, um etwas zu verstehen als andere.
Ich bin in der letzten Jahrgangsstufe, die sich zwischen G-8 und G-9 entscheiden konnte. Glücklicherweise wählte ich die längere Schulzeit. Trotzdem muss gesagt sein, dass auch diese mittlerweile mit Stress, Verzicht und Erschöpfung verbunden ist.
Ich schreibe zwar gute Noten, habe aber so gut wie keine Freizeit mehr, da ich die gebliebene oft mit schlafen verbringe, was wiederum als Lernzeit fehlt.
Oft bin ich so müde, dass ich erst einen Tag vor der Arbeit zum Lernen komme.
Nur wer die Schule nicht allzu ernst nimmt, hat eine Chance, die vielen Jahre mehr oder weniger "unbeschadet" zu überstehen,
Manchmal haben wir Themen im Unterricht, bei denen man sich wirklich fragen kann, wehalb sie im Lehrplan aufgenommen wurden. Es ist schade, dass für sie kostbare Zeit und Mühe geopfert werden, obwohl am sie im Leben nicht mehr braucht.
Leider sehen die Politiker die Verkürzung der Stoffes der G-9-Zügler wohl nicht als sonderlich rentabel an, sondern eher als etwas, dass sich durch das Aussterben dieses Zuges von selbst erledigt.
Das Problem vieler Leute ist, dass sie diesen Stress nicht mehr miterlebten. So las ich vor einiger Zeit einen Leserbrief in dem sich eine Frau beschwerte, dass noch nie jemand auf die Idee gekommen sei, die Ferienzeit drastisch zu veringern und das die Jahre an Schulzeit noch weiter verkürzt werden könnten.
Immer öfter kommen nun Artikel in der Zeitung, die die zunehmende Jugendgewalt und das gestiegene Alkohol- und Drogenkonsum anprangern. Für mich besteht da ein Zusammenhang mit der Schule. Jeder dritte Student trinkt. Das ist nicht normal.
Ich habe mich dazu entschlossen im Ausland zu studieren, weil ich weitere Jahre unter dem stetig wachsenden Druck nicht ertragen könnte.
Ich wünsche meinen Kinder, dass sie nicht so aufwachsen müssen wie ich und ich denke nicht, dass ich sie in Deutschland auf die Schule gehen lasse - Stoffkürzung hin oder her.