Thema: Hey Mom ! Das ist mein Leben

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#1

Falls dir dieses Tagebuch in die Hände fällt, solltest du zuerst wissen, warum ich meine Anreden immer an meine Mutter richte. Sie ist vor zwei Jahren an Leukämie gestorben und ich vermisse sie sehr. Zurzeit lebe ich mit meinem Vater und meinem zwei Jahre älteren großen Bruder Maik in Magdeburg. Ich bin 15 Jahre alt und heiße Linea.
 

07.09.10
Hey Mom ! 
Der heutige Tag fing ganz gut an, ein gewöhnlicher Schultag. Aber nach der Schule sind Maik und ich mit dem Fahrrad nach hause gefahren.Er ist vor mir gefahren und ein Auto nahm uns die Vorfahrt. Maik ist voll in ihn reingekracht. Ich bin abgestiegen und sofort zu ihm gerannt. Seine Stirn hat geblutet und er war bewusstlos. Ich habe den Krankenwagen gerufen und mir den Autofahrer vorgenommen und festgestellt, dass er betrunken war. Ein ca. 40 jähriger Mann hat meinen Bruder angefahren. Wütend habe ich den Mann angeschrien, die Polizei gerufen und bin mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren. Im Krankenhaus angekommen, sollte ich im Eingangsbereich warten. Maik ist in den Schockraum gekommen. Ich wollte aber bei ihm bleiben, also bin ich nachgekommen. Die Ärzte haben mich gefragt, wer ich sei und mich bei ihm gelassen. Er hat sich den linken Arm gebrochen und sollte noch am selben Tag operiert werden.  In der Zwischenzeit kam Paps und nahm mich mit nach Hause. Ich fühlte mich nicht gut, also legte ich mich gleich hin. Gott sei dank musste ich am nächsten Tag nicht zur Schule.

08.09.10
Liebe Mom,
heute bin ich, nachdem ich gefrühstückt habe, gleich zu Maik ins Krankenhaus gefahren. Paps konnte leider nicht mit, weil er ein Seminar hatte. Ich habe eine Schwester nach dem Zimmer meines Bruders gefragt, und sie sagte, dass er auf der Intensivstation liegt. Ich war geschockt. Tausend Fragen schossen mir durch den Kopf. Gleich darauf kam Maiks behandelnder Arzt. Er war ungefähr so groß wie Paps(der ist 1,80m), hatte kurze schwarze Haare und sah nett aus. Ich  habe ihn gefragt, warum Maik jetzt auf der Intensivstation liegt und er hat geantwortet, dass die OP soweit gut verlief, aber er längst hätte wieder aufwachen müssen. Ein Wort schoss mir durch den Kopf, obwohl es keiner ausgesprochen hatte. KOMA. Er lag im Koma. Du lagst auch im Koma. Nach zwei Tagen ist sie gestorben. Alte Gefühle kamen wieder hoch. Ich versuchte gegen sie anzukämpfen. Ich lief weg, meine Beine trugen mich von allein. Ich musste nicht wohin, ich wusste nur eins: Raus. Raus aus diesem Krankenhaus, raus in die Welt. Tränen liefen mir über die Wangen. Ich blieb ich stehen und fand mich in  einem Park wieder. Ich ließ mich auf den Boden fallen und weinte. Als ich fertig war, reichte mir jemand ein Taschentuch. Ich nahm es und schnaubte rein. Erst dann nahm ich den Arzt von Maik zur Kenntnis. Er sagte:„Koma heißt nicht gleich Tod.“ Ich gab ihm recht und erzählte ihm von deinem Tod. Er sagte, dass es noch Hoffnung gebe und es am besten wäre, wenn ich jetzt bei ihm sein würde. Ich befolgte seine Anweisung. Maik war ganz blass im Gesicht, er hatte eine Atemhilfe und er war an ein Apperat angeschlossen, der seinen Herzschlag anzeigte. Ich redete mit Maik und irgendwann schlief ich bei ihm ein.

