Polen

von Felicia Chacón Díaz und Björn Pawlak
Teil 31 von 45
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Die weiß-rote Flagge Polens: Ursprünglich bildete sie einen weißen Adler auf rotem Grund ab, im 20. Jahrhundert blieben schließlich nur noch die beiden farbigen horizontalen Streifen übrig.

Das Land Polen - in der Landessprache "Polska" - ist im östlichen Mitteleuropa gelegen und besitzt mit seiner Ostseeküste einen Zugang zum Meer. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Polen 45 Jahre lang unfreiwillig zum von der Sowjetunion ("UdSSR") beherrschten "Ostblock" gehört. Es ist kein Wunder, dass das Land sich nach der wiedergewonnenen Unabhängigkeit wieder stärker nach Westen orientierte.

Marktplatz in Krakau: Diese Stadt im Süden des Landes ist ein beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. (Quelle: Diether || Wikipedia)Der Landesname geht auf den slawischen Stamm der "Polanen" zurück, deren Name wiederum leitet sich vom slawischen Wort für "Feld" ab. Der Name hat einen Hintergrund: Polen besitzt nämlich äußerst fruchtbare Böden, so dass in diesem Land noch heute vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse hergestellt werden. Seit 2004 ist das Nachbarland Deutschlands Mitglied der Europäischen Union.

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Die heutigen Grenzen Polens stammen aus dem Jahr 1945. Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte noch etwa ein Drittel des heutigen Staatsgebietes zu Deutschland. Das deutsch-polnische Verhältnis (wie auch das zwischen Polen und Russland) ist historisch belastet, weil die Ausdehnung der beiden mächtigen Nachbarn die Existenz Polens mehrere Male bedrohte. Im Zweiten Weltkrieg gehörte Polen zu den Ländern, welche eine besonders hohe Zahl von zivilen Kriegsopfern zu verzeichnen hatte (ungefähr sechs Millionen Opfer).

Geographie: Meer, Flachland und Berge

Aufnahme von den Masuren, der größten Seenlandschaft Polens. (Quelle: Marek and Ewa Wojciechowscy || Wikipedia)Polen liegt inmitten des mitteleuropäischen Tieflandes, welches sich von Nordfrankreich bis Russland erstreckt. Die Fläche Polens beläuft sich auf 312.685 Quadratkilometer - damit ist das Land ein bisschen kleiner als die Bundesrepublik Deutschland. Warschau beziehungsweise Warszawa, wie man im Polnischen sagt, (Einwohnerzahl 1,7 Millionen) ist die Hauptstadt des Landes.

Im Westen grenzt Polen an Deutschland, im Süden an Tschechien und an die Slowakei, im Osten an die Ukraine und an Weißrussland und im Nordosten an die russische "Exklave" (das ist ein von fremdem Staatsgebiet umgebener Teil eines Staates) Kaliningrad. Ehemals gehörte dieses Gebiet zum deutschen Ostpreußen.

Im Norden liegt die Ostsee - die skandinavischen Grenzen jenseits dieses Meeres sind gerade einmal 150 Kilometer entfernt. Im Süden erstrecken sich als "natürliche Grenzen" Polens die Gebirgsketten der Sudeten und der Karpaten. Ansonsten ist das Land flach, weswegen es in seiner Geschichte auch relativ leicht durch äußere Mächte angegriffen und besetzt werden konnte.

Der größte Fluss Polens ist die Weichsel mit einer Länge von 1.047 Kilometern. Auch die Oder und die Bug - beide über 800 Kilometer lang - sind wichtige polnische Wasserstraßen. Weichsel und Oder münden in Pommern in die Ostsee.

Es gibt in Polen mehr als 10.000 geschlossene Gewässer - damit zählt Polen zu den seenreichsten Ländern der Welt. Die beiden größten Seen sind der Spirdingsee (polnischer Name: "Sniardwy") und der Mauersee (polnischer Name: "Mamry"). Beide gehören zur Masurischen Seenplatte, welche zu den reizvollsten Landschaften Polens zählt.

An der polnisch-weißrussischen Grenze befindet sich einer der letzte "Urwälder" Europas. Man findet hier jahrhundertealte Bäume, eine üppige Vegetation und zahlreiche Säugetiere wie zum Beispiel Wölfe, Luchse, Elche und Wisente. Durch die Einrichtung von Nationalparks wird hier die Umwelt geschützt.

