Lexikon: Islamismus / Islamischer Fundamentalismus

von Carola Beck und Britta Pawlak

Die Lehren des Islam sind friedlich. Als Islamisten bezeichnet man radikale Muslime, die auch vor Terror und Gewalt nicht zurückschrecken, um den "Heiligen Kampf" zu führen. (Quelle: ekilic/ Photocase.com)

Der Islam ist die zweitgrößte Weltreligion. Das Wort "Islam" ist arabisch und bedeutet Frieden, Unterwerfung, Hingabe und Gehorsam. Bei rund 1,3 Milliarden Muslimen ist es nicht verwunderlich, dass der Koran - die "Heilige Schrift" der islamischen Religion - unterschiedlich ausgelegt wird und es vielfältige Formen gibt, als Moslem zu leben. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland beschreibt den Islam als friedensstiftend, weil er die "Einheit der gesamten Menschheit" lehre. Wie auch im Christentum kann der Anspruch an den "einzig wahren Gott" jedoch auch sehr gefährlich werden. Er kann dazu verleiten, jeden dem Islam zu unterwerfen, ob er will oder nicht.

Es gibt radikale Formen des Islams, bei denen Gläubige nur andere Muslime akzeptieren, während "Ungläubige" oder Andersgläubige ausgeschlossen oder gar verdammt werden. Als "Islamismus" oder auch "Islamischen Fundamentalismus" bezeichnet man eine radikale Auslegung der islamischen Religion: Seine Anhänger streben danach, einen "islamischen Gottesstaat" zu gründen, in welchem die Scharia - die traditionelle islamische Gesetzgebung - wieder Gültigkeit erlangt. Sie stützen sich auf den "Dschihad", das ist der im Koran beschriebene Kampf oder "Heilige Krieg". Darin sollen die Gläubigen dem Islam "zum Sieg verhelfen über alles, was es (sonst) an Religion gibt" (Sure 9, 33)... "Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden (die Ungläubigen), wo immer ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf" (Sure 9, 5). In der Geschichte unterschieden gläubige Muslime zwischen der "islamischen Welt" und der "Welt des Krieges, die es noch zu erobern gilt".

Vor allem die Lebensweise in der "westlichen Welt" (wie in den USA und den europäischen Ländern) wird als "verdorben" angesehen - der Westen ist das große Feindbild der Islamisten, also der radikalen Anhänger des Islams. Sie missbrauchen den Abschnitt über den Dschihad, um zum Beispiel als terroristische Selbstmordattentäter Menschen mit in den Tod zu reißen. Der Dschihad, der allumfassende Einsatz mit Leben und Gut für Allah, ist mit dem Versprechen verbunden, dass Gott dies belohnt. Nur eine radikale Minderheit beruft sich darauf - die Mehrheit der Muslime lehnt den Terror in Übereinstimmung mit ihrer Religion ab. Moderne Moslems, die die Lehre des Islam zum Beispiel in Deutschland verbreiten, legen den Dschihad dagegen so aus, dass dies ein tägliches Bemühen um ein aufrichtiges und ein rechtes Leben sei.

letzte Aktualisierung: 17.10.2011

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