Afrika: Hungersnot in Niger

Auch die Nachbarländer Mali, Mauretanien und Burkina Faso sind betroffen

28.07.2005

Im zweitärmsten Land der Erde, dem Niger, stehen die Menschen vor einer schlimmen Hungersnot. Vor allem die Kinder des Landes sind so schwach, dass bereits jetzt einige hunderte jeden Tag sterben. Und das könnte nur der Anfang sein.

Dieses Baby ist eines von 800.000 Kindern unter fünf Jahren, die laut Unicef hungern müssen. (Quelle: Unicef / Niger)

Das Leben im afrikanischen Staat Niger ist nie leicht gewesen. Über zwei Drittel des Landes werden von Gebirge oder Wüste bedeckt. In den wenigen fruchtbaren Gegenden können die Nigerer gerade so von der Landwirtschaft leben. Doch im vergangenen Jahr fielen riesige Heuschreckenschwärme über das Land her und fraßen fast die gesamte Ernte auf.

Nach den Heuschrecken kam die Dürre. Es fiel lange Zeit einfach kein Wasser und die Felder trockneten aus. Um zu überleben, aßen die Menschen alle Lebensmittelreste und auch das letzte bisschen Saatgut auf, das sie noch hatten. Auch für die Tiere der umherziehenden Nomaden fanden nicht mehr genug Futter und Wasser. Viele Rinder und Schafe sind deshalb schon gestorben.

Die Regenzeit begann mit Verspätung. Zu diesem Zeitpunkt bepflanzen die Bauern normalerweise ihre Felder. Doch in diesem Jahr hatten die meisten Menschen nichts mehr, was sie aussäen könnten. Mit dem Wasser kam dafür eine neue Gefahr für die geschwächten Menschen. Denn in den Pfützen breiten sich Krankheitserreger rasch aus. Und auch Mücken, die Malaria übertragen können, gibt es viele.

Vom Hungertod bedroht

Menschen im Niger (rot), in Burkina Faso (BF), Mali und Mauretanien (MT) sind von der Hungersnot betroffen. (Quelle: Wikipedia)

Von der aktuellen Krise sind etwa 3,6 Millionen Menschen in 3.800 Dörfern im Niger direkt betroffen - darunter vor allem Kinder. Fast jedes zweite Kind im Niger ist mittlerweile stark unterernährt. Manche Kinder sind sogar schon so schwach, dass sie nichts mehr essen können.

Ohne die Hilfe von internationalen Hilfsorganisationen werden sehr viele Menschen im Niger nicht überleben. Die Not macht allerdings an Ländergrenzen nicht halt. Viele Nigerer flüchten aus ihrer Heimat über die Grenze nach Nigeria. Auch in den Nachbarstaaten Mali, Mauretanien und Burkina Faso haben die Menschen Hunger und sind unterernährt.

Die Augen fest verschlossen

Die Katastrophenhilfe ist sehr spät angelaufen. Der Tsunami in Ostasien und die schlimmen Bürgerkriege im Sudan haben die Nachrichten bei uns lange beherrscht. Da war kein Platz mehr für Meldungen aus der Sahelzone, deren Staats-Chefs schon seit Ende vergangenen Jahres um Hilfe bitten.

Nun bringen Hilfsorganisationen endlich Nahrungsmittel, sauberes Wasser und Medikamente in die Krisenregion. Um den Menschen eine bessere Zukunft zu sichern, werden außerdem Getreide-Banken angelegt. Dort bringen die Bauern eines Dorfes einen Teil ihrer Ernte hin.

Die Getreidevorräte werden in den Dörfern gesammelt und verwaltet. Über das Jahr verteilt wird das Saatgut dann nach und nach wieder an die Bauern verteilt. So soll in Zukunft verhindert werden, dass plötzlich kein Getreide mehr da ist und es zu einer neuen Katastrophe kommen kann.

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letzte Aktualisierung: 11.03.2010

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