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Lexikon: Börse

Eine Börse ist ein Markt, auf dem mit Aktien, Währungen oder Rohstoffen gehandelt wird. Die Preise können sich sekündlich ändern und richten sich stets nach Angebot und Nachfrage.

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Aktien können von jedem Menschen gekauft werden. Bei Aktien handelt es sich um Anteile an Firmen, die Aktiengesellschaften sind. Dies bedeutet, dass dem Käufer einer Aktie ein sehr kleiner Teil der Firma gehört. Ein solcher Käufer nennt sich auch „Aktionär“. Wenn viele dieser Aktionäre glauben, dass eine Firma viel Gewinn machen wird, werden viele Aktien dieser Firma gekauft und ihr Aktienkurs steigt. Wenn die Firma jedoch wirtschaftlich schwächelt, werden die Aktionäre ihre Aktien so schnell wie möglich wieder verkaufen wollen. Der Grund dafür ist, dass die Aktien dann nicht mehr so viel wert sind. So versuchen sogenannte Spekulanten herauszufinden, wann der bestmögliche Zeitpunkt für den Kauf und den Verkauf von Aktien ist. Zudem sind Aktienbesitzer innerhalb eines Unternehmens stimmberechtigt: In speziellen Hauptversammlungen dürfen sie über die Führung des Unternehmens und wichtige Entscheidungen mit abstimmen. Auch bekommen Aktienbesitzer einen Teil des Gewinns, welches das Unternehmen macht. Dies nennt man „Dividende“.

Im Gegensatz dazu kann man auch sogenannte „Wertpapiere“ kaufen, wobei man bei diesen jedoch kein Recht auf Entscheidungen in der Unternehmungsführung und auf Dividenden hat.

Die größten Börsenmärkte befinden sich in New York, London, Frankfurt am Main, Shanghai und Tokio. Der sogenannte „Parketthandel“ findet direkt vor Ort in den einzelnen Börsen statt, wo durch persönliche Gespräche zwischen den einzelnen Börsenmaklern Geschäfte abgeschlossen werden. Dennoch findet der heutige Aktienhandel meist auf telefonischem oder elektronischem Wege statt. Bei Computerbörsen wie Xetra berechnet ein Computerprogramm die Geschäfte und Handelskurse und übernimmt sogar die Kommunikation. Jedoch ist es möglich, dass ein Börsenmakler die Berechnungen und Handlungen über den Computer selbst steuert.

Anders war dies bei den ersten Börsen der Geschichte der Fall. Die erste Börse der Welt wurde im Jahre 1409 in der belgischen Stadt Brügge eröffnet. Wahrscheinlich leitet sich der Begriff „Börse“ von der bekannten Kaufmannsfamilie van der Buerse ab, die zur damaligen Zeit an der Börse von Brügge aktiv war. Eine andere Theorie besagt, dass sich das Wort „Börse“ vom lateinischen „Bursa“, was „Geldsäckchen“ bedeutet, ableitet.

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Die ersten deutschen Börsen entstanden jedoch erst fast 150 Jahre nach der Gründung der belgischen Börse ab 1540 in den Handelszentren Nürnberg und Augsburg, wo die schwerreiche Handelsfamilie Fugger lebte. In dieser Zeit wurde an den Börsen noch mit Rohstoffen, Waren und ausländischen Währungen (sogenannten „Devisen“) gehandelt. Die erste Aktie der Welt gab es im Jahre 1602 in der Börse von Amsterdam. Sie war ein Wertpapier der Niederländischen Ostindischen Kompanie. Ab dem 18. Jahrhundert gab es auch die ersten Wertpapierbörsen in Deutschland. Nun war es möglich, dass mithilfe von vielen Menschen, die Anteile an Unternehmen anhand von Aktien kauften, auch Großprojekte finanziert werden konnten. Die Aktionäre, die ihr Geld in Unternehmen anlegen, nennt man auch „Investoren“. Ein Beispiel für ein Projekt, was ohne eine große Zahl an Geldgebern, die Aktienanteile erwarben, nicht möglich gewesen wäre, war der Bau der großen Eisenbahnen und Schienennetze in den USA des 19. Jahrhunderts.

In dieser Zeit wurde auch das erste Mal mit Warenterminen gehandelt. Dies bedeutet, dass man mit Waren handelte, die noch gar nicht hergestellt worden waren, zum Beispiel mit Getreide. Dies half dabei Preisschwankungen zu vermeiden und Ausgaben besser kalkulieren zu können.

Ist in einer Branche oder sogar auf dem gesamten Börsenmarkt ein Aufschwung auszumachen, so bezeichnet man diesen mit dem französischen Wort „Hausse“, was „Anstieg“ bedeutet. Dieser Börsenaufschwung wird durch einen Bullen symbolisiert. Ein starkes Sinken der Kurse bezeichnet man mit „Baisse“. Dieses Wort ist ebenfalls französisch und heißt „Senke“. Das Symbol eines sinkenden Börsenkurses ist der Bär. Vor der Frankfurter Börse beispielsweise findet man Statuen dieser beiden Tiere.

Die Arbeit an einer Börse ist für die Makler sehr stressig, da sich die Kurse in jeder Sekunde ändern können. Während der Börsenkrach von 1929 an der New Yorker Börse durch einen panikartigen Verkauf von Aktien ausgelöst wurde, kauften zahlreiche Broker (Aktienhändler, die im Auftrag anderer mit Wertpapieren handeln) im Jahre 1999 unzählige Aktien von neuen Technologiefirmen, von denen sehr viele kurze Zeit später wieder pleitegingen. Diese hatten das Geld, was sie durch den Verkauf an Aktien, eingenommen hatten, bereits wieder ausgegeben und erhielten kein weiteres mehr von den Banken. So wurden die Firmen zahlungsunfähig, also insolvent. Dies hatte zur Folge, dass viele Menschen ihr Geld an der Börse verloren, weil ihre Aktien nun wertlos waren.

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letzte Aktualisierung: 28.02.2020

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