09.09.10
Hi Mom !
Eine Schwester weckte mich auf. Ich fragte nach Maiks behandelnden Artzt  ,ob er mich anrufen könnte, wenn es Maik besser oder schlechter geht. Er sagte, dass ich mich auf ihn verlassen könnte. Zuhause angekommen frühstückte ich erstmal ordentlich. Danach telefonierte ich mit meiner besten Freundin Franzi . Sie sprach mir Mut zu und lenkte mich ab. Genau das brauchte ich jetzt. Nachdem ich mein zwei stündiges Telefonat geführt hatte, fuhr ich zu Maik ins Krankenhaus. 
Er sah immer noch genau so aus, wie als ich ihn verlassen hatte. Ich erzählte ihm, was ich gemacht hatte und nahm seine Hand. Auf einmal setzte sein Herzschlag aus. Ich griff blitzschnell nach der Alarmtaste und der Arzt kam sofort. Panik stieg in mir auf. Ich wollte ihn nicht auch noch verlieren. Er drückte ein paar Tasten, aber nichts passierte. Danach wurde Maik drei Mal reanimiert. Tränen liefen mir über die Wangen. Auch er sollte nach zwei Tagen Koma sterben.
Plötzlich fing sein Herz wieder an zu schlagen. Er atmete wieder selbstständig. Maiks Arzt nahm ihm das Atemgerät ab und ließ uns allein. Nach wenigen Sekunden schlug Maik die Augen auf. Ich war glücklich. So glücklich, dass ich ihm um den Hals fiel und mir Freudenstränen über die Wangen liefen. Er lächelte und ich lächelte zurück.

10.09.10
Hey Mom !
Seit heute haben wir einen neuen Schüler in der Klasse. Er heißt Nick und ist 15 Jahre alt, ist groß(so groß wie Maik und der ist 1,75m), hat kastanienbraune Haare, braune dunkle Augen und eine "Durch-den-Wind" Frisur. Ich muss sagen, er sieht gar nicht schlecht aus. Ach ja, Maik kam heute wieder nach Hause. 
Dreimal kannst du raten neben wen Nick gesetzt wurde. Natürlich neben mich. Für einen Jungen ist er unbeschreiblich nett. Franzi und ich haben schon überlegt, ob er vielleicht schwul ist. Aber irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen. Er half mir bei einer Matheaufgabe. Du weißt ja, dass ich mit Mathe so meine Probleme habe. Wir sollen in Astronomie ein Projekt machen. Dazu sollen wir den Himmel (also Mond+Sterne) neun Stunden lang beobachten. Zwei Nächte soll das dauernd. Eine Nacht von 20 bis 24 Uhr die andere Nacht von null bis fünf Uhr. Das hieß ich musste mit Nick Sterne beobachten.
Ich fragte:„Wann wollen wir uns treffen ?" und er antwortete:"Hast du heute Zeit ?"
"Hm, ok. Das müsste klappen. Am besten bei uns auf dem Dach.", überlegte ich kurz. "Wo wohnst du denn ?", fragte er darufhin. Ich sagte ihm meine Adresse und dann trafen wir uns um acht bei mir zu Hause auf dem Dach. Fünf vor acht klingelte Nick an unserer Haustür. „Lille, dein Date ist da !“ rief Maik. „Mensch Maik, das ist nicht mein DATE, das ist nur mein Banknachbar.“ Wär schön, wenn es mein Date wäre, setzte ich in Gedanken hinzu.
„Wow, ihr habt ja einen krassen Ausblick auf die Stadt. Da hat sich das Strampeln ja richtig gelohnt.“
„Ja, das kann man wohl sagen. Du bist mit Fahrrad hier ?“  „Jo. So, jetzt sollte der Mond aber langsam mal kommen.“ Ich kicherte. 
„Was´n los ?“ 
„Nick, du guckst in die falsche Richtung.“ Jetzt musste er auch lachen. Ich habe mir unser Treffen nie im Leben so lustig vorgestellt. Irgendwann legte mich hin und beobachtete nur noch. Er legte sich dazu. „ Das ist ganz schön romantisch.“ „Da könntest du Recht haben.“ „Lille, Nick die Zeit ist vorbei. Ich bin dran.“, rief Maik von unten. Wir mussten runter, weil Maiks Freundin da war, er wollte es heute besonders romantisch machen.