Geschichte: Europäische Großmacht mit schwieriger Lage

König Jan III. Sobieski, polnischer Held bei der Schlacht beim Kahlenberg, bei dem er den entscheidenden Angriff gegen die Türken führte (Gemälde von Jerzy Siemiginowski-Eleuter). (Quelle: Wikipedia)Im ersten Jahrtausend nach Christus wurde das Gebiet des heutigen Polen durch slawische Stämme wie die "Polanen", die "Wislanen", die "Masowier", die "Schlesier" und die "Obotriten" besiedelt. Die Slawen bewohnten zu Beginn unserer Zeitrechnung die Gegend zwischen den beiden Flüssen Weichsel und Dnjepr und dem Gebirge der Karpaten. Im fünften und sechsten Jahrhundert nach Christus breiteten sie sich dann über weite Teile Mittel- und Westeuropas aus - so zum Beispiel in Österreich, Sachsen und in der norddeutschen Tiefebene. Im Mittelalter wurden die in Westeuropa siedelnden Slawen wieder nach Osten verdrängt.

Im 10. Jahrhundert schlossen sich die verschiedenen Stämme unter dem Fürsten Mieszko I. zusammen. Gleichzeitig hielt das Christentum in dieser Zeit Einzug im polnischen Gebiet. Mieszkos Sohn und Nachfolger Boleslaw I. wurde im Jahr 1025 erster polnischer König.

Durch die Heirat des litauischen Großfürsten Jagiello und der polnischen Königen Jadwiga (im Deutschen auch als "Heilige Hedwig von Polen" bekannt) entstand Ende des 14. Jahrhunderts der mächtige Doppelstaat Polen-Litauen, der zeitweise der größte Staat ganz Europas war und im Osten bis zum Schwarzen Meer reichte. Seit 1569 bildeten Polen und Litauen gemeinsam eine "Adelsrepublik" - die Alleinherrschaft des Monarchen wurde zugunsten einer Gewaltenteilung geschwächt.

Wegen seiner Lage wurde Polen-Litauen zum katholischen "Bollwerk" gegen den sich mit den Osmanen ausbreitenden Islam - berühmt ist in diesem Zusammenhang die "Schlacht am Kahlenberg" vor Wien im Jahr 1683, bei dem das polnische Heer die aus Österreich, Sachsen, Bayern, Baden und dem Kirchenstaat bestehende Allianz entscheidend unterstützte. Es entstand der Mythos der Polen als "Retter des Abendlandes".

Im 18. Jahrhundert geriet Polen auch innenpolitisch immer stärker unter den Einfluss der sie umgebenden Großmächte Russland, Österreich und Preußen. Polen wurde zum "Spielball" fremder Machtinteressen. Auch mit Schweden war es wiederholt zu kriegerischen Konflikten gekommen. Von 1795 bis 1918 hörte der polnische Staat mit der "Dritten Teilung" auf zu existieren, nachdem es bereits in den Jahren 1772 ("Erste Teilung") und 1793 ("Zweite Teilung") zu Gebietsabtretungen an die polnischen Nachbarn Russland, Österreich und Preußen gekommen war.

Nach den Napoleonischen Kriegen wurde auf dem "Wiener Kongress" in den Jahren 1814 und 1815 die Schaffung "Kongresspolens" beschlossen (auch "Vierte Teilung" genannt), welches allerdings Teil des russischen Zarenreiches blieb. Erst das Ende des Ersten Weltkriegs ermöglichte die "Wiedergeburt" des souveränen polnischen Nationalstaates. Durch die Beschlüssen des "Versailler Vertrags" wurde Polen ab 1919 wieder international als unabhängige Republik anerkannt.

Tragödie des Zweiten Weltkriegs, Polen wird Teil des Ostblocks

Polnische Insassen eines deutschen Arbeitslagers auf polnischem Boden: Ungefähr sechs Millionen polnische Zivilisten kamen zwischen 1939 und 1945 gewaltsam ums Leben. (Quelle: Deutsches Bundesarchiv || Wikipedia)Die Festlegung der Grenzen blieb allerdings strittig, weil nun nicht-polnische Minderheiten auf polnischem Boden lebten - so zum Beispiel viele Deutsche. Mit Deutschland, Litauen, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei folgten unmittelbar nach der Neugründung teils gewaltsame Grenzstreitigkeiten. 1926 kam es innenpolitisch zu einem Staatsstreich ("Maiputsch"), bei dem unter Józef Pilsudski ein autoritäres Regime die Macht ergriff.

