Winterschlaf, Winterruhe und -starre: Wie Tiere in der Kälte überleben

von Marlen Schott
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Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken - und die Zugvögel haben schon längst die Region verlassen, um Richtung Süden zu fliegen, der Sonne hinterher. Jetzt gilt es für die "Zurückgebliebenen", sich auf die dunkle und kalte Jahreszeit einzustellen. Um während der Wintermonate nicht zu erfrieren oder zu verhungern, haben viele Tiere Strategien entwickelt, um die kalte Jahreszeit hinter sich zu bringen.

Der Igel gehört zu den Winterschläfern. Er frisst sich einen Vorrat an und lebt in den kalten Wintermonaten von seinen Reserven. (Quelle: Gibe)Tiere treffen Vorkehrungen für den Winter - und wenn es nur das dicke Winterfell ist, welches sie vor der Kälte schützen soll. Einige Tiere können die Wintermonate nur überstehen, indem sie in der kalten Jahreszeit eine Winterruhe halten beziehungsweise in einen Winterschlaf oder gar eine Winterstarre fallen.

Der Grund dafür ist die extreme Kälte und die Knappheit der Nahrung. Der Boden ist hart gefroren und teilweise von Schnee bedeckt, die Bäume sind kahl - Essbares ist für viele Tiere kaum zu finden. Was sind die Methoden der Vierbeiner, den widrigen Umständen zu trotzen und in Eiseskälte zu überleben?

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Auf der Suche nach einer Unterkunft für den Winter

Bären halten Winterruhe. Auch bei ihnen verlangsamen sich Herzschlag und Stoffwechsel, um Energie zu sparen. Sie erwachen allerdings häufiger und nehmen auch immer wieder Nahrung zu sich. (Quelle: Chris Servheen/USFWS)Für alle, die jetzt draußen unterwegs sind, beginnt der Kampf ums Überleben. Die Natur hat für die schwierige Zeit eine Strategie entwickelt, die es manchem Tier einfach macht, die Wintermonate zu überstehen. Tiere, die einen Winterschlaf oder eine Winterruhe halten, beginnen bereits im Spätsommer mit den Vorbereitungen. Mit den immer kürzer werdenden Tagen und den sinkenden Temperaturen kündigt sich allmählich der nahende Winter an. Es wird Zeit, eine geeignete Behausung ausfindig zu machen, sollte noch keine vorhanden sein. Dann beginnt die Suche nach Nahrung. Jetzt, da noch ausreichend Futter vorhanden ist, wird bereits für die kargen Monate im Winter vorgesorgt und kräftig gesammelt.

Zu den Winterschläfern zählen unter anderen Igel, Murmeltiere, Haselmäuse und Fledermäuse. Die Tiere schlafen tief und fest während dieser Zeit. Zwischen den Schlafphasen wachen sie allerdings immer mal wieder kurz auf, um ihre Schlafposition zu ändern und Darm und Blase zu entleeren. Sie fressen jedoch nichts, sondern ernähren sich in dieser Zeit ausschließlich von ihrem über Spätsommer und Herbst angefressenen Fettpolster. Um Energie zu sparen, verlangsamen sich Atmung, Herzschlag und Stoffwechsel - auch die Körpertemperatur sinkt ab. Werden Winterschlaf haltende Tiere zu oft gestört, haben sie weniger Chancen zu überleben. Durch häufiges Erwachen verbrauchen sie mehr Körperfett und so könnten ihre Reserven noch vor dem Frühlingseinbruch zu Neige gehen. Wenn dies geschieht, müssen sie verhungern.

Überlebensstrategie: Dem Tod näher als dem Leben

Neben vielen Insekten und Amphibien fallen auch Reptilien wie Eidechsen in eine Winterstarre - ein Zustand, der dem Tod näher als dem Leben scheint. (Quelle: Christian Fischer)Es gibt auch Tiere, die anstatt eines Schlafes eine Winterruhe halten. Zu ihnen zählen der Bär, das Eichhörnchen oder der Maulwurf. Diese Tiere haben sich weniger Winterspeck angefressen, beziehungsweise einen Vorrat gesammelt. Im Vergleich zu den Winterschläfern sinkt ihre Körpertemperatur nicht ganz so tief ab und die Körperfunktionen laufen nicht ganz so sparsam. Sie erwachen öfter aus ihrer Ruhe, um Nahrung zu sich zu nehmen. Sollte es aber besonders kalt sein oder ein extremer Mangel an Nahrung bestehen, fallen sie in eine etwas tiefere Ruhe, um so Kräfte zu sparen und nicht zu verhungern.

Neben den Tieren, die ruhen und schlafen, gibt es auch andere, die in eine Starre - die so genannte Winterstarre - fallen. Dazu gehören Insekten, Amphibien wie Frösche, Reptilien wie Schildkröten und Eidechsen sowie einige Fische. Ihre Körpertemperatur sinkt mit der Außentemperatur, daher kommt auch die Bezeichnung "wechselwarm". Frösche vergraben sich im Schlamm oder suchen sich ein geeignetes Erdloch, Insekten suchen unter Baumrinden Unterschlupf und Fische erstarren im Wasser. Sie selbst können ihren Körper nicht erwärmen - nur mit dem Ansteigen der Außentemperatur erwachen sie wieder "zum Leben". Dauert die Phase der Starre jedoch zu lange an oder ist es zu kalt, sterben sie schließlich und erwachen nicht mehr durch die wärmenden Sonnenstrahlen des Frühlings.

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