Ich mache Abitur auf 2. Bildungsweg im Bereich Sozialwesen, also mit den Fächern Pädagogik und Psychologie.
Zur Zeit behandeln wir das Thema "Deutsches Schulsystem".
Als ich den Bericht gelesen habe, war ich wirklich froh, dass endlich mal jemand das ausspricht, was ich schon seit über einem Jahr denke: Nämlich dass die Grundschulzeit auf 6 Jahre verlängert werden soll!
Wenn man mal überlegt, was man als kleiner neugebackener 5.-klässler alles überstehen musste: Neue Umgebung, plötzlich Bus fahren, neue Lehrer, neue Mitschüler, neue und mehr Fächer, mehr Stunden, eine Fremdsprache, die Lehrer schreiben nicht mehr ordentlich, das Tempo ist viel schneller.... das ist doch viel zu viel auf einmal! Eine Zumutung!
Deshalb bin ich für 6 Jahre Grundschule, in der Kinder erst nach 4 Jahren benotet werden (es ist bewiesen, dass Grundschüler, die nicht benotet werden keine schlechteren Leistungen erbringen, als Kinder die unter dem Druck der Benotung die Schule besuchen).
Und nach und nach können dann Fremdsprache und die Unterteilung in mehr Fächer eingeführt werden. Aber immer noch im vertrauten Umfeld, mit vertrauten Menschen um sich herum....
Da soll mir mal jemand auch nur ein Nachteil nennen...
Nach der Grundschule können Lehrer so doch viel besser bewerten, welche Schulform für die Kinder geeignet ist.
Außerdem haben so Migrantenkinder gleichzeitig mehr Zeit der deutschen Sprache mächtig zu werden, bevor das Leben einen ganzen Schritt ernster wird.
Natürlich werden dafür Sonderunterstützungen benötigt. Da aber der Studiengang des Grundschullehramtes völlig überfüllt ist und es in geraumer Zeit gaaaanz viele Grundschullehrer/innen geben wird, denke ich mir, dürfte das ein sooo großes Problem nicht werden.
Es sei denn, Politiker haben kein Geld für das Bildungssystem.
Sie werden für eine Verbesserung wohl ein wenig blechen müssen, denn die geringste Veränderung, die notwendig ist, sind mindestens 2 Lehrer/innen in jeder Grundschulklasse, gerade wegen der Migrantenkinder und derer, die eben etwas schwächer sind.
Auch müssen Lehrer endlich verstehen, dass eine individuelle Förderung der Kinder wichtig ist, Über- und Unterforderung darf es einfach nicht geben. Von Extraaufgaben für die Leistungsstarken bis hin zu einem individuellen Lern- und Aufgabenplan jede Woche individuell angefertigt für jedes Kind gibt es schon alles, wird aber nicht gebraucht.
Die Leistungsdifferenz der Kinder wird eben immer größer und man muss dringend handeln. Ich weiß nämlich nicht, wie das enden soll, wenn diese Kinder irgendwann mal Deutschland regieren sollen...
So, im Großen und Ganzen war das jetzt meine Meinung zur Grundschule.
Zum Unterricht, den Lehrern, den weiterführenden Schulen und der Politik hab ich mich ja noch nicht geäußert......... =)
War aber eine gute Vorbereitung auf die Pädagogikarbeit morgen, mal alles in Worte zu fassen =)
Liebe Grüße
Steffi