Trotz der Unterzeichnung von Nichtangriffsverträgen mit Deutschland und der Sowjetunion und des Aufbaus von strategischen Partnerschaften mit England und Frankreich geriet Polens Existenz während des Zweiten Weltkrieges erneut in Gefahr. Am 1. September 1939 kam es zum Angriff des nationalsozialistischen Deutschlands auf Polen.

Ein Geheimvertrag zwischen Deutschland und der Sowjetunion - der so genannte "Hitler-Stalin-Pakt" - regelte die erneute vollständige Aufteilung des polnischen Staatsgebietes ("Fünfte Teilung"). Polen wurde also gleichzeitig von zwei Seiten überfallen. Im sowjetischen Teil wurden mehr als eine Million Polen "deportiert" (das bedeutet zwangsweise umgesiedelt). Im deutschen Teil wurden Arbeits- und Vernichtungslager eingerichtet, in denen Millionen von Polen ihrer Freiheit beraubt wurden und umkamen. Ein Aufstand im "Warschauer Ghetto" wurde 1943 blutig niedergeschlagen. Auch das berüchtigte Konzentrationslager Auschwitz befand sich auf polnischem Boden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Grenzen des polnischen Staatsgebietes dem "Potsdamer Abkommen" der Siegermächte entsprechend nach Westen verschoben ("Oder-Neiße-Grenze" als neue Westgrenze Polens). Leidtragende waren die weiter im Osten siedelnden und nun vertriebenen Polen, aber auch die in den neuen Westgebieten vertriebenen Deutschen.

Polen geriet im nun folgenden "Ost-West-Konflikt" unter den Einfluss der Sowjetunion und wurde als "Volksrepublik Polen" Teil des Ostblocks und als solches Mitglied im "Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe" und im Militärbündnis "Warschauer Pakt". Im Jahr 1970 akzeptierte auch die Bundesrepublik Deutschland die Oder-Neiße-Linie ("Warschauer Vertrag").

Die polnische Gewerkschaftsorganisation "Solidarnosc" (zu Deutsch "Solidarität"), angeführt von Lech Walesa (später polnischer Staatspräsident), setzte sich in den 1980er Jahren für einen politischen und gesellschaftlichen Umschwung in Polen ein - man erreichte in Verhandlungen mit der Regierung zunächst die Verbesserung der sozialen Lage und Lohnerhöhungen für die Arbeiter.

Im Jahr 1989 kam es schließlich zum Zusammenbruch des Ostblocks und der Sowjetunion - ein neues Kapitel polnischer Geschichte konnte beginnen, welches große Probleme bei der wirtschaftlichen Umstrukturierung mit sich brachte (so zum Beispiel Massenarbeitslosigkeit). 2003 wurde Polen zu einem vollwertigen Mitgliedsstaat der Europäischen Union.

Religion: Starke katholische Prägung

Mit Johannes Paul II. besetzte ein Pole mehr als 26 Jahre lang den Papstthron im Vatikanstaat. Er mischte sich auch in die innenpolitischen Angelegenheiten Polens ein. (Quelle: Dr. Meierhofer || Wikipedia)Die religiöse Tradition der Polen ist römisch-katholisch. Nach der Westverschiebung der Grenzen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kräfteverhältnisse zugunsten der Katholiken sogar noch eindeutiger. Weit über 90 Prozent der Bevölkerung ist heutzutage dieser Glaubensrichtung zugehörig.

In seiner Geschichte galt Polen als religiöses "Bollwerk" - sowohl gegen die "orthodoxe" Kirche des katholischen Ostens als auch gegen den zeitweise nach Westen vorrückenden Islam.

Während seiner unfreiwilligen Zugehörigkeit zum von der "atheistischen" ("gottlosen") Sowjetunion dominierten Ostblock waren die Polen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Jahr 1989 fast ein halbes Jahrhundert lang in ihrer religiösen Freiheit eingeschränkt. Die kommunistische Lehre mit ihrer starken Orientierung am "Diesseits" ließ sich nämlich schlecht mit den religiösen Vorstellungen vom "Jenseits" verbinden.

