Maria Himmelfahrt - Hochfest der katholischen Kirche

Das älteste Marienfest wird jährlich am 15. August gefeiert

von Lena Borgschulze

Maria Himmelfahrt ist ein Feiertag der katholischen Kirche und wird jährlich am 15. August gefeiert. An diesem Tag wird der außergewöhnlichen Aufnahme der Jungfrau Maria in den Himmel gedacht. Nach christlichem Glauben wurde die "Heilige Mutter Gottes" nämlich direkt nach ihrem Tod mit Körper und Seele in den Himmel aufgenommen. Was genau steckt hinter dem Feiertag und warum ist er in der katholischen Kirche so wichtig?

Gemälde "Himmelfahrt Mariae" von dem Barock-Maler Peter Paul Rubens (1577-1640). Heute kann man es im Museum Kunstpalast in Düsseldorf bewundern. (Quelle: "museum kunst palast", Düsseldorf)

Die Geschichte des christlichen Festtags "Maria Himmelfahrt" (auch "Mariä Himmelfahrt") reicht einige Jahrhunderte zurück. Maria wird auch "Heilige Mutter Gottes" genannt, weil sie nach christlichem Glauben den Heiland Jesus Christus gebar. Nachdem ihr im Jahr 431 nach Christus der Titel "Gebärerin Gottes" zugesprochen wurde, feierte man das Fest der Aufnahme Marias in den Himmel erstmals im Jahr 451 nach Christus in der Ostkirche. Ein Jahrhundert später wurde in Jerusalem der "Tag der Gottesmutter" eingeführt.

Ein weiteres Jahrhundert verging, bis der oströmische Kaiser Mauritius (582 bis 602 nach Christus) den Feiertag als bindend vorschrieb. Erst im 7. Jahrhundert, weitere 100 Jahre waren vergangen, wurde Marias Fahrt in den Himmel auch von der Westkirche in Rom übernommen und dem 15. August zugeschrieben. Ein Jahrhundert später wurde der Feiertag schließlich auch in Deutschland eingeführt. 1950 wurde Mariä Himmelfahrt von Papst Pius XII. als "offizieller Lehrsatz" erklärt. Heutzutage wird der Festtag auch "Entschlafung Marias" genannt, weil die heilige Maria direkt nach ihrem Tod in den Himmel aufgenommen worden sein soll. Er wird von verschiedenen christlichen Kirchen wie den Katholiken, Anglikanern, der (Syrisch-)Orthodoxen oder den Maroniten gefeiert.

Neben Bayern und dem Saarland ist Maria Himmelfahrt in Deutschland vorwiegend in katholischen Gemeinden ein gesetzlicher Feiertag. Außerdem wird der Tag in Österreich, Liechtenstein, in Teilen der Schweiz, Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Portugal, Slowenien, Spanien, Griechenland, Georgien, Rumänien und Zypern gefeiert. In der katholischen Kirche leitet Maria Himmelfahrt die "Frauendreißiger" ein. Dieser Begriff bezeichnet die 30 Tage, in denen vielerorts Marienprozessionen, -gebete und -wallfahrten begangen werden. Wichtige Gedenktage in diesem Zeitraum sind neben Mariä Himmelfahrt der 8. (Marias Geburt) und der 12. September (Mariä Namen).

Bedeutung des Feiertags

Gottesdienst zum Festtag Mariä Himmelfahrt der Herz Mariä Bruderschaft (Quelle: pfatter / flickr.com, CC BY 2.0)

Maria Himmelfahrt stellt für die katholische Kirche ein "Hochfest" dar. Das bedeutet, dass der Tag wichtige Glaubensbestandteile beinhaltet und eine besonders bedeutsame heilige Person verehrt wird. Darüber hinaus bezeichnet der Begriff Hochfest einen Festtag mit höchstem liturgischem Rang - als "Liturgie" bezeichnet man die Ordnung und Reihenfolge von Bräuchen und Zeremonien im Gottesdienst.

Der Name "Mariä Himmelfahrt" ist abgeleitet von der lateinischen Bezeichnung "assumptio Beatae Mariae Virginis", übersetzt heißt das: Aufnahme der heiligen Jungfrau Maria. Der Überlieferung nach ist Maria am Berg Zion ein Engel erschienen, der ihr ihren Tod verkündete. Auf Marias Wunsch hin wurden die Apostel auf Wolken zu ihr gebracht und standen an ihrem Sterbebett.

Am 15. August jeden Jahres feiert die christliche Kirche Maria als ersten Menschen nach Jesus Christus, der nach dem Tode auferweckt wurde und sich nicht - wie alle anderen Verstorbenen - dem Jüngsten Gericht stellen musste, bevor er zu Gott in den Himmel aufgenommen wurde. Maria als "Mutter Gottes" ist nach dem Glauben der katholischen Kirche frei von jeder Sünde, so dass sie nach ihrem Tod unmittelbar mit Körper und Seele Gott im Paradies gegenübertreten konnte. So soll Maria Vergöttlichung erfahren haben. Vielen dient die Himmelfahrt der Jungfrau Maria auch als Erklärung dafür, dass es keine Grabstätte und keine Reliquien von ihr geben könne. "Reliquien" (aus dem Lateinischen übersetzt "Überbleibsel") nennt man Gegenstände, die der Verehrung Heiliger dienen - wie etwa Körperteile oder persönliche Besitztümer der heiligen Person.

Woher stammt die Überlieferung?

