Graf Dracula - Wahrheit oder Legende?

Die Schöpfung des berühmtesten aller Vampire

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Vampire - das sind Untote, die ihre Gräber verlassen, um sich auf die Jagd nach menschlichem Blut zu begeben. Schon lange gibt es den Mythos um blutsaugende Wesen, die am Tage erstarrt und reglos in ihren Särgen liegen, um nach Sonnenuntergang "zum Leben zu erwachen". Die bekannteste Vampirfigur ist der berüchtigte Graf Dracula. Bram Stoker verfasste den Schauerroman im Jahr 1897. Doch gab es diesen unheimlichen Grafen wirklich? Tatsächlich diente ein grausamer Fürst, der im 15. Jahrhundert über die Walachei im heutigen Rumänien herrschte, als Romanvorlage. Und die wahre Geschichte ist dabei ähnlich blutrünstig wie die Legende.

Das heutige Bild von Vampiren entstand um 1600 in Osteuropa. Abbildung: Frühere Vorstellung eines Vampirs, einem untoten Wesen mit spitzen Zähnen, das seinen Opfern das Blut aussaugt. (Quelle: Wikipedia )Die Vorstellungen von Vampiren gehen auseinander, meist handelt es sich aber um Gestalten, die bei einbrechender Dunkelheit ihre Gräber verlassen und sich von menschlichem Blut ernähren. Vernichten kann man diese Wesen der Legende nach, indem man ihre Körper mit einem Pfahl durchbohrt. Weitere Mythen besagen, dass Vampire durch Kreuze gebannt und durch Knoblauch vertrieben werden. Schon im Mittelalter schuf man in verschiedenen Teilen der Welt ähnliche Sagen von Untoten. Das heute verbreitete Bild des Vampirs ist vermutlich um 1600 im osteuropäischen Raum entstanden.

Der Volksglaube von Vampiren wurde wohl geschaffen, um Katastrophen, schlimmen Krankheiten oder unerklärbaren Dingen einen Namen zu geben - und einen Verantwortlichen zu finden. Viele Menschen waren damals von Hunger, Missernten, Krankheiten und Armut betroffen. Immer wieder starben Menschen durch plötzlich auftretende Seuchen. Vor allem in der frühen Neuzeit wurden viele Vampirfälle gemeldet: Völlig unerwartet erkrankten Bewohner eines Dorfes schwer und starben. Sie sollen von "untoten Wesen" berichtet haben, die sie in der Nacht heimsuchten. Es gab in vergangenen Zeiten sogar richtige Vampirprozesse. Dabei sollen Menschen, die als "Vampire" enttarnt wurden, zum Tode verurteilt und grausam aufgespießt worden sein.

Graf Dracula - der berühmteste aller Vampire

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Mit seinem Roman "Dracula" schuf Bram Stoker eine Legende. Immer wieder wird die Figur aufgegriffen, unzählige Male wurde sie verfilmt. (Quelle: Bredehorn Jens / pixelio.de)Die bekannteste Vampirfigur ist der berühmt-berüchtigte "Graf Dracula". Viele Gruselgeschichten ranken sich um ihn, in unzähligen Filmen kommt er vor - und kaum jemand hat noch nichts von dem unheimlichen Grafen gehört. Im Roman reist ein Rechtsanwalt in geschäftlichen Angelegenheiten zum Schloss eines Grafen, das sich abgelegen inmitten der Südkarpaten befindet.

Bereits die äußere Erscheinung des Gastgebers mit seiner blassen Haut, den roten Lippen und auffallend spitzen Zähnen ist unheimlich. Bald schon verspürt der junge Mann ein unbehagliches Gefühl. Etwas geht nicht mit rechten Dingen zu in dem Schloss. Er bemerkt, dass der Graf kein Spiegelbild hat und beim Anblick von Blut merkwürdig verändert reagiert...

Abraham "Bram" Stoker verfasste den Schauerroman "Dracula" im Jahre 1897. Mit seinem Werk war schließlich eine Legende geboren: Die Geschichte des berühmten Vampirs wurde immer wieder verfilmt und neu interpretiert, das Bild Draculas geprägt. Mal war der Graf jedoch nur die "monströse Bestie", mal war er auch eine tragische Figur, der man menschliche Züge verlieh. Berühmte Dracula-Darsteller waren Christopher Lee und Gray Oldman, der 1992 in Coppolas Horrorfilm "Bram Stoker's Dracula" die Hauptfigur spielte. Roman Polanski dagegen drehte 1967 mit "Tanz der Vampire" eine Gruselparodie, in der viele humorvolle Elemente enthalten sind. Ein wahrer Vampirkult war entstanden.

