Holocaust: Konzentrationslager Auschwitz - Symbol des Schreckens

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Am 27. Januar 1945 stießen sowjetische Soldaten auf das KZ nahe dem polnischen Ort Auschwitz. Es war das größte Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten im Dritten Reich. Unvorstellbares Leid ereignete sich dort, wie auch in den anderen Konzentrationslagern der Nazis: Menschen mussten hart arbeiten, wurden unter unwürdigsten Bedingungen festgehalten, brutal gefoltert, für medizinische Versuche missbraucht und getötet. Mehr als eine Million Gefangene wurden direkt ermordet oder starben an den Folgen der Qualen. Insgesamt wurden über sechs Millionen Menschen in Konzentrationslagern umgebracht.

Das Tor zum Schrecken im KZ Auschwitz: Darüber hing das Schild "Arbeit macht frei". Keiner der Gefangenen sollte das Konzentrationslager jedoch lebend verlassen. (Quelle: Wikipedia)Heute ist das Gelände des Konzentrationslagers Auschwitz eine Gedenkstätte. Der 27. Januar erinnert an die Verbrechen der Nationalsozialisten. Auschwitz, das größte KZ und Vernichtungslager, ist Symbol für den Schrecken des Dritten Reiches. Was die Soldaten der Roten Armee - die sowjetischen Truppen - vorfanden, als sie das Lager in der Nähe der polnischen Stadt Auschwitz entdeckten, übertraf ihre schlimmsten Erwartungen.

Sie trafen dort auf mehr als 7.000 halb verhungerte und misshandelte Menschen - die wenigen Überlebenden von Auschwitz. Es wurden vor Ort Notlager errichtet, in denen die Opfer mit Nahrung sowie Medikamenten versorgt wurden. Viele von ihnen starben jedoch kurz nach ihrer Befreiung an Krankheiten oder den Folgen der Unterernährung. Über dem Eingang des Lagers Auschwitz stand auf einem Schild: "Arbeit macht frei". Mit diesen Worten wurden die KZ-Häftlinge noch auf grausamste Art von den Nazis verhöhnt. Die Menschen, die nicht direkt getötet wurden, sollten an den Strapazen der harten Arbeit sterben.

Mehr als sechs Millionen Menschen starben im KZ

Diese Menschen stiegen in Auschwitz gerade aus dem Zug. Die nächsten Tage haben vermutlich die wenigsten von ihnen überlebt. (Quelle: Yadvashem.org)Die schlimmen Verbrechen des Dritten Reiches sind eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit. Die Nationalsozialisten waren zwischen 1933 und 1945 an der Macht - angeführt von Adolf Hitler, dem damaligen "Führer" des Deutschen Reiches. In den Konzentrationslagern der Nazis wurden mehr als sechs Millionen Menschen getötet.

Allein nach Auschwitz wurden mehr als 1,3 Millionen Menschen gebracht. Über 900.000 von ihnen wurden von den Nazis in Gaskammern ermordet. Mehr als 200.000 Gefangene starben schließlich an den Folgen der Zwangsarbeit, des Hungers, der katastrophalen Hygienezustände, der Misshandlungen oder bei grausamen medizinischen Versuchen.

Das KZ Auschwitz bestand später aus mehreren Lagern. Anfangs wurden dort noch überwiegend politische Gefangene aus Polen festgehalten. 1941 ordnete der SS-Führer Heinrich Himmler an, ein weiteres Lager zu errichten: Auschwitz-Birkenau, das zum eigentlichen Vernichtungslager wurde. Dort befanden sich auch die Gaskammern und Krematorien, um die Toten zu verbrennen. Schließlich wurde noch ein drittes Lager gebaut. Dort mussten vor allem junge Männer - aber auch viele Frauen - harte Fabrikarbeiten verrichten.