Zwischen 1978 und 2005 war ein polnischer Landsmann Papst der römisch-katholischen Kirche. Johannes Paul II. (mit bürgerlichem Namen Karol Józef Wojtyla) - Vorgänger des heute amtierenden deutschen Papstes Benedikt XVI. - war der erste Slawe auf dem Papstthron und amtierte bis zu seinem Tod. Durch seine offene Parteinahme für die polnische Gewerkschaftsbewegung Solidarnosc spielte er auch eine politische Rolle in seinem Heimatland.

Politik: EU-Mitgliedschaft seit 2003

Der "Sejm" ist eine der beiden Kammern des polnischen Parlaments - das Foto zeigt ihren Sitzungssaal. (Quelle: Piotr VaGla Waglowski || Wikipedia)Über den Beitritt zur Europäischen Union wurde im Jahr 2003 abgestimmt - 77 Prozent der Wähler sprachen sich damals für den Beitritt aus. Zuvor hatte die Bevölkerung bereits in einem "Referendum" (so nennt man einen Volksentscheid) über eine neue Verfassung abgestimmt, welche am ersten Oktober 1997 in Kraft trat.

Demnach ist die Republik Polen politisch gesehen ein "demokratischer Einheitsstaat". Seit dem Beginn der 1990er Jahre hat sich in Polen eine Politik der wirtschaftlichen "Liberalisierung" durchgesetzt - teils mit verheerenden Folgen für die polnische Bevölkerung.

Der für fünf Jahre vom Volk gewählte Präsident besitzt eine recht starke Stellung, insgesamt verbindet die Verfassung Elemente der "präsidialen" und solche der "parlamentarischen" Demokratie miteinander. Der amtierende Präsident ist Bronislaw Komorowski, der im Jahr 2010 die Nachfolge seines bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Vorgängers Lech Kaczynski antrat (Stand April 2012).

Der Präsident ernennt den Premierminister und weitere Minister, welche anschließend vom Parlament bestätigt werden müssen. Das Parlament besitzt zwei Kammern: den "Sejm" und den "Senat". Die Mitglieder beider Kammern werden für vier Jahre nach dem "Verhältniswahlrecht" (Sejm) beziehungsweise nach dem "Mehrheitswahlrecht" (Senat) gewählt.

Im 2003 begonnen Krieg gegen den Irak stellte sich Polen auf die Seite der USA und Großbritanniens. Diese Haltung wurde in anderen europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich kritisiert. Der damalige Außenminister der USA, Donald Rumsfeld, lobte Polen damals als Vertreter des "Neuen Europas", während er Deutschland und Frankreich als "Altes Europa" verspottete. Mit den USA verbindet Polen außerdem, dass sich dort eine große Anzahl polnischer Auswanderer niedergelassen hat.

Die enge strategische Partnerschaft Polens mit den USA hat durchaus historische Gründe. Zweimal verschwand Polen vollständig von der Landkarte, weil die Nachbarstaaten Deutschland und Russland es untereinander aufteilten (zuletzt während des Zweiten Weltkrieges). Deswegen sucht Polen nach dem Ende des Kalten Krieges den Schutz der Weltmacht USA, welche Polens Existenz zu garantieren scheint. Schon im Jahr 1999 - also noch bevor Polen der Europäischen Union beitrat - wurde Polen in das von den USA dominierte westliche Militärbündnis NATO aufgenommen.

Wirtschaft

Polnische Soldaten in Afghanistan: Nicht nur hier, sondern auch im Irak positionierte sich Polen als enger Verbündeter der USA. (Quelle: Ministerstwo Obrony Narodowej || Wikipedia (Quelle: www.isaf.wp.mil.pl))Polen ist traditionell ein "Agrarland" - das bedeutet, dass die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle spielt. Landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Polen sind zum Beispiel Weizen, Roggen, Gerste, Zuckerrüben und Kartoffeln.

Außerdem werden in Polen massenweise Schweine für die Fleischproduktion gezüchtet. Fast ein Drittel der polnischen Erwerbsbevölkerung ist im landwirtschaftlichen Sektor tätig.

Die Region Schlesien ist berühmt für die Produktion von Steinkohle. Auch Eisen, Zink und Kupfer werden in Polen abgebaut, außerdem verfügt das Land über Erdgasfelder. Klassische Industriezweige der Polen sind die Eisen- und Stahlproduktion. Außerdem konnte die Maschinenbau- und Textilindustrie in Polen Fuß fassen.

