Thema: Schulnoten sind unnötig? Artikel "BILD am Sonntag" Meine Meinung! ... Deine Meinung?

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Ti**** (abgemeldet) (21) aus

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#1

Hi, (wird mal wieder lang, aber ist ja auch wichtig und geht uns alle was an)


 

ich habe gerade die "BILD am Sonntag" in den Händen gehalten und da ist ein recht guter Artikel drin, der das System der Schulnoten in Frage stellt.


 

Vorab: Noten sind unfair (nicht nur "meiner Meinung nach" sondern, ich bin davon überzeugt .. das ist so) !!! Was du wirklich kannst und was nicht, steht sicher nicht in deinem Zeugnis und auch unter keiner Klassenarbeit etc. Höchstens in dem Text der 1. und 2. Klasse.... vielleicht. Noten haben für mich gar nichts mit Intelligenz zu tun. Das sind Momentaufnahmen, die auch im falschen Moment aufgenommen werden können. Die Noten auf deinem Abschlusszeugnis bestimmen, ob du für die Gesellschaft was Wert bist oder nicht. Das, was du eigentlich kannst, werden die Arbeitgeber später vielleicht nie erfahren, weil sie dich bei schlechten Noten oft erst gar nicht nehmen (nicht immer ... es gibt auch tolle Arbeitgeber).


 

Oder ... Übertritt von "Grundschule" zu "weiterführender Schule". Du bekommst als 10- jähriges Kind mitgeteilt und zu spüren (bekommst es sogar Schwarz auf Weiß), ob du gut genug bist für .....  ....... , oder nicht. Ob DU GUT GENUG bist. Das muss man sich mal überlegen. Das ist doch eigentlich schlimm. Und nicht selten demütigend für das Kind. Viele Kinder definieren sich ja schon darüber, ob sie auf`s Gymnsasium gehen oder sonst irgendwo hin. Bei mir in der 5. war das nicht anders. "Oh .. Gymnasium. Und der und der ist ja auf die Haupt/Werkreal gekommen, ich zum Glück nicht ... blablabla!" Da hast du mit Hauptschulempfehlung (oder "schlimmer") ja nun wirklich die Arschkarte ergattert. Finde ich traurig.


 

Regelschulen würde ein bisschen was von der Waldorfpädagogik gut tun. Es ist nachgewiesen, dass Waldorfschüler 1. viel gerner zur Schule gehen 2. mit viel mehr Begeisterung und selbstbestimmter/selbstständiger/mit mehr Eigenverantwortung lernen, demnach bleibt auch mehr hängen 3. mindestens genau so wissend und gebildet sind ... wenn nicht noch wissender und gebildeter. Ich glaube ja, dass Waldorfschüler um einiges mehr wissen, als andere. Denn nur, wenn man mit Spaß lernt, dann bleibt es auch im Kopf. Außerdem lernt man in Waldorfschulen auch für`s Leben und nicht nur für die Gesellschaft und dafür, später gut in dieser zu funktionieren/Leistung zu bringen.


 

Was denkt ihr darüber, dass wir (Kinder und Jugendliche) nach Noten bewertet werden? Denn, wenn wir mal ehrlich sind und gedanklich ins Detail gehen, werden wir feststellen: Damit wird nicht nur die Leistung an sich bewertet, sondern der ganze Mensch. Vielleicht ungewollt, aber ..........

 

Fortsetzung folgt ....


 

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Ti**** (abgemeldet) (21)

schrieb :

#5

Hi,

 

ja klar. Ich denke, an jeder einzelnen Meinung ist auch viel Wahres dran. Ich habe auch fast völlig außer Acht gelassen, fällt mir gerade auf, welche Alternative ich gern hätte, was Notenvergabe an sich angeht.

 

Da bin ich absolut für Texte, ähnlich, wie sie in der 1. und 2. Klasse im Zeugnis standen. Natürlich weniger tüttelig :D, je älter die Schüler sind. Man müsste generell einfach mal das komplette Regelschulsystem  über`n Haufen schmeißen und ausmisten. Im Schulsystem allgemein auch mehr Waldorfpädagogik reinbringen. Das nimmt den Druck raus, der, offensichtlich, nicht gut für Schüler ist. Muss ja nicht gleich völlig "Waldorf" sein. Aber, einiges in`s System mit einfließen lassen, wäre gut.

 

Im Endeffekt, das ist mir eben aufgefallen, fließen ja auch immer unsere eigenen, persönlichen Erfahrungen mit dem Thema in unsere Meinung ein. Die ist ja nie richtig neutral, eine eigene Meinung. Nie.

 

Deshalb hat auch jeder irgendwie Recht. Denn in seiner Welt, in seiner Realität ist es ja, faktisch, (bisher) so geschehen .. in dem Fall, mit den Noten. Bei mir war und ist das nämlich so, wie ich das geschrieben habe. Mit: an die Tafel müssen und ausgelacht zu werden etc.,dass die Lehrer wenig bis gar keine 2. Chancen geben etc. .....

 

Ich fand deine Überlegung über die Lehrer sehr interessant. Vielleicht hast du Recht und man muss erstmal an den Lehrern selbst arbeiten/bei denen anfangen. Daran habe ich jetzt z.B. gar nicht gedacht. Ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, während meines Schreibens. Obwohl es so simpel ist :D 

 

Grüße, Till

 

 

 

 

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schrieb :

#4

Auch wenn das Leben ohne ständige Noten überall schon entspannter wäre - sinnvoll fände ich das nicht und ich denke, so, wie es jetzt ist, ist es auch richtig. 

