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Buchtipp: Herr der Diebe

06.01.2006

Die Verfilmung eines tollen Kinderbuchs ist am Donnerstag (5. Januar) in den Kinos angelaufen. Aus diesem Anlass stellen wir dir das Buch "Herr der Diebe" von Erfolgsautorin Cornelia Funke ("Tintenherz", "Drachenreiter") vor. Es lohnt sich, diese Geschichte auch zu lesen.

Das preisgekrönte Kinderbuch "Herr der Diebe" läuft nun auch als Film im Kino. (Quelle: Warner Bros.)
Hinter dem "Herrn der Diebe" verbirgt sich der geheimnisvolle junge Anführer einer Kinderbande in Venedig. Zu seiner Gruppe gehören auch die Waisenkinder Prosper und Bo, die ihrem Großvater weggelaufen sind. Zuvor wollten deren Onkel und Tante nur den fünfjährigen Bo adoptieren, seinen zwölfjährigen Bruder Prosper aber ins Heim stecken. Doch die Geschwister wollten sich nicht trennen lassen. Und so erreichen sie nach einer achtwöchigen Flucht endlich das Ziel ihrer Reise: Venedig, die sagenhafte Stadt der Engel in Italien.

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Als ihre Mutter noch lebte, hatte sie Prosper und Bo viele sagenhafte Geschichten über die italienische Lagunenstadt vorgelesen. Sie erzählten von Löwen mit Flügeln, von Wassermännern, die aus den Kanälen heraufsteigen und Dächern, auf denen Engel und Drachen stehen. Kein Wunder, dass die beiden wie magisch von der Stadt angezogen worden sind.

Zum Glück treffen sie kurz nach ihrer Ankunft auf "Wespe". Das Mädchen nimmt sie mit ins "Sternenversteck", ein verlassenes Kino in einer der vielen Seitengassen der Stadt. Zur Bande des "Herrn der Diebe" gehören außerdem noch der draufgängerische Riccio und der ehrgeizige Träumer Mosca. Sie alle lebten früher auf der Straße. Sie mussten betteln und stehlen, um sich über Wasser zu halten und schliefen nachts unter Brücken - bis sie dem geheimnisvollen "Herrn der Diebe" begegnet sind, der sich selbst Scipio nennt.

Auf der Flucht vor Detektiv Victor

Die Kinderbande des "Herrn der Diebe" erlebt spannende Abenteuer in Venedig. (Quelle: Warner Bros.)

Scipio lebt nicht mit seiner Bande im Sternenversteck. Doch er bringt immer wieder wertvolles Diebesgut vorbei, das die Kinder dann an den zwielichtigen Hehler Barbarossa verkaufen. Von dem Geld kann sich die Bande Essen und Kleidung kaufen.

Noch ahnen sie nicht, dass sich Privatdetektiv Victor an ihre Fersen geheftet hat. Er soll Prosper und Bo finden, um sie zurück zur Familie zu bringen. Eigentlich mag er seine Auftraggeber nicht, doch als der das Foto der beiden Geschwister sieht, nimmt er den Auftrag trotzdem an - aus Mitleid. Sie sehen einfach noch zu jung aus, um allein zurecht zu kommen. Victor spürt die Kinder auf und folgt ihnen in allerlei Verkleidungen durch Venedig.

Das ist nicht einfach, da die Bande zusammenhält und dem Detektiv immer wieder entwischen kann. Als die Kinder einen gemeinsamen, großen Einbruch planen, gerät die Räuberwelt durcheinander. Prosper und Bo kommen dabei nicht nur hinter das Geheimnis des "Herrn der Diebe", sondern entdecken auch die magische Seite Venedigs, von der ihre Mutter immer gesprochen hat.

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Kinder wollen älter, Erwachsene wollen jünger sein

Cornelia Funke (3. von links/ oben) mit den Hauptdarstellern ihres ersten Hollywood-Films. (Quelle: Warner Bros.)

Der "Herr der Diebe" ist viel mehr als eine sehr spannende Abenteuergeschichte mit vielen unerwarteten Wendungen. Das Buch erzählt auch vom Wunsch vieler Kinder, endlich erwachsen zu werden. Die Banden-Mitglieder müssen immer wieder erfahren, dass ihnen viele Türen verschlossen bleiben, weil sie einfach noch zu jung sind.

Das Komische dabei ist: Den Kindern begegnen oft Erwachsene, die sich nichts sehnlicher wünschen, als selber noch einmal jung zu sein. Autorin Cornelia Funke stellt jedoch schon ganz am Anfang der Geschichte klar: Erwachsene können sich nicht mehr genau an ihre Kindheit erinnern. Sie haben längst vergessen, wie viel größer ihnen die Welt damals erschien ist und wie klein sie sich manchmal vorgekommen sind.

Schöner Film, geniales Buch

Mit ihrem Buch "Herr der Diebe" machte Cornelia Funke Jahr 2000 erstmals auf sich aufmerksam. Den endgültigen Durchbruch schaffte sie wenig später mit "Tintenherz". Im "Herrn der Diebe" ist keine Figur vollständig gut oder vollständig böse. Sie haben alle ihre guten und schlechten Seiten und erscheinen gerade deshalb "echt" zu sein.

Im Film ist das leider etwas anders, da die Figuren dort ihre Tiefe verlieren. Die Tante und der Onkel sind einfach nur böse und jagen die lieben Kinder. Dadurch ist der Film zwar immer noch spannend, er reicht aber nicht an das Buch heran. Unser Fazit: Der "Herr der Diebe" ist ein schöner Film, den du dir ansehen kannst, wenn du einen netten Nachmittag erleben willst. Das geniale Buch solltest du aber auf jeden Fall zusätzlich lesen. Zu empfehlen ist außerdem das Hörbuch.

letzte Aktualisierung: 02.03.2010

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