Schlauer Kauer

von Kai Hirschmann

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das Mutterland des Kaugummis. Und so ist es eigentlich auch keine Überraschung, dass zahlreiche Forscher in den USA den Kaugummi als wahres Wundermittel preisen. Angeblich hält er nicht nur die Zähne gesund, sondern er macht auch schlank und sogar schlau. Allerdings hat Kaugummi auch seine Schattenseiten.

Ob Kaugummikauen wirklich schlau und schlank macht, wissen wir nicht. Aber es macht auf jeden Fall Spaß. (Quelle: Änte / Photocase)

US-Wissenschaftler wollen jetzt den "perfekten Kaugummi" entwickelt haben. Angeblich gibt er nicht nur frischen Atem, sondern er reinigt die Zähne selbst dann blitzblank, wenn sie zuvor tagelang nicht geputzt worden sind. Ein spezielles Eiweiß mit dem Namen "KSL-Protein" soll laut Aussage der Forscher in der Lage sein, alle schädlichen Bakterien im Mund abzutöten. Ob das wirklich stimmt, muss erst noch von unabhängigen Wissenschaftlern bewiesen werden, die nicht von Kaugummi-Firmen bezahlt werden.

Der angebliche "Wunderkaugummi" wird also noch eine ganze Reihe Tests bestehen müssen, ehe er eines Tages womöglich auch bei uns in den Verkaufs-Regalen steht. Wenn er tatsächlich so toll ist, wie seine Entwickler behaupten, dann würde er womöglich sogar Zahnbürste und Zahnpasta Konkurrenz machen.

Dass zuckerfreier Kaugummi gut für die Zähne ist, ist keine Neuigkeit. Schon lange ist bekannt, dass das ständige Kauen den Speichel angeregt. Die Spucke verkleinert die Anzahl der Karies-Bakterien und verdünnt die schädliche Säure, die sich nach jedem Essen im Mund bildet. Wichtig ist, dass kein Zucker enthalten ist. Zähneputzen muss man sich bisher aber selbst dann, wenn man sich den ganzen Tag einen Kaugummi nach dem anderen in den Mund schiebt.

Abnehmen mit Kaugummi?

Überall auf der Welt ist Kaugummi beliebt - auch hier in Kolumbien. (Quelle: Pater Toni Rogger, Don Bosco Jugendhilfe Lateinamerika)

Andere Wissenschaftler - ebenfalls aus den USA - wollen herausgefunden haben, dass Kaugummi-Kauen schlank macht. Allein durch das ständige Kauen sollen ihre Testpersonen innerhalb eines Jahres im Durchschnitt fünf Kilogramm abgenommen haben. Die Forscher glauben auch einen Grund dafür gefunden zu haben: Der Stoffwechsel des Körpers sei angeregt worden, wodurch die Fettpölsterchen verbrannt seien.

Ob das stimmt, lässt sich jedoch kaum beweisen. Wenn einige schwergewichtige Testpersonen wissen, dass sie unter ständiger Beobachtung stehen, dann verzichten sie vielleicht freiwillig auf das eine oder andere Stück Sahnetorte und nehmen dadurch ab. Es ist jedenfalls sonnenklar, dass bequemes Kaugummi-Kauen nicht reicht, um wirklich schlank zu werden. Um Sport und eine gesunde Ernährung kommt bei einer Diät niemand herum.

Hilfe beim Lernen

Doch nicht nur us-amerikanische Forscher loben Kaugummi manchmal in den Himmel. Auch einige deutsche und britische Wissenschaftler wollen erstaunliche Dinge herausgefunden haben. So helfe Kaugummi-Kauen beim Lernen. Durch die ständige Mundbewegung erhöhe sich der Herzschlag. Dadurch gelange mehr Sauerstoff ins Gehirn und das Gedächtnis arbeite besser. Angeblich können sich kauende Schüler viel besser an Wörter und Bilder erinnern und sich Telefonnummern merken.

Dass die meisten Lehrer ihren Schülern im Unterricht trotzdem das möglicherweise lernfördernde Kaugummi-Kauen verbieten, liegt vor allem an den Nebenwirkungen. Oft landen alte Kaugummis nämlich dort, wo sie absolut nichts zu suchen haben: unter dem Stuhl oder dem Tisch, auf dem Boden und manchmal sogar an der Jacke oder sogar im Haar eines Mitschülers.

Klebriges Ärgernis

Über eklige, klebrige Kaugummireste auf der Straße hat sich jeder schon geärgert.

Überhaupt sind die klebrigen Überreste der größte Nachteil des Kaugummis, zumal sie nicht verrotten und sich deshalb ewig halten. Viel zu wenig Menschen wickeln ihren Kaugummi nach dem Genuss in Papier und werfen ihn in einen Mülleimer. Bestimmt hast auch du dich auch schon einmal geärgert, weil du in die klebrige Masse hinein getreten bist. Es kostet richtig viel Geld, die ekligen Kaugummireste wieder von den Straßen und Bänken zu kratzen. Allein Deutschland gibt jedes Jahr über 900 Millionen Euro (1,3 Milliarden Franken) dafür aus.

Viele Menschen befürworten deshalb eine "Kaugummisteuer". Von diesem Geld sollen dann die Säuberungen bezahlt werden. Einige Städte verhängen bereits heute saftige Strafen. Wer zum Beispiel in Heilbronn dabei erwischt wird, dass er einen Kaugummi auf die Straße spuckt, muss 25 Euro (37 Franken) Bußgeld zahlen. Für Vögel, die die ausgespuckten Placken für Futter halten, können Kaugummis sogar tödlich enden.

letzte Aktualisierung: 04.01.2012

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