"Unwertes Leben" sollte "ausgerottet" werden

KZ-Häftlinge bei einem Zählappell im Konzentrationslager Sachsenhausen, 1936. Bei den täglichen Zählappellen vor und nach der Arbeit wurde die Anwesenheit aller Gefangenen überprüft. (Quelle: Deutsches Bundesarchiv )Vor allem Juden, als "Zigeuner" bezeichnete Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte und politisch Andersdenkende wurden in die Vernichtungslager verschleppt. Die menschenverachtende und wahnsinnige Ideologie Adolf Hitlers teilte die Menschen in verschiedene "Rassen" ein. Die angeblich "überlegene Rasse" der Deutschen solle sich weiter ausbreiteten, "minderwertige Rassen" dagegen "ausgerottet" werden.

Als "arisches" Vorbild galten große, blonde und blauäugige Menschen. Damit entsprach Hitler übrigens selbst ganz und gar nicht seinem eigenen Ideal, denn er war recht klein und dunkelhaarig. Juden gehörten laut den Nazis der "niedersten Rasse" an. Sie sollten keine Kinder mit Menschen "arischer" Herkunft haben, damit sich das "reinrassige Blut" der Deutschen nicht vermische.

Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde das jüdische Volk Schritt für Schritt ausgegrenzt, entrechtet und verfolgt. Die "Geheime Staatspolizei" (Gestapo) verhaftete immer mehr Juden, erteilte Erschießungsbefehle oder ließ sie in die so genannten "Arbeitslager" der Nazis verschleppen. Als "Endlösung" plante Hitler die "Vernichtung" des gesamten jüdischen Volks. Der Völkermord an den Juden wird auch als "Holocaust" bezeichnet, was aus dem Griechischen kommt und "vollständig verbrannt" bedeutet.

Systematische Tötung von Juden, Sinti und Roma sowie Behinderten

In verschiedenen Ländern ließen die Nazis Konzentrations- und Vernichtungslager errichten. In KZs sollten die Häftlinge an den Folgen der harten Arbeit sterben. (Bild: Schlaflager im KZ Buchenwald) (Quelle: Wikipedia (U.S. federal government))In ihrer systematischen Form von Euthanasie hatten die Nationalsozialisten zum Ziel, all das von ihnen als "unwert" betrachtete Leben zu bekämpfen und zu vernichten. "Euthanasie" bedeutet eigentlich Sterbehilfe. Das Wort stammt aus dem Griechischen: "eu" heißt gut oder richtig, "thanatos" bedeutet Tod.

Mit seinem Euthanasiebefehl ermächtigte Hitler am 1. September 1939 bestimmte Ärzte, kranke und behinderte Menschen umzubringen. Ab 1941 wurden sie in den Konzentrationslagern systematisch ermordet. Einige Häftlinge wurden für grausame medizinische Menschenversuche missbraucht. Auch Kinder, die jüdischer Herkunft waren, der Volksgruppe der Sinti und Roma angehörten oder Behinderungen hatten, wurden umgebracht.

Die Nationalsozialisten deportierten schließlich Menschen aus fast ganz Europa in die Arbeits- und Tötungslager. Sie errichteten in Deutschland, Polen und weiteren Ländern viele Konzentrationslager. In KZs sollten die Häftlinge durch harte Zwangsarbeit sterben, was die Nazis grausam als "Vernichtung durch Arbeit" bezeichneten. In den Ländern Polen und Weißrussland, die von den Deutschen besetzt waren, wurden auch reine "Vernichtungslager" gebaut. Dort wurden die Menschen sofort umgebracht. Auschwitz bestand sowohl aus einem KZ als auch aus einem Vernichtungslager.

"Nicht Arbeitsfähige" wurden gleich getötet

Krematorium im KZ Auschwitz. Dort wurden die Leichen der Menschen verbrannt. Viele jüdische Kinder mussten beim Bau von Krematorien helfen, bevor sie selbst getötet wurden. (Quelle: Wikipedia)In Viehwaggons wurden die Menschen dicht gedrängt über weite Strecken in das Lager transportiert. Nach ihrer Ankunft in Auschwitz wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt: "arbeitsfähig" oder "arbeitsunfähig". Vor allem junge Männer und Frauen wurden in den KZs als Zwangsarbeiter missbraucht. Sie mussten zum Beispiel harte Arbeit für die Rüstungsindustrie ausführen, um Bomben und Raketen für die deutsche Wehrmacht zu bauen.

