Thema: V & Z ... wo bleibt da Platz für die Gegenwart?

(12 Postings)

Luzífer (Gast) (16) aus

schrieb :

#1

Früher hatte sie Angst vor der Dunkelheit.

Sie konnte nicht schlafen wenn die Tür zum Flur geschlossen war und bekam heulkrämpfe wenn sie alleine durch die Nacht laufen musste um zum Beispiel auf Toilette zu gehen.

Auch konnte sie zeitweise das Badezimmer nicht verlassen ehe die Spülung der Toilette nicht verklungen war.

An besonders schlimmen Tagen zwang ihr Hirn sie, auf den Badewannenrand zu springen bis die Spülung schwieg.

Es gab Tage an denen verdeckte sie ihre Haare unter Kopftüchern und versteckte es in dicken Zöpfen unter Kapuzen.

Ihr Haar musste nicht fettig sein, sie schützte es auch nicht vor dem Regen, aber sie fühlte sich wohler, so eingepackt, obwohl sie nicht sagen konnte, wovor sie Angst hatte, aber doch, es war Angst die sie dazu zwang, all diesen Ticks und Angewohnheiten und Zwängen zu unterliegen.

Lange konnte die anderen Menschen nicht in die Augen sehen und starrte ständig auf den Boden.

Das war die Zeit in der sie anfing, an den Fingernägeln zu knabbern.

Ihre Mutter legte in diesen Jahren viele wertvollen Bücher in den Halter im Badezimmer, und sie gab immer vor, die Bücher nicht zu lesen, doch sie tat es doch.

Und es waren bescheuerte Tipps.

Sprechen vor dem Spiegel üben und so.

Sie folgte den Anweisungen nicht, setzte sich aber fortan öfter vor den Spiegel und starrte sich selbst in die Augen.

Irgendwann schaffte sie es, sich selbst nicht mehr auszuweichen, und fortan sah sie immer auf die Nase der anderen.

Trotzdem ging es ihr schlecht.

Besieht man sich heute ihre Finger so sieht man kaputte Haut, Risswunden, viel zu kurze Nägel.

Als sie damals lernte, den Leuten auf die Nase zu sehen, wurde es besser.

Ticks und Zwänge wurden schwächer und verabschiedeten sich, sie sah nicht mehr so oft auf den Boden.

 

Seit einiger Zeit kehren die Zwänge zurück.

Sie hat Angst auf Holzboden zu stehen wenn die Spülung verklingt.

Sie fasst auch keine öffentlichen Türen/Wasserhähne/Stühle an. Unbewusst.

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Luzífer (Gast) (16)

schrieb :

#12

Zitat von: olivchen

 

1. Kann man eine Zukunft auf ein mit Angst gefülltes Loch aufbauen?

2. Wäre es nicht besser vor der Zukunft das Loch zu zumachen?

3. Was würde es bedeuten das Loch zumachen zu müssen?

1. Nein.

2. Ja

3. genau das ist der Schwachpunkt. Sie hat keine Ahnung :-)

 

aus einem Kuhkaff in Deutschland

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05.02.2011

olivchen - Avatar

olivchen (18) aus einem Kuhkaff in Deutschland

Postings: 786

Mitglied seit 05.02.2011

schrieb :

#11

Zitat von: Luzífer

Da ist es wieder,

dieses Loch in ihr.

Obgleich es gut aussah, verschwunden war, das interessiert es nicht.

Es sitzt wieder in ihr,

füllt sie randvoll

mit Schmerz.

 

Es ist ein Kampf dem sie sich nicht stellt;

der Einsatz ist zu hoch.

Schule, Zukunft, ihr Abschluss, ihre Noten, ihr Zeugniss;

all das stände an der Klippe

und würde sie nur einen falschen Schritt tun

bräche es in sich zusammen.

 

Kann man eine Zukunft auf ein mit Angst gefülltes Loch aufbauen?

Wäre es nicht besser vor der Zukunft das Loch zu zumachen?

Was würde es bedeuten das Loch zumachen zu müssen?

Luzífer (Gast) (16)

schrieb :

#10

Da ist es wieder,

dieses Loch in ihr.

Obgleich es gut aussah, verschwunden war, das interessiert es nicht.

Es sitzt wieder in ihr,

füllt sie randvoll

mit Schmerz.

 

Es ist ein Kampf dem sie sich nicht stellt;

der Einsatz ist zu hoch.

Schule, Zukunft, ihr Abschluss, ihre Noten, ihr Zeugniss;

all das stände an der Klippe

und würde sie nur einen falschen Schritt tun

bräche es in sich zusammen.

 

 

Luzífer (Gast) (16)

schrieb :

#9

Diese Welt ist ihr so fremd, an manchen Tagen.

Dann liegt sie im Bett und wundert sich über das Geschrei vor ihrem Fenster, betrachtet das Sonnenlicht das sich in ihrem Spiegel bricht und zeichnet die Adern auf ihrem Arm nach, die unter der Haut hervorleuchten.

Dann hört sie Lieder, sanft und zart und agressiv, dann denkt sie nach und weiß nicht recht was sie hier zu suchen hat.

Oft sehe ich sie an solchen Tagen an ihrem Fenster auf der Fensterbank sitzen, eine heiße Tasse Tee in den Händen, den Kopf ans Glas gelehnt.

Man könnte meinen ihr Blick wäre in der Vergangenheit versunken, man könnte denken sie wäre garnicht Teil dieser Welt, wie sie da so sitzt und ihren Tee nicht trinkt.

An solchen Tagen tut sie nichts, sitzt stundenlang dort drüben und betrachtet die schwarzen Autos, den Regen.

