Lexikon: Wirtschaftssektoren

In den westlichen Ländern wie Deutschland gibt es immer weniger Beschäftigte im primären Sektor, in dem die noch unverarbeiteten Güter direkt aus der Natur gewonnen werden. Dazu gehören zum Beispiel Tätigkeiten in der Landwirtschaft. (Quelle: berggeist007 / pixelio.de)

In der Wirtschaft werden die Industrie und das Gewerbe in verschiedene Bereiche unterteilt, in so genannte Sektoren. Dieser Begriff lässt sich von dem lateinischen Wort "sector" ableiten und bedeutet wörtlich übersetzt "etwas, das schneidet". Ein Sektor ist also ein Ausschnitt, man kann auch sagen ein Bereich. In der Wirtschaft unterscheidet man zunächst drei verschiedene Sektoren.

Der erste, der Primärsektor (primär bedeutet erste/r), umfasst die ursprüngliche Produktion, auch Urproduktion genannt. Das bedeutet, dass in diesem Bereich die Rohstoffe für die weitere Verarbeitung abgebaut und geliefert werden. Hier geht es also um die Beschaffung der noch unverarbeiteten Güter direkt aus der Natur. Zum ersten Sektor gehören Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft, Jagd und Gewinnung von Bodenschätzen, wie zum Beispiel Kohle. Der Primärsektor ist deshalb mit viel körperlicher Arbeit verbunden. Man sagt auch, der Sektor ist "arbeitsintensiv". In den ärmeren "Entwicklungsländern" ist dabei der Anteil an Menschen, die im Primärsektor arbeiten, höher als in den Industriestaaten wie etwa Deutschland oder USA.

Der zweite, der Sekundärsektor (sekundär heißt zweite/r), wird auch industrieller Sektor genannt. Wie der Name schon verrät, steht die Industrie im Mittelpunkt. Hier werden die Rohstoffe des ersten Sektors weiterverarbeitet. Neben der Industrie zählen auch das Handwerk, die Energie- und Wasserversorgung und das Baugewerbe zu diesem Bereich. Der Sekundärsektor benötigt also viele Maschinen und die Rohstoffe zur Weiterverwendung. Damit ist dieser Wirtschaftssektor "material- und kapitalintensiv". Denn die Rohstoffe und die Maschinen zur Verarbeitung müssen erworben werden. Es muss viel Kapital, also Geld, aufgebracht werden.

Der Tertiärsektor (tertiär bedeutet dritte/r) wird auch Dienstleistungssektor genannt. In dem dritten Bereich werden die Güter verteilt und verbraucht. Alle Berufe, die nicht den ersten beiden Sektoren zugeteilt werden können, fallen unter diesen Bereich. Banken, Handel, Verwaltungen, Ärzte, Journalisten, Anwälte, Gastgewerbe, Versicherungen, Kulturschaffende und viele weitere bilden den Dienstleistungssektor. Damit ist dieser Sektor vor allem sehr personalintensiv, man benötigt also viele Arbeitskräfte. In Deutschland sind die meisten Menschen im Tertiärsektor beschäftigt, gefolgt von der Industrie. Die wenigsten sind in der Urproduktion tätig.

Zum Teil spricht man in der modernen Wirtschaftstheorie von einem vierten Sektor, dem Quartärsektor, der auch Informationssektor genannt wird. Die Verwendung des Begriffs ist aber nicht einheitlich. Nach einer Definition fallen darunter solche Tätigkeiten aus dem Tertiärsektor, die viel Verantwortung erfordern oder hohe geistige Fähigkeiten voraussetzen - etwa Beratungstätigkeiten wie Rechtsanwalt, Wirtschaftsberater, Heil- und Erziehungsberufe oder Berufe in der Informations- und Spitzentechnologie wie Computer- oder Biotechnik. Einige sehen den Informationssektor allgemein als Oberbegriff für den stetig anwachsenden Bereich der Informationsdienstleistungen, also Tätigkeiten, in denen es um die Erstellung, Vermittlung oder den Verkauf von Wissen und Daten geht. Diese nehmen in den westlichen Gesellschaften einen immer höheren Stellenwert ein, weshalb einige Theoretiker von der Wandlung zu "Informationsgesellschaften" sprechen.

letzte Aktualisierung: 20.07.2014

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