Um die Städte Warschau, Lodz und Posen herum und in Schlesien befinden sich die wirtschaftsstärksten Regionen. Im Norden spielt der Schiffsbau eine bedeutende Rolle - die größten Häfen liegen in den Städten Gdansk (deutscher Name Danzig), Gdynia (deutscher Name Gdingen) und Szczecin (deutscher Name Stettin).

Berühmte polnische Persönlichkeiten

Nikolaus Kopernikus: Sein Weltbild setzte die Sonne anstelle der Erde in den Mittelpunkt des Universums. (Quelle: Wikipedia)Polen hat in seiner Geschichte eine ganze Reihe berühmter Persönlichkeiten hervorgebracht - so zum Beispiel den großen mittelalterlichen Mathematiker und Astronomen Nikolaus Kopernikus(1473 bis 1543), der als Begründer des nach ihm benannten heliozentrischen Weltbildes ("Kopernikanisches Weltbild") gilt.

Im heliozentrischen Weltbild steht die Sonne im Zentrum - daher der Name ("helios" bedeutet im Altgriechischen "Sonne", "kentron" bedeutet "Zentrum"). Das heliozentrische Weltbild löste das zuvor dominierende geozentrische "Ptolemäische" Weltbild ab, welches auf den griechischen Wissenschaftler Claudius Ptolemäus (ungefähr 100 bis 180 nach Christus) zurückgeht. Im geozentrischen Weltbild ("geokentrikó" bedeutet "erdzentriert") wird die Erde als Zentrum des Universums interpretiert. Thorn, die Heimatstadt von Kopernikus, gehörte zu dessen Lebzeiten allerdings zu Preußen - die Persönlichkeit des Kopernikus wird daher sowohl von polnischer wie auch von deutscher Seite für die eigene Nation vereinnahmt.

Eine andere berühmte polnische Persönlichkeit ist die 1867 in Warschau geborene Physikerin und Chemikerin Marie Curie, die als Wissenschaftlerin bis zu ihrem Tod im Jahr 1934 vor allem in Frankreich wirkte. Sie untersuchte die radioaktive Strahlung von Uranverbindungen und entdeckte gemeinsam mit ihrem Ehemann Pierre Curie die chemischen Elemente Polonium und Radium. Im Jahr 1903 erhielt sie den Nobelpreis für Physik, im Jahr 1911 den selbigen für Chemie. Außerdem war sie die erste Frau, welche an der Pariser Sorbonne-Universität eine Professur erhielt.

Viele bedeutende Schriftsteller kommen aus Polen. Zuletzt erhielt die polnische Dichterin Wislawa Szymborska im Jahr 1996 den Nobelpreis für Literatur verliehen - diesen Preis erhielten zuvor schon ihre Landsmänner Henryk Sienkiewicz (Autor des berühmten Werkes "Quo vadis?") (im Jahr 1905), Wladyslaw Reymont (im Jahr 1924) und Czeslaw Milocz (im Jahr 1980). Berühmt sind auch Stanislaw Lem (1921 bis 2006), der als Klassiker des Genres "Science Fiction" gilt, und Joseph Conrad (1857 bis 1924).

Weltruhm erlangte auch der in Warschau aufgewachsene polnisch-französische Komponist und Pianist Frederic Chopin (1810 bis 1849). Seine Kompositionen und sein Klavierstil werden als "romantisch" und "melancholisch" charakterisiert. Chopin gilt als einer der größten "Virtuosen" (Meister einer Kunst) überhaupt.

Auch der polnische Film hat bedeutende Werke hervorgebracht. Sehr bekannt ist zum Beispiel der 1933 geborene Regisseur Roman Polanski. Zum Werk dieses Filmemachers zählen Meisterwerke wie "Tanz der Vampire", "Rosemaries Baby", "Chinatown" und "Der Pianist". Weitere bedeutende Regisseure sind Krzysztof Kieslowski (1941 bis 1996) und Andrzej Wajda (geboren 1926).

Größe des Landes
312.685 qkm
Hauptstadt
Warschau (Warszawa)
Einwohner
38.501.000 (Stand 2011)
Landessprachen
  • Polnisch (Amtssprache)
  • Deutsch
  • Ukrainisch
  • Belorussisch

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