11.09.10
Liebe Mom !
Heute konnte ich endlich wieder richtig ausschlafen. Denn es war Samstag. Nachdem ich gefrühstückt hatte, ging ich zum Turnen, wie jeden Samstag.  Franzi kam, auch wie jedes mal, mit. Danach gingen wir zu Franzi und plauderten ein bisschen. Ihre Mutter stellte uns einen kleinen Teller mit Keksen hin. Das machte sie immer, wenn ich zu Besuch kam. Dann ging ich nach Hause, um noch rechtzeitig zum Mittagessen zu erscheinen. Maiks Freundin Vanessa war da. Sie hatte Spaghetti á la Carabonara gekocht. Es war köstlich. Wir verstanden uns sehr gut. Den Rest des Tages machte ich mich an alle meine Hausaufgaben und dann bereitete ich noch meine schlaflose Nacht vor. Von um zwölf bis um fünf hieß es dann den Himmel beobachten und Unterschiede zu protokolliern. Ich legte mich sehr zeitig hin, ungefähr um fünf, damit ich meine acht Stunden Schlaf bekam.

12.09.10
Hi Mom,
mein Wecker klingelte zehn vor zwölf, ich stand auf und schaute, ob Nick schon da war. Gott sei dank nicht, denn sonst hätte er Maik, Paps und Vanessa, die schon wieder bei uns schlief, aufgeweckt. Wenige Minuten später kam Nick dann auch. Wie letztes Mal, fünf Minuten bevor die Stunde anfing. Er kramte unser Protokoll hervor und gähnte. „Schon geschlafen ?“, fragte ich ihn müde. „Ja, aber anscheined zu wenig.“ Ich schrieb die Unterschiede zu unserer letzten Nacht auf und legte mich auf die Decke, die ich ausgebreitet hatte. Dann fing ich an ihm Fragen zu stellen. „Hast du Geschwister ?“
Er antwortete schlagfertig:„Jep eine große Schwester, sie heißt Nina.“ Neugierig fragte ich ihn weiter aus:„Treibst du Sport und wo hast du vorher gewohnt ?“ 
„Ich gehe zum Handball und in Erfurt habe ich vorher gewohnt. Die Firma von meinem Vater ist umgezogen und wir mussten mit. Das Typische halt.“, sagte Nick. „Maik geht auch zum Handball. Ich war schon oft bei seinen Spielen dabei. Auf welcher Position spielst du denn ?“, fragte ich ihn weiter. Interessiert guckte er zu mir herrüber. „Linksaußen. Guckst du dir die Spiele auch im Fernsehen an ?“ 
„Ja, schon ganz gern. Ich gucke mir außer Turnen und Handball keine weitere Sportart im Fernsehen oder live an.“ „Dann turnst du also ?“, schlussfolgerte er. Ich hob nachdenklich meine Stirn. „Ja, seit elf Jahren schon.“ 
Nick fiel etwas auf:„ Weißt du was, ich habe mich noch nie so angeregt mit einem Mädchen unterhalten. Außer mit meiner Schwester natürlich.“ 
„Ich unterhalte mich sonst auch nur mit Timo, Maiks besten Freund.“ Stellte ich schnell fest. Ich starrte in den Himmel. Weißt du wann ich das letzte Mal so in den Himmel geguckt habe ? Richtig, das war an dem Tag als du starbst. Da habe ich mir gewünscht, dass du doch eine Stern sein solltest, einer der ganz hell scheint, solange, bis ich folge. Jetzt suchte ich ihn. Deinen Stern. Dabei kullerte mir eine Träne die Wange runter.  Nick musste es gesehen haben. „Was ist denn los ?“, fragte er. Ich antwortete ihm bedrückt:„ Ich musste an meine verstorbene Mutter denken. Sie fehlt mir so sehr.“ Dieser einen Träne folgten viele andere.„Manche Jungs können auch trösten.“, sagte er. „Das ist mir neu. Kannst du denn trösten ?“ Er nahm mich in den Arm und ich fühlte mich weniger allein. „Geht´s jetzt besser ?“ 
„Schon viel besser.“ Unsere Gesichter kamen sich näher und dann küssten wir uns. Seine Lippen waren warm und weich. Die Nachtschicht war dann auch langsam vorbei und ich brachte ihn noch runter. Zum Schluss gab er mir noch einen Abschiedskuss. 
Am nächsten “Morgen“ zog mich Maik die ganze Zeit mit dem Abschiedskuss auf. Er musste ihn gesehen haben. Vanessa nahm mich schließlich in Schutz und sagte, dass sie mit so einer Nervensäge nicht zusammensein wollte. Natürlich meinte sie das nicht Ernst. Da war dann erst mal Ruhe.