Ich weiß, das sie Unwetter liebt, denn ich bin einmal Nachts aufgewacht vom Donner, und habe hinaus gesehen, ob der Baum am Ende der Straße noch steht.

Und da saß sie an ihrem Fenster, den Kopf zum Himmel gewandt, ich sah ihren Schatten dort hocken wenn es blitzte.

Sie lächelte.

 

Luzífer (Gast) (16)

schrieb :

#8

Zitat von: *LilaZuckerCookie*

Ich hätte mich vielleicht davor erkundigen sollen, was Authismus wirklich ist.

Hättest du. Und solltest du dir vielleicht angewöhnen, das würde dir und anderen Unannehmlichkeiten ersparen.

*L**** (abgemeldet) - Avatar
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*L**** (abgemeldet) (19)

schrieb :

#7

Mmh ist dachte Authismus wäre n bischen was andres, mir wurde es so erklärt, dasses Menshcne sind die nur sehr sehr langsam Vertrauen zu Menshcne aufbauen können, sich fats schon selsbt hassen, sich oft nicht trauene andren Menshcne in die Augen zu schaun, udn oft von sich in der 3.Person reden.

Ich hätte mich vielleicht davor erkundigen sollen, was Authismus wirklich ist. Es tut mir leid!

Luzífer (Gast) (16)

schrieb :

#6

Zitat von: Priesterin einer Sandburg

Autismus wird von der Weltgesundheitsorganisation zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen gerechnet. Er wird von Ärzten, Forschern, Angehörigen und Autisten selbst als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben, die sich schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht. Andere Forscher[1] und Autisten beschreiben Autismus als angeborenen abweichenden Informationsverarbeitungsmodus, der sich durch Schwächen in sozialer Interaktion und Kommunikation sowie durch stereotype Verhaltensweisen und Stärken bei Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Intelligenz zeigt.

 

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Autismus)

@ lilazuckercookie:

Ich hoffe nicht, das du immernoch meinst, was du fragtest.

Meine Freundin ist ein ganz normales Mädchen.

Nicht tiefengestört.

 

Pr**** (abgemeldet) - Avatar
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Pr**** (abgemeldet) (20)

schrieb :

#5

Autismus wird von der Weltgesundheitsorganisation zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen gerechnet. Er wird von Ärzten, Forschern, Angehörigen und Autisten selbst als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben, die sich schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht. Andere Forscher[1] und Autisten beschreiben Autismus als angeborenen abweichenden Informationsverarbeitungsmodus, der sich durch Schwächen in sozialer Interaktion und Kommunikation sowie durch stereotype Verhaltensweisen und Stärken bei Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Intelligenz zeigt.

 

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Autismus)

Luzífer (Gast) (16)

schrieb :

#4

@LilaZuckercookie:

Den Begriff muss ich bald mal nachschlagen, dann antworte ich.

 

@ Vineuro:

Ja, ich kenne dieses Mädchen wirklich. Sie ist meine beste Freundin.

Vi**** (abgemeldet) - Avatar
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Vi**** (abgemeldet) (17)

schrieb :

#3

Zitat von: Luzífer

Früher hatte sie Angst vor der Dunkelheit.

Sie konnte nicht schlafen wenn die Tür zum Flur geschlossen war und bekam heulkrämpfe wenn sie alleine durch die Nacht laufen musste um zum Beispiel auf Toilette zu gehen.

Auch konnte sie zeitweise das Badezimmer nicht verlassen ehe die Spülung der Toilette nicht verklungen war.

An besonders schlimmen Tagen zwang ihr Hirn sie, auf den Badewannenrand zu springen bis die Spülung schwieg.

Es gab Tage an denen verdeckte sie ihre Haare unter Kopftüchern und versteckte es in dicken Zöpfen unter Kapuzen.

Ihr Haar musste nicht fettig sein, sie schützte es auch nicht vor dem Regen, aber sie fühlte sich wohler, so eingepackt, obwohl sie nicht sagen konnte, wovor sie Angst hatte, aber doch, es war Angst die sie dazu zwang, all diesen Ticks und Angewohnheiten und Zwängen zu unterliegen.

Lange konnte die anderen Menschen nicht in die Augen sehen und starrte ständig auf den Boden.

Das war die Zeit in der sie anfing, an den Fingernägeln zu knabbern.

Ihre Mutter legte in diesen Jahren viele wertvollen Bücher in den Halter im Badezimmer, und sie gab immer vor, die Bücher nicht zu lesen, doch sie tat es doch.

Und es waren bescheuerte Tipps.

Sprechen vor dem Spiegel üben und so.

Sie folgte den Anweisungen nicht, setzte sich aber fortan öfter vor den Spiegel und starrte sich selbst in die Augen.

Irgendwann schaffte sie es, sich selbst nicht mehr auszuweichen, und fortan sah sie immer auf die Nase der anderen.

Trotzdem ging es ihr schlecht.

Besieht man sich heute ihre Finger so sieht man kaputte Haut, Risswunden, viel zu kurze Nägel.

Als sie damals lernte, den Leuten auf die Nase zu sehen, wurde es besser.

Ticks und Zwänge wurden schwächer und verabschiedeten sich, sie sah nicht mehr so oft auf den Boden.

 

Seit einiger Zeit kehren die Zwänge zurück.

Sie hat Angst auf Holzboden zu stehen wenn die Spülung verklingt.

Sie fasst auch keine öffentlichen Türen/Wasserhähne/Stühle an. Unbewusst.

Ist das eine deiner Geschichten oder kennst du dieses Mädchen wirklich?

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