Lexikon: Kinderhandel

von Tanja Lindauer

Du kannst dir bestimmt nicht vorstellen, dass deine Eltern dich an einen Händler verkaufen würden. In anderen Teilen der Welt werden jedoch jedes Jahr über eine Million Kinder verkauft, vor allem in sehr armen Ländern. Die Eltern dieser Kinder sind sehr arm und müssen um das eigene Überleben kämpfen. Ein Zuhause haben sie meistens nicht, sie leben auf der Straße und besitzen nur das, was sie am Körper tragen. Sie benötigen dringend Geld und sind sehr verzweifelt. Daher verkaufen sie ihr eigen Fleisch und Blut an Menschenhändler. Viele von ihnen haben keine andere Wahl, wenn sie weiter überleben möchten. Die Eltern geben ihre Kinder also nicht weg, weil sie diese nicht lieben oder genug von ihnen haben, sondern weil sie keinen anderen Ausweg sehen.

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Leider sind solche Menschenhändler alles andere als kinderfreundlich und hilfsbereit. Sie haben nur ihren eigenen Vorteil im Sinn und sind Verbrecher, die die Notsituationen anderer Menschen schamlos ausnutzen. Meistens gaukeln sie den Eltern vor, dass sie die Kinder in ein anderes Land schicken, wo sie ein besseres Leben führen würden, als ihre Eltern es ihnen ermöglichen könnten. Wenn die Eltern dann einwilligen und ihre Kinder in die Obhut der Menschenhändler übergeben, werden sie oft auch noch betrogen. Sie bekommen entweder sehr wenig Geld oder gar keines. Die Kinder werden jedoch nicht in andere Länder geschickt, wo es ihnen dann besser geht, sondern sie müssen harte Arbeit verrichten. Sie werden zu Kinderarbeitern. In Westafrika werden Kinder auch häufig in andere afrikanische Länder verschifft. Dort werden sie dann an Menschen verkauft, die für sie viel Geld bieten. Die Verkauften müssen dann zum Beispiel auf Bananenplantagen arbeiten und schwerste körperliche Arbeiten verrichten.

Aber auch auf Kleinkinder und Babys haben es die Menschenhändler abgesehen. Paare in Europa und in den USA, die keine eigenen Kinder bekommen können, kaufen manchmal von ihnen Kinder ab. Normalerweise könnten diese Paare ein Kind aus einem Waisenhaus adoptieren. Manche von ihnen sind aber zu ungeduldig und es dauert ihnen zu lange (eine Adoption kann sich ganz schön in die Länge ziehen). Also wenden sie sich an Menschenhändler, auch wenn sie wissen, dass das verboten ist. Zwar haben die Kinder dann ein besseres Leben, aber sie wurden von ihren leiblichen Eltern getrennt, was überhaupt nicht schön ist.

1921 wurde ein internationales Abkommen geschlossen, das den Kinderhandel unter Strafe stellt. In Deutschland werden Kinderhändler mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft, denn der Kinderhandel ist ein sehr schweres Verbrechen.

Die UNICEF hat daher 2002 eine Aktion ins Leben gerufen, welche unter dem Motto „Kinder sind unverkäuflich“ steht. Sie will versuchen, den Kinderhandel weltweit zu bekämpfen. Die Mitglieder der UNICEF gehen aktiv gegen den globalen Kinderhandel vor und sie fordern harte Strafen für Menschenhändler. Damit Eltern ihre Kinder gar nicht erst verkaufen müssen, versuchen Organisationen wie UNICEF und terre des hommes den betroffenen Eltern zu helfen und deren größte Not zu lindern.

Co-Autorin: Britta Pawlak
letzte Aktualisierung: 06.11.2014

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