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Dieses Gemälde stellt ebenfalls die Aufnahme Marias in den Himmel dar. Es wurde von Charles Le Brun (1619-1690) gemalt und ist heute im Palastmuseum Wilanów ausgestellt. (Quelle: ed. Jerzy Zmudzinski )

arias Aufnahme in den Himmel ist biblisch nicht belegt. Neben der Weihnachtsgeschichte im Lukas- und Matthäusevangelium sind überhaupt nur wenige Inhalte über die heilige Jungfrau in der Bibel zu finden. Dennoch wird Maria in der römisch-katholischen Kirche stark verehrt. Weil Marias außergewöhnliche Himmelfahrt nicht schriftlich festgehalten ist, wird ihre Aufnahme in den Himmel von Christis Himmelfahrt unterschieden. Um dem Ausdruck zu verleihen, werden beispielsweise im Lateinischen für die beiden Festtage zwei unterschiedliche Bezeichnungen verwendet: "Ascensio Christi" (Auffahrt Christi in den Himmel) und "Assumptio Mariae" (Aufnahme Marias in den Himmel).

Dass in der Heiligen Schrift wenig über Maria zu finden ist und es keinen Nachweis über den Hergang ihres Todes gibt, ließ die "Mutter Gottes" umso geheimnisvoller erscheinen und trug teilweise sogar noch zu ihrer Verehrung bei. Es liegen außerdem Legenden vor, die Informationen über sie preisgeben. So berichtet Cäsarius von Heisterbach im Jahr 1216 nach Christus von einer Vorstellung, die bereits im 2. Jahrhundert verbreitet war. Demnach wurde Marias Leichnam von Engeln in den Himmel begleitet, während die Apostel, die sich am nun leeren Grab der Frau befanden, der schwebenden Maria nachblickten. Einer weiteren Erzählung aus dem 13. Jahrhundert, die so genannte "Legenda aurea" (übersetzt "Goldene Legende"), ist zu entnehmen, Marias Leichnam sei auf Befehl eines Engels eine Palme vorausgetragen worden. Außerdem sei Christus selbst wenige Tage nach Marias Tod erschienen und habe auf der Erde einen blumenähnlichen Duft hinterlassen.

Einer anderen Legende zufolge haben die Jünger wiederum in Marias Grab nur Blüten und Kräuter, nicht aber ihren toten Körper vorgefunden, als sie es öffneten. Glaubt man der Tradition, so liegt der Ort, an dem Maria in den Himmel aufgefahren ist, in Jerusalem. Auf jenem Berg "Zion" befindet sich heute ein Kloster, in dem deutsche Benediktinermönche ihrem Glauben nachgehen. Aus all diesen Überlieferungen lassen sich die Traditionen und Bräuche zu Mariä Himmelfahrt erklären.

Bräuche und Traditionen zum Festtag

Kirchliche Darstellung der Himmelfahrt Marias (Quelle: Hans Heindl / pixelio.de)

Neben den Legenden, die immer wieder Blumen und Kräuter im Zusammenhang mit Marias Tod erwähnen, ist die Entstehung der Traditionen und Bräuche zum Marienfest auch auf das Hohelied zurückzuführen, das im Alten Testament der Bibel zu finden ist. Darin ist zu lesen, Maria sei als "Blume des Feldes und Lilien in den Tälern" (Hohelied 2) verehrt worden. Außerdem wurde Maria seit dem 5. Jahrhundert als "guter und heiliger Acker" bezeichnet. Da der 15. August in der Zeit liegt, in der besonders reich geerntet wird, liegt außerdem eine Verbindung zu Pflanzen und zur Ernte nahe.

In der katholischen Kirche ist es daher bis heute Brauch, zu Maria Himmelfahrt eine Kräuterweihe abzuhalten. Im Gottesdienst werden verschiedene Kräuter, wie beispielsweise Johanniskraut, Arnika, Baldrian, Tausendgüldenkraut, Frauenmantel oder Augentrost zu Sträußen zusammengebunden und geweiht. Die Anzahl der Kräuter, die für die Sträuße verwendet werden, unterscheidet sich. Entweder ist die Anzahl "drei", "neun" oder mitunter "zwölf" - auch in den letzten beiden Ziffern ist stets die Zahl drei enthalten (9=3x3 und 12=3x4), die für das Mächtige und den Segen steht. Manchmal werden auch sieben verschiedene Kräuter verwendet, da die Zahl für die "sieben Sakramente" der römisch-katholischen Kirche steht.

Früher wurden die Bündel nach dem Gottesdienst von gläubigen Menschen in ihren Häusern an der Wand oder über der Tür aufgehängt. Der Mischung der Kräuter wurde nachgesagt, sie könne allerlei Positives bewirken. Sie sollte nicht nur vor Krankheit und Unheil schützen, sondern darüber hinaus auch kranke Tiere heilen. Bei starkem Gewitter streuten die Menschen die Kräutermischung in ein offenes Feuer im Kamin, um sich vor Blitzeinschlägen zu schützen. Auf die Särge von Toten legten die Hinterbliebenen Kreuze, die sie aus geweihten Kräutern zusammensteckten.

In ländlichen Gegenden wird Maria Himmelfahrt wegen des Kräuterbrauchs auch "Unser Frauen Würzweih" oder "Büschelfrauentag" genannt. Um Kindern eine Freude zu machen, schenkte man ihnen an Mariä Himmelfahrt Wal- oder Haselnüsse, die sie dann "Mariennüsse" nannten.

letzte Aktualisierung: 24.08.2016

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