Die Alpen zu Besuch in Japan

von Kai Hirschmann - 21.03.2005

Im japanischen Ort Aichi öffnete im März 2005 die Weltausstellung "Expo" ihre Pforten, auf der sich alle Länder dieser Erde bis zum 25. September präsentieren konnten. Die Schweiz hat gleich einen ganzen Alpen-Berg samt Almhütte nach Japan verfrachtet. Doch statt Heidi gibt es im Berg Albert Einsteins Schweizer Pass zu bewundern. Deutschland zeigt, was der Mensch von der Natur lernen kann. Und im österreichischen Pavillon dürfen die Besucher Wiener Walzer tanzen.

Die Weltausstellung bietet Kultur und Unterhaltung. Expo 2005: Im Family Ai-Land gab es viele Karussells und Fahrgeschäfte für Kinder. (Quelle: Expo 2005, Aichi, Japan)

Vielleicht hast du ja vor fünf Jahren die "Expo 2000" in Hannover besucht. Jetzt ist Japan an der Reihe und hat seine Ausstellung unter das Motto "Die Weisheit der Natur" gestellt. Die Besucher sollen sich über alle Länder dieser Welt in den so genannten "Länderpavillons" informieren können. Außerdem bekommen Familien ein großes Unterhaltungsprogramm geboten.

Für Kinder gibt es eine Roboterstadt, Riesenräder, Schwebebahnen und einen Wasserpark. Eine Sonderausstellung über den "Ur-Elefanten", das Mammut, soll zudem viele kleine und große Besucher anziehen. Das ganze Ausstellungsgelände liegt in einem Wald. Dort können die Besucher ausspannen und nebenbei etwas über die Tiere und Pflanzen des Waldes lernen.

Erlebnismuseen der Länder

Das Gelände der Expo von oben. (Quelle: Expo 2005, Aichi, Japan)

Für alle, die sich für die neueste Technik aus aller Welt interessieren, ist das Herzstück der Weltausstellung interessant: die Länderpavillons.

Hier haben die meisten großen Länder ein eigenes Erlebnismuseum gebaut. Mal dürfen die Besucher in einem 3D-Kino alles über ein Land erfahren. Ein anderes Land präsentiert sich, indem die Besucher in eine Kapsel steigen dürfen, die dann durch die fremde Landschaft fährt.

Manche Pavillons sehen total verrückt aus und sind schon ein Erlebnis für sich. Jedes Land möchte der Welt zeigen, wie schön es dort ist - und welche tollen Erfindungen seine Einwohner gemacht haben.

Auf der Karte siehst du Japan. Das Gebiet um die Expo 2005 ist rot eingezeichnet. (Quelle: http://www.dynamic-switzerland.jp)

Die Expo soll zeigen, auf welche Art sich Natur und Fortschritt unter einen Hut bringen lassen. Die Weltausstellung zeigt Visionen für eine schönere Welt und soll Hoffnungen auf eine bessere Zukunft wecken. Dazu tragen auch Naturschutzorganisationen bei, die ihre Ideen in eigenen Pavillons präsentieren können.

Nun interessiert es dich bestimmt, wie sich dein Heimatland auf der Expo in Japan präsentiert. Hier zeigen wir dir, womit die Länderpavillons von Deutschland, Österreich und der Schweiz die Besucher in ihren Bann ziehen wollen.


Deutschland: "Erlebniswelt Bionis"

In einer Glaskapsel fahren die Besucher auf dem Rhein - von der Quelle bis zum Meer, vorbei an Burgen, Schlössern und einem riesigen Windräder-Park. (Quelle: Köln Messe)

Der deutsche Pavillon soll zeigen, wie gut Natur und Technik zusammenspielen können. Bei vielen technischen Erfindungen haben sich die Wissenschaftler ihre Ideen von der Natur abgeschaut. Das nennt man "Bionik".

So perlt zum Beispiel an einem Lotusblatt Schmutz ab. Daraus haben Wissenschaftler selbst-reinigende Oberflächen entwickelt, die schon in vielen Produkten eingesetzt werden. Ein anderes Beispiel sind Schwimmanzüge. Hier haben sich Forscher die Eigenschaften der Haifischhaut abgeguckt.

Diese und viele weitere Erfindungen, die sich an der Natur orientieren, können die Gäste des deutschen Pavillons in Japan bestaunen. Dafür steigen je sechs Besucher in eine Glaskapsel (siehe Bild) und tauchen dann ein ins Wasser, fliegen durch die Luft und fahren über Land - vorbei an bionischen Erfindungen. Zwischendurch sehen die Besucher deutsche Sehenswürdigkeiten.


Schweiz: "Der Berg"

Hier siehst du die Oberfläche des Schweizer Pavillons in Japan. Sie sieht wirklich aus wie eine Alpen-Landschaft! (Quelle: http://www.dynamic-switzerland.jp/)

Die Schweiz hat sich etwas ganz besonderes überlegt: Die Organisatoren des Schweizer Pavillons haben mal so eben die Alpen mit nach Japan gebracht.

Das Gebäude ist ein begehbares, offenes Kunstwerk. Er sieht nicht nur aus wie ein Berg - in seinem Inneren dreht sich auch alles um die felsige Alpen-Landschaft.

Hier lernen die Besucher viel über die Entstehung von Gebirgen und über das Leben auf dem Berg. Dafür haben die Organisatoren auch eine echte Almhütte aufgebaut. Sogar Kuhglocken sind aus lautsprechern zu hören.

Nur die in Japan wohl berühmteste Schweizerin fehlt: Heidi. Schließlich will sich die Schweiz als modernes Land präsentieren und nicht so sehr die alten Klischees bestätigen. Im Berg ist auch der original Schweizer Pass des bekanntesten Wissenschaftlers des 20. Jahrhunderts ausgestellt: Albert Einstein.


Österreich: "Die Kunst des Lebens"

Österreichs Pavillon begrüßt die Besucher mit einem riesigen Alpen-Panoramabild. (Quelle: Trecolore Architects)

Österreichs Pavillon zeigt seinen Gästen "die Kunst des Lebens". Von außen begrüßt ein riesiges Alpenbild über dem Eingang die Besucher.

Und drinnen erwartet die Gäste dann eine Schlittenfahrt. Außerdem dürfen die Besucher in einem Tanzsaal unter großen Kronleuchtern Walzer tanzen - fast so, wie auf dem berühmten Wiener Opernball. Wer dann müde ist, kann an einer großen Bar, die ganz aus Eis besteht, ausruhen und ein kühles Getränk genießen.

letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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