 

 

Was sagt ihr dazu ? Eure Meinung ist gefragt.

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ka**** (abgemeldet) - Avatar
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ka**** (abgemeldet) (24)

schrieb :

#16

Boa ey hammer Geschichte!!! Gibts ne Fortsetzung??? Büddeee!! :*

Hase03 - Avatar

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11.12.2011

Hase03 - Avatar

Hase03 (21)

Postings: 17

Mitglied seit 11.12.2011

schrieb :

#15

Voll cool.

Schreib bitte weiter......

Ich mag solche Geschichten!!!!!!!

 

 

 

Lg Hase 03

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Es**** (abgemeldet) (23)

schrieb :

#14

Hey

wow deine Geschichte ist der Hammer!! Gibt es ne Fortsetzung? Bitteee!
GLG Escha♥

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*-**** (abgemeldet) (21)

schrieb :

#13

Zitat von: Kimi *-*

Heey!!!!!!!!!

Du musst umbedingt weiterschreiben!!!!!!!!!!!!!!!

 

Ja du kannst richtig gut schreiben!!!!!! Wow kopliment!

Kimi *-* - Avatar

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03.08.2012

Kimi *-* - Avatar

Kimi *-* (23)

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schrieb :

#12

Heey!!!!!!!!!

Du musst umbedingt weiterschreiben!!!!!!!!!!!!!!!

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Ne**** (abgemeldet) (23)

schrieb :

#11

Hey, gibt es eine Fortsetztung???

Du kannst richtig gut Schreiben!!!

glg Ny<3

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Vi**** (abgemeldet) (20)

schrieb :

#10

Ich hoffe, das sagt alles:Daumen nach oben Icon

aus Berlin

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girlgame333 (22) aus Berlin

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schrieb :

#9

Coole Geschichte,schreib weiter:-D laut lachender Smiley

Herz the story

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Au**** (abgemeldet) (26)

schrieb :

#8

Zitat von: Zitrone

Meine Story bewertet auch keiner mehr... :( na jaaaa....

Ich finde die Geschichte sehr schön geschrieben und sooo. Es ist spannend und gut geschrieben. Ich dachte erst, dass er stirbt. Aber dann ja nicht. Und romantisch mit Nick, obwohl cih dachte, dass die Maik liebt... Egal... :)

 

Maik ist ihr Bruder, von daher

liebt sie sie ja beide, nur auf eine andere

Art und Weise.

(hey, das hat sich sogar gereimt !)

aus Berlin

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girlgame333 (22) aus Berlin

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schrieb :

#7

Zitat von: Australia12

okay da keiner bewerten will, kann ich hier ja jeden quatsch reinschreiben...

 

eiuvgh0iuwebviu9rhemtrchg98rg98h

coool

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