4. Juli: Unabhängigkeitstag in den USA

Die Amerikaner feiern den Independence Day

von Marlen Schott - 04.07.2005

Wer denkt bei "Independence Day" nicht sofort an den gleichnamigen Film mit Will Smith in der Hauptrolle? Aber der us-amerikanische "Unabhängigkeits-Tag" ist viel mehr als ein erfolgreicher Kinostreifen. Der 4. Juli ist in den Vereinigten Staaten von Amerika der höchste Feiertag. Denn an diesem Tag vor genau 229 Jahren lösten sich 13 nordamerikanische Kolonien von England ab. Die "United States of America" (USA) waren somit geboren.

George Washington führte die us-amerikanischen Truppen im Unabhängigkeitskrieg an.Zuvor hatten diese 13 Staaten in Nordamerika dem englischen König gehört. Sie waren also Kolonien. Kolonien gab es früher sehr viele. Die europäischen Staaten, besonders England, Frankreich, die deutschen Länder, Spanien, Portugal, Holland und Belgien wollten mit aller Kraft ihren Besitz und damit ihre Macht ausdehnen.

Da sie es in Europa nicht konnten, ohne einen blutigen Krieg mit den starken Nachbarn zu beginnen, eroberten sie in entlegenen Teilen der Welt sehr große Gebiete, die sie ihren Reichen angliederten.

Den Ureinwohnern in diesen afrikanischen, asiatischen und amerikanischen Ländern sowie in Australien erging es dabei schlecht. Sie hatten keine oder fast keine Rechte und wurden oft als "Sklaven" missbraucht. Bodenschätze wie Gold und Diamanten wurden in den Kolonien ausgeplündert, damit die europäischen Herrscher immer reicher werden konnten.

Reise in ein neues Leben

Diese Karte zeigte die 13 Gründerstaaten der USA. (Quelle: Wikipedia)Auch in vielen Ländern Europa hatte das "einfache Volk“ kaum Rechte. Es musste dem König gehorchen und einen großen Teil seiner Ernte oder seiner sonstigen Einnahmen abgeben. Immer wieder kam es zu Missernten, die zu schweren Hungersnöten mit vielen Toten führten. Aus diesem Grund wanderten viele Europäer in die Kolonien aus, weil sie sich dort ein besseres Leben erhofften.

Zwar waren sie dort noch immer die Untertanen ihres Königs, denn die Gesetze galten auch viele tausend Kilometer von der Heimat entfernt. Jedoch waren sie trotzdem zu "Herren“ und "Damen“ aufgestiegen, weil sie erstmals in ihrem Leben Befehle erteilen durften – nämlich den Ureinwohnern. Außerdem bekamen viele von ihnen Land geschenkt, von dem ja in den Kolonien unendlich viel vorhanden war.

Streit mit dem König

König Georg III. regierte seine amerikanischen Kolonien von London aus - bis die Kolonialisten keine Lust mehr hatten, auf ihn zu hören.In den 13 Ländern Nordamerikas, die später zur USA wurden, hatte der englische König Georg III. das Sagen. Sein Verhältnis zu den Kolonialisten, also den ausgewanderten Engländern, wurde immer schlechter. Der König war so weit weg, dass die Menschen mehr Rechte für sich forderten und weniger Abgaben an die englische Krone zahlen wollten.

Im Jahr 1767 erließ der englische Finanzminister Charles Townshend den nach ihm benannten "Townshend Act“. Dieses Gesetz schrieb den Kolonialisten vor, wie hoch die Zölle für Leder, Papier und Tee sein mussten. Die Kolonialisten wollten es sich jedoch nicht bieten lassen, dass sich eine 3000 Kilometer entfernte Regierung in ihre Angelegenheiten einmischt. Nach blutigen Protesten musste die englische Regierung das Gesetz 1770 wieder zurücknehmen - bis auf die Zölle für Tee, das Nationalgetränk der Engländer. Das britische Parlament bestand weiterhin auf dem sehr hohen Teezoll.

Daraufhin beruhigte sich die Lage, bis das Parlament im Jahre 1773 das "Teegesetz“ beschloss. Es erlaubte nur der "Ostindiengesellschaft“, Tee ohne Zölle in die Kolonien einführen zu dürfen. Auf diese Weise konnte ein einziges Unternehmen seinen Tee billiger anbieten als alle anderen Firmen, die den hohen Zoll nach wie vor zahlen mussten. Es kam wieder zu Aufständen.

Falsche Indianer lösen Unabhängigkeitskrieg aus

Weil sie Angst vor der Rache der Briten hatten, verkleideten sich die Kolonialisten als Indianer, ehe sie in Boston die "Tee-Party" feierten.Am 16. Dezember 1773 verkleidete sich eine Gruppe, die sich Söhne der Freiheit (englisch: "Sons of Liberty“) nannte, als Indianer. Dann überfiel sie im Hafen von Boston drei englische Schiffe, die Tee geladen hatten, und warfen die gesamte Fracht ins Wasser. Später nannte man dieses Ereignis die "Boston Tea Party“. Und warum die Verkleidung als Indianer? Ganz klar, die "Söhne der Freiheit“ fürchteten die Rache der britischen Regierung. Und so wollten sie den Verdacht auf die amerikanischen Ureinwohner lenken.

Tatsächlich entsendete England daraufhin Soldaten nach Nord-Amerika, um die Macht-Verhältnisse dort wieder herzustellen. Außerdem ließ die Regierung in England den Hafen in Boston zur Strafe schließen. Der Konflikt wurde immer heftiger. Zwölf der 13 Kolonialstaaten vereinigten sich daraufhin und stellten eine eigene Armee gegen die Briten auf.

Der Unabhängigkeits-Krieg zwischen dem englischen Mutterland und seinen amerikanischen Kolonien begann ein Jahr später. George Washington, der später zum ersten Präsidenten der USA gewählt wurde, übernahm 1775 den Oberbefehl über die Armee der Kolonisten. 1783 war der Unabhängigkeits-Krieg beendet und die Briten hatten verloren.

Feuerwerk im Weltraum

Sieben Jahre lang kämpften die US-Amerikaner gegen englische Truppen, ehe die Briten 1783 die Unabhängigkeit der USA anerkennen mussten.Noch während des Krieges, am 4. Juli 1776, unterschrieben Vertreter der 13 britischen Kolonien in Amerika die gemeinsame Unabhängigkeitserklärung. Von diesem Tag an waren sie keine Kolonien mehr, sondern die 13 Gründerstaaten der "United States of America" (USA) – deutsch: der "Vereinigten Staaten von Amerika". Seitdem feiern die US-Amerikaner den 4. Juli jedes Jahr als ihren Nationalfeiertag.

In diesem Jahr hat es sogar ein Weltraumfeuerwerk gegeben. Die Raumfahrtbehörde Nasa startete am 12. Januar eine Sonde mit einem 370 Kilogramm schweren Kupferprojektil. Diese Sonde ist am Montag um 8 Uhr in einen Kometen eingeschlagen. Natürlich stand die Wissenschaft dabei im Vordergrund. Aber dennoch war es ein schönes Spektakel, das pünktlich zum Unabhängigkeitstag stattfand. Mehr dazu im verwandten Beitrag "Angriff auf die Weltraum-Kartoffel".

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