Die Europäische Union (Abkürzung: EU) ist ein Zusammenschluss von 27 europäischen Staaten. In der EU leben insgesamt 492,8 Millionen Menschen. Wie und zu welchem Zweck haben sich die Länder der EU zusammengeschlossen? Welche Aufgaben erfüllt die Europäische Union?
Bei der EU ging es ursprünglich einmal nur um die Wirtschaft. 1951 gründeten Belgien, Westdeutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande die Montanunion, 1957 dann Euratom und die Europäische Wirtschaftsge-meinschaft (EWG).
Wichtigstes Ziel war es, dass die Länder untereinander keine Zölle mehr erheben sollten. Dadurch konnten alle EWG-Mitglieder in den anderern Mitgliedsstaaten ihre Waren günstig verkaufen.
Die Wirtschaft der Mitgliedsländer wuchs immer weiter - und so wollten sich immer mehr Nachbarstaaten anschließen.
Es entwickelte sich 1993 die heutige Europäische Union, in der es um viel mehr geht als "nur" um Wirtschaft. Alle Mitgliedsstaaten einigen sich auf gemeinsame Gesetze, gemeinsame Bildungsstandards und eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. Alle Länder der Europäischen Union senden dafür Abgeordnete in das Europäische Parlament. Dort werden dann Gesetze beschlossen, die in allen Mitgliedsländern gelten sollen. Eine gemeinsame Europäische Verfassung wurde mittlerweile ausgearbeitet und soll bald in Kraft treten.
Die Europäische Union setzt sich heute auch dafür ein, dass es in Europa keine Kriege gibt, sondern Meinungsverschiedenheiten in Frieden gelöst werden können.
Was bringt uns die EU?
Für die Menschen hat das viele Vorteile:
Nein,
zur Europäischen Union gehören nur 27 der 44 Länder Europas. Rumänien und Bulgarien wurden im Jahr 2007 in die EU aufgenommen. Die Türkei und Kroatien müssen noch einiges tun, um "reif für die EU" zu sein. Aber auch sie sollen später dazukommen.
Einige Staaten in Europa wollen nicht Mitglied der EU sein: Norwegen, die Schweiz, Liechtenstein und Island gehören dazu.
Einige Staaten in Ost- und Südosteuropa sind nicht bereit für einen Zusammenschluss. Es gibt zu wenige Gemeinsamkeiten in Wirtschaft, Politik, Rechtswesen und Kultur. Diesen EU-Nachbarn wird aber eine besondere Partnerschaft angeboten. Georgien , Armenien und Aserbaidschan sind bereits eine solche Partnerschaft eingegangen. Die Ukraine oder Weißrussland sind auch davon noch weit entfernt.
Ganz weit weg...
Und dann gibt es noch einige Gebiete, die zur EU gehören, aber gar nicht in Europa liegen: Französisch-Guayana in Südamerika, die Faröer Inseln und Grönland, Guadeloupe und Martinique in der Karibik, die Kanarischen Inseln, die spanischen Städte Ceuta und Melilla in Marokko und neunzehn weitere Inselgruppen.
Was uns vereint: Flagge, Hymne und der Euro
Europaflagge
Die Europaflagge steht für die Einheit und Identität Europas.
Die Zahl der Sterne, zwölf , ist traditionell das Symbol der Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit. In ihr verbirgt sich eine alte Zahlensymbolik . Die Zwölf ist das Produkt aus der Dreifaltigkeit und den vier Elementen. Andere sagen, die 12 steht für die 12 Tafeln des ersten geschriebenen römischen Rechts als Ausdruck der europäischen Rechtsgemeinschaft.
Europahymne
Die Melodie von Beethovens Ode an die Freude wurde 1972 vom Europarat als europäische Hymne eingeführt. Den Text "Freude schöner Götterfunken" verfasste Friedrich Schiller.
Europäische Währung: der Euro (€)
Am 1. Januar 2002 wurde der Euro als Bargeld (Münzen und Banknoten) eingeführt. Er löste in zwölf der damals fünfzehn EU-Ländern die Landeswährung ab. Dänemark , Schweden und Großbritannien führten die Europäische Währung nicht ein. Die zehn neuen Beitrittsländer können den Euro erst einführen, wenn sie mehrere Jahre lang eine stabile Wirtschaft nachgewiesen haben.
Der Euro gilt heute außerdem als offizielles Zahlungsmittel in einigen Ländern, die nicht zur EU gehören: Monaco, San Marino, Vatikanstadt und Andorra, aber auch in Serbien-Montenegro (im Kosovo und in Montenegro, nicht aber in Serbien).