Religiöser Terrorismus: Fanatisches Streben nach Glück

Immer wieder kommt es zu religiös begründeten Anschlägen

von Carola Beck - 22.05.2007
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Die Gefahr des internationalen Terrorismus nimmt zu. Immer wieder kommt es zu religiös motivierten Anschlägen durch radikale Glaubensanhänger. Vor allem islamistische Gruppierungen schrecken vor Terror und Gewalt nicht zurück, um gegen "Ungläubige" zu kämpfen und ihren "heiligen Krieg" zu führen. Religiös begründete Gewalt gibt es auch in anderen Glaubensrichtungen - und ist kein neues Phänomen: Vor Jahrhunderten führten Christen blutige Kreuzzüge und wollten Andersgläubige mit Zwang "bekehren", um ihren Glauben zu "verbreiten". In Deutschland und anderen Ländern ist Religionsfreiheit heute ein wichtiger Grundsatz.

Die Lehren des Islam sind friedlich. Als Islamisten bezeichnet man radikale Muslime, die auch vor Terror und Gewalt nicht zurückschrecken, um den "Heiligen Kampf" zu führen. (Quelle: ekilic/ Photocase.com)Menschen, die einen Anschlag oder einen Mord aufgrund ihrer religiösen Überzeugung begehen, bezeichnet man als religiöse Fanatiker. Sie geben als Motiv oft an, im Sinne ihres Gottes zu handeln. Manchen radikalen Glaubensanhängern ist es sogar egal, ob sie selbst dabei sterben. Sie sind überzeugt davon, dass sie nach dem Tod für ihre Tat von ihrem Gott belohnt werden.

Der internationale Terrorismus durch radikale Muslime, der Islamisten, wird heutzutage als eine der größten Bedrohungen weltweit eingestuft. Immer wieder kommt es zu Anschlägen und Selbstmordattentaten. Am 11. September 2001 wurden in den USA Anschläge auf das "World Trade Center" und das Pentagon verübt, zu denen sich später die islamistische Terrororganisation "Al Quaida" bekannte. In London wurden am 7. Juli 2005 zahlreiche Bombenanschläge auf Busse und U-Bahnen verübt. Und in der spanischen Hauptstadt Madrid trauern die Menschen noch immer um die 192 Opfer der Anschläge vom 11. März 2004 durch radikale Muslime.

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Christen sind in der Türkei eine verschwindend geringe Minderheit. Immer wieder kommt es zu Anschlägen. Der Ausruf des "Dschihad", des "heiligen Krieges", basiert auf einem fanatischen Religionsverständnis. Der Islam ist eigentlich eine friedliche Religion. Im heiligen Buch der Muslime steht, dass kein Mensch einen anderen töten soll. Auch Toleranz wird im Koran groß geschrieben: "In der Religion gibt es keinen Zwang", steht dort (Sure 2, 256). Radikale Glaubensanhänger allerdings sind überzeugt davon, ihre Religion sei die einzig wahre und sie müssten ihren religiösen Kampf gegebenenfalls auch mit Terror und Gewalt durchsetzen.

Christliche Fanatiker

Mehr als eine Milliarde Muslime leben friedlich nach den Lehren des Islam. Die radikalen Glaubensanhänger des Islams werden dagegen als "Islamisten" bezeichnet. Aber ebenso Christen sind vor religiösen Fanatismus nicht gefeit. Vor allem in der Geschichte der Christenheit hat es sehr dunkle Kapitel gegeben.

Es kam vor einigen Jahrhunderten zu zahlreichen Morden an Andersgläubigen oder "Ungläubigen" - zur Zeit der Kreuzzüge ab dem Jahr 1095 n. Chr. gegen Muslime. Ab 1592 wurden zahlreiche Ureinwohner Amerikas durch Christen ermordet, die sich dagegen wehrten, ihren Glauben anzunehmen. Und das, obwohl eines der zehn Gebote heißt: "Du sollst nicht töten".

Freiheit der Religionsausübung

Religionsfreiheit soll jedem die Möglichkeit gewähren, seinen Glauben auszuüben. (Quelle: Photocase)In den Mitgliedsländern der EU ist die Religion geschützt. Im deutschen Grundgesetz ist die Religionsfreiheit garantiert. Das bedeutet, jeder hat das Recht, sich zu seiner Religion zu bekennen und sie auszuüben. 1182 Moscheen gibt es offiziell in Deutschland. In vielen Organisationen und Foren tauschen sich Moslems und Christen aus.

Papst Benedikt XVI., Oberhaupt der katholischen Kirche, wurde im vergangenen Jahr vor allem in der islamischen Welt scharf kritisiert, nachdem er in einer Rede ein Zitat anführte, in dem der Islam angegriffen wird. Der Papst betonte nach den empörten Reaktionen, dass man ihn missverstanden habe und besuchte im November 2006 die Türkei. Seine Reise sollte zu einem besseren Verständnis zwischen den Religionen beitragen. Er verkündete, dass er an Zusammenarbeit und nicht an Auseinandersetzungen interessiert sei. Die katholische Kirche wolle niemanden etwas aufzwingen, so der Papst.

Anders als in den europäischen Staaten garantieren einige Länder keine gesetzliche Religionsfreiheit. Auch hierzulande kommt es allerdings immer wieder zu Anschlägen aus religiösem Fanatismus oder Fremdenhass - wie die rechtsradikaler Gruppierungen gegen Muslime.

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