Skandinavien/ Der Norden

von Silke Bauerfeind

Fjorde, Seen, Berge, Regen, helle Nächte - das sind häufige Vorstellungen, die mit Skandinavien verbunden werden. Aber der Teil im Norden Europas bietet noch sehr viel mehr und wird in diesem einführenden Artikel kurz als Gesamteinheit vorgestellt. In der Folge könnt ihr euch dann in weiteren Beiträgen genauer über die einzelnen Länder schlau machen.

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In den skandinavischen Ländern Norwegen und Schweden sind Elche weit verbreitet. (Quelle: silke-bauerfeind.com)

Das Kerngebiet Skandinaviens umfasst die beiden Länder Norwegen und Schweden (=skandinavische Halbinsel), weiterhin zählt man Dänemark dazu. Kulturell und sprachlich sind diese Länder eng miteinander verwandt. So gehören die Sprachen der drei Länder als Untergruppe der germanischen Sprachen zu den nordgermanischen Sprachen. Die Skandinavier selbst bezeichnen ihre Heimat einfach als "Norden" und meinen damit auch Finnland, Grönland, Island, die dänischen Färöerinseln, die finnischen Åland-Inseln, das norwegische Spitzbergen und die russische Barentsregion (sie umfasst die Bezirke Murmansk und Archangelsk, Republik Karelien und das autonome Gebiet der Nennez).

Mit rund 750.000 Quadratkilometern ist die skandinavische Halbinsel die größte Europas und trennt die Ostsee vom Nordatlantik. Ihre Küste ist vom südschwedischen Schonen bis zum Nordkap etwa 1.800 Kilometer lang. Finnland schließt sich im Norden an beide Länder an, wird im Westen und Süden vom Bottnischen bzw. Finnischen Meerbusen umgeben und grenzt im Osten an das russische Karelien. Dänemark liegt zwischen Mitteleuropa und der skandinavischen Halbinsel südlich von Norwegen und Schweden. Skandinavien ist flächenmäßig deutlich größer als Deutschland, hat aber weniger Einwohner als Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zusammen. Die meisten Skandinavier leben im südlichen Teil, nördlich des 61. Breitengrades wohnen nur etwa fünf Menschen auf einem Quadratkilometer.

Briksdalsbreen, ein Ausläufer des größten europäischen Festlandgletschers in Norwegen, dem Jostedalsbreen (Quelle: silke-bauerfeind.com)

Dies hat klimatische Gründe, denn nördlich des Polarkreises ist das Wetter rauer, obwohl es in dieser Region der Erde durch den Golfstrom, der an der Westküste Norwegens entlang fließt, gemildert wird. Außerdem geht die Sonne im Winterhalbjahr bis zu 72 Tage überhaupt nicht mehr auf, so dass dunkle Polarnacht oder ständiges Dämmerlicht herrschen. Auch wenn dies im Sommer genau umgekehrt ist - die Sonne geht monatelang nicht mehr richtig unter -, leben deutlich weniger Menschen im äußersten Norden Skandinaviens.

Die Vegetationsgrenze - das ist die Grenze, ab der keine Pflanzen mehr wachsen - zieht sich quer durch Skandinavien. Auch wenn das Pflanzenwachstum von den Höhenlagen der Gebirge abhängt, ist es noch deutlicher an eine Nord-Süd-Abstufung gebunden. Denn die Lichtverhältnisse, die für Pflanzen wichtig sind, unterscheiden sich je nach Breitengraden: Auf der Nordhalbkugel fallen die Sonnenstrahlen in einem immer flacheren Winkel ein und verlieren an Kraft, je nördlicher man sich befindet. Außerdem ist es im äußersten Norden im Winterhalbjahr niemals richtig hell. Einmalig auf der Erde ist Skandinaviens Birkenzone, die man noch oberhalb der letzten Nadelwälder findet. Auch in den Gebirgstälern wachsen Birkenwälder und Weidengestrüpp. Die großen Wälder Skandinaviens werden von Seen und Mooren unterbrochen.

Abtauchender Pottwal in den Gewässern nördlich der Lofoten in Nordnorwegen (Quelle: silke-bauerfeind.com)

Durch die skandinavische Halbinsel ziehen sich auf ganzer Länge ausgedehnte Höhen, die auf der Westseite Norwegens steil zum Meer hin abfallen. Hier ist die Küste mit vielen "Fjorden" durchzogen - so nennt man die Meeresarme, die tief in die gebirgige Landschaft hineinreichen und deren Ufer von steilen Hängen gekennzeichnet ist. Nach Osten hin flachen die Gebirgszüge langsam zu "Fjellen" ab - das sind Gebirgslandschaften oberhalb der Waldgrenze. Sie sind immer noch so hoch gelegen, dass sich kein Baumbestand findet, mit Ausnahme von Birkenbuschwäldern. Das östlich anschließende Gebiet Schwedens und Finnlands ist "kontinental" geprägt - dort gibt es weniger Niederschläge und Bewölkung als im Westen Skandinaviens. Die finnische See wirkt frostverschärfend auf das Klima, so dass die Schneedecke im Süden dieses Landesteils zwar nur etwa 20 Tage, im Norden jedoch bis zu 250 Tage im Jahr liegen bleibt.

Der Fluss Umeälven in Nordschweden (Quelle: silke-bauerfeind.com)

Im südlichen Teil Skandinaviens werden die Wälder größtenteils von den gleichen Tierarten bevölkert wie zum Beispiel in Deutschland - so gibt es dort Rehe, Dachse, Hirsche oder Hasen. An der Küste Norwegens nisten zahlreiche Meeresvögel in den Klippen, auch die vom Aussterben bedrohten See- und Steinadler finden hier geschützte Brutplätze. Im Meer tummeln sich unter anderem Robben und verschiedene Walarten. Auch die Flüsse Skandinaviens sind reich an Fischbestand - vor allem Lachse, Forellen und Hechte pflanzen sich hier fleißig fort. Im Norden Skandinaviens müssen die Tiere dem härteren Klima angepasst sein. Elche und vor allem Rentiere sind hier weit verbreitet, außerdem findet man Schneehühner, Lemminge und Polarfüchse.

Diese Satellitenaufnahme zeigt von links nach rechts die Länder Norwegen, Schweden und Finnland. Rechts an Finnland grenzt im oberen Bildbereich Russland. Links unten befindet sich Dänemark. (Quelle: NASA)


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