Auch sie würden später an Hunger und Erschöpfung sterben. Keiner der Insassen sollte die Lager lebend wieder verlassen. Die meisten Älteren, Kranken, Schwangeren und Kinder wurden direkt getötet, weil sie körperlich nicht in der Lage waren, schwere Arbeit zu verrichten. Jungen wurden auch als "Maurerlehrlinge" eingesetzt und mussten vor allem beim Bau der Krematorien helfen. Allen Gefangenen der KZs wurde der Kopf kahl geschoren und sie erhielten Nummern. Sie bekamen so wenig zu essen, dass sie bald massive Mangelerscheinungen hatten und irgendwann nur noch aus Haut und Knochen bestanden. Von brutalen Wärtern wurden die Zwangsarbeiter noch zusätzlich angetrieben, gedemütigt und misshandelt.

Befreiung der Konzentrationslager

Gefangene im Konzentrationslager Mauthausen in Österreich nach der Befreiung im Mai 1945. (Quelle: Wikipedia)Der Zweite Weltkrieg wurde schließlich durch die alliierten Truppen der Siegermächte USA, Frankreich, Großbritannien und der Sowjetunion entschieden. Die Konzentrationslager der Deutschen wurden befreit. Die Nationalsozialisten wollten das Grauen der KZs vertuschen. Als die sowjetischen Truppen näherrückten, schickten sie viele der Überlebenden von Auschwitz ohne Nahrung auf einen langen Fußmarsch Richtung Westen, auf dem die meisten aus Schwäche starben.

Außerdem zerstörten die Nazis Teile des Konzentrationslagers und vernichteten Akten. Am 8. Mai 1945 war die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten beendet. Der größenwahnsinnige Diktator Adolf Hitler hatte sich bereits am 30. April in seinem Führerbunker das Leben genommen, nachdem für die deutsche Wehrmacht feststand, dass sie in ihrer auswegslosen Situation den Krieg unmöglich gewinnen konnten.

Verbrecher und Mitläufer im Dritten Reich

Die Nationalsozialisten gewannen in Deutschland immer mehr an Macht und Einfluss. Die meisten Menschen machten mit - aus Überzeugung oder aus Angst. Es ist unvorstellbar für uns, wie bei dieser grausamen Massenvernichtung so viele Menschen zusehen oder sogar mitmachen konnten. Nicht wenigen Nazis hat es sogar Genugtuung bereitet oder ein Gefühl von Überlegenheit und Macht gegeben, Menschen auf brutalste Art zu erniedrigen, zu foltern und zu töten. Andere haben einfach mitgemacht - teils aus Gleichgültigkeit, teils aus Angst.

Die Versprechen Hitlers, seine Reden vom "überlegenen deutschen Volk" und die Hetze gegen andere Völker erreichten ganze Massen. Sehr viele Menschen waren vor allem auf ihren persönlichen Vorteil bedacht: Sie bekamen Belohnungen oder gute Posten in Aussicht gestellt, wenn sie "Staatsfeinde" verrieten, als "gute Deutsche" handelten und "dem Führer dienten". Unzählige wollten das Unrecht einfach nicht erkennen, verschlossen ihre Augen vor den grausamen Taten der Nationalsozialisten und machten sich dadurch mitschuldig.

Natürlich gab es auch viele Menschen, die nicht mit Hitler und den Nazis sympathisierten. Doch die meisten fürchteten, selbst verfolgt zu werden, wenn sie ihre Meinung laut aussprachen. Einige von ihnen verließen das Land. Es gab jedoch auch mutige Menschen, die sich für ihre Mitmenschen einsetzten. Sie halfen Juden und anderen Verfolgten, versteckten sie bei sich oder kämpften politisch gegen das Verbrechen der Nazis. Sie organisierten sich im Untergrund, verteilten Flugblätter, machten auf das Unrecht aufmerksam - und setzten damit ihr Leben aufs Spiel. Hätte es viel mehr von ihnen gegeben, hätte das unsagbare Leid von Millionen von Menschen verhindert werden können.

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