Schrott im Weltall

Weltraummüll bedroht Menschen und Technik

Teil 1 von 2

von Kai Hirschmann

Bislang haben Raumfahrer den Weltraum als Müllkippe missbraucht. Fast 50 Jahre nach dem Start der ersten Rakete fliegt inzwischen sehr viel Schrott mit rasender Geschwindigkeit um die Erde. Dadurch sind teure Satelliten in großer Gefahr, von einem dieser Trümmerteile "abgeschossen" zu werden - und dadurch selbst zu Weltraumschrott zu werden.


Als die Columbia-Raumfähre im Jahr 2003 explodierte, kamen alle Besatzungsmitglieder ums Leben. War Weltraumschrott Schuld an dem Unglück? (Quelle: NASA)

Seit dem Start der sowjetischen Sputnik-Rakete am 4. Oktober 1957 haben die Menschen immer neue Flugkörper in den Weltraum geschossen. Längst sind Astronauten auf dem Mond gelandet und haben bis heute etwa 6.000 Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht. Wir alle profitieren davon, denn durch die Satelliten verfügen wir über schnelle Telefonverbindungen, genaue Wettervorhersagen und Live-Fernsehübertragungen aus allen Teilen der Welt.

Das Problem: Jedes Mal, wenn eine Rakete in den Weltraum abhebt, hinterlässt sie dort Müll. Die Nasa und andere Weltraum-Organisationen haben die großen Treibstofftanks viele Jahre lang einfach abgeworfen, so dass nun etwa 1.500 von ihnen um die Erde kreisen. Hinzu kommen etwa 2.000 alte Satelliten, die nicht mehr gebraucht werden und nutzlos im All treiben.

Noch mehr Müll durch Explosionen

Im Jahr 1964 war der Raum um die Erde noch fast völlig frei. (Quelle: ESA)

Manche Satelliten stießen bereits mit Trümmerteilen zusammen oder wurden gesprengt. Die Folgen der mehr als 180 Explosionen sind verheerend. Denn statt eines einzelnen großen Stücks, dem neuere Satelliten zur Not ausweichen könnten, fliegen nun tausende kleine Trümmerteilchen mit hoher Geschwindigkeit um die Erde. Und dann gibt es da noch Werkzeuge, Schrauben oder Deckel von Satellitenschüsseln. Viele dieser Teile haben Astronauten achtlos in den Weltraum geworfen.

Von den 9.000 Objekten, die heute um die Erde kreisen, sind nur etwa 600 bis 700 funktionierende Satelliten. Der ganze Rest ist Weltraummüll. Und jedes Jahr kommen ungefähr 200 Objekte dazu, die von der Erde in den Weltraum geschossen werden.

Es wird eng am Himmel

US-amerikanische, russische, europäische und chinesische Weltraumorganisationen bringen Satelliten mit Trägerraketen ins All. Die Treibstofftanks werden heute - anders als früher - rechtzeitig abgeworfen, sodass sie in der Atmosphäre restlos verglühen. Wenn ein Satellit dann auf der gewünschten Höhe angelangt ist, dann setzt ihn die Rakete ab, die danach weiterfliegt oder zur Erde zurückkehrt.

Der Satellit verrichtet dann ein paar Jahre seine Arbeit, bis seine Energie aufgebraucht ist, seine Technik veraltet ist oder er kaputt geht. Danach bleibt er nutzlos im Weltraum zurück.

ABC der Satelliten

Nur 40 Jahre später umkreisen 9.000 größere Objekte den blauen Planeten. (Quelle: ESA)

Je näher man der Erde kommt, desto enger wird es. Auf einer Höhe von 2.000 Kilometern über dem Erdboden kreisen acht von zehn Objekten im Weltall. Hier finden sich die meisten Wetter-, Fernseh- und Forschungssatelliten. Denn diese Höhe kann von den Raketen recht problemlos und "kostengünstig" erreicht werden. Auch können dort schnell Astronauten hingeschickt werden, um etwas zu reparieren.

In 20.000 Kilometern Höhe wird es vor allem über den Polen der Erde eng. Denn hier kreisen ganze Geschwader von Navigationssatelliten. Da gibt es die us-amerikanischen GPS- und die russischen Glonass-Satelliten. Zu ihnen werden sich schon bald die Galileo-Satelliten der Europäischen Weltraum-Behörde (Esa) gesellen.

Schließlich ziehen auf einer Höhe von etwa 36.000 Kilometern zahlreiche Telekommunikations-Satelliten ihre Bahn auf dem „geostationären Ring“. Ein geostationärer Satellit umkreist die Erde in 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden. Das ist genau die Zeit, die die Erde braucht, um sich einmal um ihre Achse zu drehen. Da sich Erde und Satellit mit derselben Geschwindigkeit bewegen, scheint der Satellit von der Erde aus betrachtet still zu stehen.

Im zweiten Teil erfährst du, wie gefährlich Weltraumschrott wirklich ist. Und was man unternehmen kann, um ihn zu vermeiden.

letzte Aktualisierung: 12.03.2010

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