Die Schöpfung des transsilvanischen Untoten

Die Geschichte des Grafen spielt in den Südkarpaten, den "Transsilvanischen Alpen". (Quelle: Wikipedia )Der Schriftsteller Bram Stoker beschäftigte sich intensiv mit mystischen Dingen, Zauberei und Vampirlegenden. Eingehend studierte er Sagen und überlieferte Geschichten der blutsaugenden Untoten. Er war in London Mitglied einer okkulten Gemeinschaft. Das lateinische Wort "occultus" bedeutet "verborgen", Okkultismus befasst sich mit Magie und Mystik. Doch wer war Dracula eigentlich? Stimmt es, dass er wirklich gelebt haben soll? Oder handelt es sich um eine reine Erfindung des irischen Schriftstellers? Schon vor Bram Stoker - im Zeitalter der Romantik (1795-1848) - wurden viele Vampirgeschichten verfasst. Verschiedene Figuren und Mythen dienten dem Iren also als Vorlage für seinen "Dracula".

Bram Stoker war aber auf eine bestimmte Person gestoßen, die ihn beim Erschaffen seiner gefürchteten Romanfigur entscheidend inspirierte: Fürst Vlad III. Draculea (1431-1476). Er herrschte zur Zeit des Spätmittelalters über die Walachei, ein Fürstentum im heutigen Rumänien. Stoker's Geschichte spielt in Transsilvanien (deutsch: Siebenbürgen). Diese sagenumwobene Region Rumäniens war die damalige Heimat von Vlad III. Draculea. Die wahre Geschichte des Fürsten ist dabei ähnlich blutrünstig wie die Vampirlegende. Vlad III. soll nämlich berüchtigt gewesen sein für seine Grausamkeit.

Vlad III. Draculea - ein blutrünstiger Herrscher

So sah der "echte Dracula" aus: Vlad III. Draculea war ein grausamer Fürst des 15. Jahrhunderts, der seine Opfer auf Pfählen aufgespießt haben soll. (Quelle: Wikipedia )Der Vater des Fürsten war Vlad II. Dracul (Draculea bedeutet "Sohn des Dracul") und war Ritter des Drachenordens - vermutlich trägt er deshalb seinen Beinamen. Der lateinische Begriff "draco" heißt nämlich übersetzt "Drachen". Es gibt aber noch eine andere Bedeutung, die vielen umso passender für den grausamen Fürsten erscheint: Das Wort "Dracul" heißt im Rumänischen nämlich auch "der Teufel". So könnte man Draculea ebenso mit "Sohn des Teufels" übersetzen. Seine Mutter war Prinzessin Cneajna von Transsilvanien.

Im Kampf gegen die Türken, Ungarn und gegen Gesetzesbrecher war Vlad III. brutal und unbarmherzig. Er soll unzählige seiner Feinde gepfählt - also bei lebendigem Leib auf Pfähle gespießt - haben. Die Menschen mussten dann langsam und qualvoll sterben. Deshalb trägt er auch den Beinamen Vlad "Tepes", was "der Pfähler" bedeutet. Draculea und seine Gefolgsleute wurden schließlich von den Türken gefangen genommen. Um 1476/77 wurde der Fürst enthauptet, sein Kopf soll nach Konstantinopel gebracht worden sein.

Der gefürchtete Herrscher hat äußerlich wenige Gemeinsamkeiten mit Stoker's Dracula. Der Schriftsteller soll sich dabei eher an dem bekannten Shakespeare-Darsteller Henry Irving orientiert haben, mit dem ihn eine lange Freundschaft verband. Vlad III. wird als brutal wirkender Mann mit langen schwarzen Locken und kantigen Zügen beschrieben. Eigentlich stellt man sich Dracula jedoch als älteren Herrn mit blassem Gesicht und grauen Haaren vor.

Viele Schauerlegenden um "Vlad den Pfähler"

Das "Draculaschloss" Bran in Transsilvanien ist eine Touristenattraktion. Man weiß allerdings nicht, ob sich der Fürst jemals dort aufgehalten hat. (Quelle: Wikipedia )Weitere Mythen besagen, dass Vlad Draculea das Blut seiner Opfer trank und seine Leiche bis heute verschwunden blieb. Das Grab im rumänischen Snagov wurde 1931 geöffnet - und tatsächlich fand man keine sterblichen Überreste. Allerdings weiß man bis heute nicht, ob es sich überhaupt um die richtige Grabstätte des Fürsten handelt. In Rumänien wurden mittlerweile viele Orte zu "Touristenattraktionen" gemacht, die wenig mit dem früheren Herrscher Vlad III. Draculea zu tun haben.

Das Schloss Bran im transsilvanischen Bezirk Brasov zum Beispiel wird immer wieder als legendäres Draculaschloss präsentiert. Das imposant wirkende alte Gemäuer gleicht wirklich der Beschreibung des Gruselromans. Man geht aber davon aus, dass Fürst Vlad III. dieses Schloss niemals betreten hat. Die historische Stadt Sighisoara (deutsch: Schässburg) in Rumänien wird als Geburtsort des grausamen Fürsten bezeichnet. Dies gilt zwar als wahrscheinlich, es gibt jedoch keine eindeutigen Belege, dass Vlad III. Draculea in Schässburg zur Welt kam.

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