 

Erstmal muss man Noten ja auch durch irgendwas ersetzten, was am Ende fast auf's gleiche herauskommt. Also würde man statt Noten in Arbeiten / Klausuren z.B. imm nur die Punkte bekommen. Einfach 83 / 94 Punkten. Die Note, die immer darunter steht, errechnet sich ja nur aus den Punkten. Von daher wäre es so ziemlich das selbe. 

 

Zweitens kann man nicht einfach Noten abschaffen und sagen, man muss nur durchkommen und das wars. Das einzige, wo ich das evtl. sinnvoll fände, wäre beim Abitur. 

 

Überhaupt fürs Abitur zugelassen zu werden und diese mindestens 12 Jahre weitergekommen zu sein ist schon eine große Leistung. Und wie gesagt, auch mit Klausuren und Prüfungen muss man überhaupt erst einmal die Zulassung zum Abitur bekommen. Das Abitur dann zu schaffen... Ich glaube jeder weiß, dass das nicht einmal eine Woche lernen ist. 

 

Das Problem kommt dann spätestens auf der Arbeit. Der Chef sieht: "Oh, der Junge hat nur ein 3,4 Abitur, der von gestern hatte ein 2,5 Abi, der ist besser. "

 

Mit einem 3er Abitur stehst du schon ziemlich schlecht da, und niemand bedenkt, dass das schon eine absolut starke Leistung ist. Das Problem ist halt immer: Es geht besser. 

 

Es wäre zumindest eine Überlegung Wert, dass das Abitur eine Prüfung wie beim Führerschein ist. Entweder du schaffst es, oder fällst durch und kannst es dann wiederholen. 

 

________

 

Zurück zum Thema. Ohne Noten finde ich geht es nicht. Weder bei Arbeiten / Klausuren noch bei Zeugnissen. Wie fühlst du dich dann auch als ein Schlauer Junge, wenn manche aus deiner Klasse jeden Tag nur rauchen, kiffen, sich jedes Wochenende betrinken und nur aus Zwang in die Schule gehen, ständig schwänzen usw., und am Ende genau das selbe wie du haben? 

 

Für mich wäre es sinnvoller, mal was an den Lehrern zu ändern. 

 

Dabei rede ich jetzt nicht von Lehrern, die dauerhaft schlechte Laune haben, denken du hast kein Real-Life und würdest nach der Schule nichts als Schule machen und vor allem deren Fach immer total interessant finden, und nicht nur aus Zwang in dem Unterricht sitzen.

 

Sondern von Lehrern, die zum Beispiel kein Stück erklären können. 

 

Das Problem ist in meinen Augen oft, dass man den Lehrern zu viel Freiraum lässt. Der eine Lehrer ließt mit den Schülern einfach im Buch 1 Seite und sagt dann "Nummer 1-4 lösen 12 Minuten Zeit" und das immer und immer wieder. Der andere Lehrer ist davon überzeugt, durch Gruppenarbeit lernt man besser. Er macht jede Stunde immer was in Gruppen. Der nächste Lehrer ist der Meinung, nur durch Hausaufgaben lernt man richtig und ohne die Stunde zu wiederholen geht gar nichts. 

 

Das erste Problem taucht dann dabei aus: Wer sagt denn, dass diese ganzen Theorien in deren Köpfen stimmen?

 

Ich habe dieses Jahr bestimmt 60% neue Lehrer bekommen, die genau sowas wieder gesagt haben. Ich habe einen, der sagt, Hausaugaben sind total unnötig und das schafft man problemlos in der Schule. Alleine, weil man mit HA immer nur schnell fertig werden will, macht es fast keiner vernünftig und deshalb verizchtet er größtenteils darauf. 

 

2 Tage später kam wieder eine Lehrerin die meinte, man muss alles, was man in der Stunde gelernt hat wiederholen - weil man nach 12 Stunden Schule (bis 18 Uhr) ja auch sonst nichts zu tun hat, als jede Stunde mal den Stoff zu wiederholen - geeeeeenau!

 

Ich frage mich echt, in welcher Welt solche Lehrer manchmal leben. Ebenso meinte sie, dass man zum wiederholen auch Aufgaben braucht, da stumpfes wiederholen nicht zum Ziel führt und man es dann nächste stunde nicht kann - deswegen braucht man dann auch Hausaufgaben ohne Ende. 

 

Die Theorien hören echt nicht mehr auf, jeder neue Lehrer macht es anders. Vor allem wenn der Lehrer im selben Fach geändert wird, merkt sowas oft. Ich habe es jetzt ganze 4 male in einem Halbjahr in Erdkunde gehabt, zzgl. einen Refrendar, also eigentlich 5. Bei einem habe ich absolut gemerkt, dass er es kann! Bei dem hast du sofort was gelernt, und nicht sinnloses Zeug gelabert, was auch niemand braucht.... Seit dem war Erdkunde für mich ein ganz anderes Fach als nur "Hier is China, da leben richtig mega viele leude und da darf man nur 1 Kind haben" fertig. Das ist eher 5. Klasse...