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Crazy Machines - Neues aus dem Labor

von Christian Kohlstruk

Findige Geschäftsleute haben sich einiges einfallen lassen, um (über-)aktiven Kindern und Jugendlichen passende Spiele anbieten zu können. Experimentierkästen mit verschiedenen Themengebieten wie Chemie oder Physik kennst du vielleicht, allerdings sind diese meist recht teuer, benötigen einigen Aufwand beim Vorbereiten und viel Geduld beim Durchführen der Versuche. PepperGames hat jetzt eine Art digitalen Baukasten entwickelt, ein PC-Spiel namens "Crazy Machines" - zu dem inzwischen bereits einige Erweiterungen erschienen sind. Hier sind deiner Phantasie und Kreativität keine Grenzen gesetzt.

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"Crazy Machines - Neues aus dem Labor" von PepperGames lässt dem Experimentierdrang freien Lauf.

Dem Forscherdrang freien Lauf zu lassen, ist für Kinder besonders wichtig, aber für die Eltern meist mit ruinierten Möbeln oder wenigstens lädierten Nerven verbunden. Wenn die Kleinen anfangen, die Badewanne überlaufen zu lassen oder den Hund in den Ofen zu schieben, beginnt für die Eltern der Stress. Ein Moment der Unachtsamkeit, und das Wohnzimmer steht halb unter Wasser oder in Flammen, der Hund wird nicht geföhnt sondern auf Umluft gebacken, und der Kleine mixt sich einen Cocktail aus diversen Reinigungsmitteln. Passend zu den selbst gemachten Sekundenkleberplätzchen mit Reißzweckenglasur.

Aber getreu dem Motto "Jugend forscht" experimentieren auch die älteren Kinder und Jugendlichen noch gerne - und nicht selten ist das Resultat verheerend. Hast du auch schon einmal versucht, aus einer Lautsprecherbox einen Hamsterkäfig zu "basteln"? Dann weißt du ja, wovon ich spreche. Wer (aus schlechter Erfahrung?) seinen unermesslichem "Trieb" zum Ausprobieren und Erfinden der unmöglichsten Dinge zukünftig vorher am Computer simulieren möchte, hat nun die geeignete Software dazu: das PC-Spiel "Crazy Machines" (übersetzt: "Verrückte Maschinen").

Digitaler Experimentierkasten

Bei den Gegenständen, mit denen man operieren muss, handelt es sich immer wieder um ganz gewöhnliche Dinge des Alltags - die wir geschickt einsetzen müssen.

Die aktuellste Erweiterung des Spiels "Crazy Machines" heißt: "Neues aus dem Labor", und ist eine eigenständig spielbare Version. Das Hauptprogramm wird also nicht benötigt, um die Fortsetzung spielen zu können, was sich angenehm auf den Geldbeutel auswirkt. "Crazy Machines - Neues aus dem Labor" erweitert das aus den Vorgängern bekannte Repertoire um Dutzende neue Elemente, die es geschickt und überlegt einzusetzen gilt.

Bei vielen dieser Elemente handelt es sich um gewöhnliche Haushaltsgegenstände wie einen Toaster oder ein Würstchen am Spieß. Ein ganz anderes Kaliber ist die Gravitationsmaschine, die die Erdanziehung aufhebt oder umkehrt. Wer hätte nicht gern ein solch utopisches Gerät! Vielleicht fragst du dich jetzt, was diese seltsamen Gegenstände mit einem Physik- oder Chemiebaukasten gemeinsam haben. Die Antwort ist recht simpel: Die Entwickler haben das Spiel mit einem Physikprogramm ausgestattet, dass allen Objekten bestimmte physikalische Werte wie Masse, Gewicht und Form zuteilt - die dann wiederum auf die Umgebung reagieren.

Eine Bowlingkugel beispielsweise fällt aufgrund ihres Gewichts schneller nach unten als ein Toastbrot, und um eine Abrissbirne zu bewegen, muss wesentlich mehr Kraft aufgewandt werden, als für einen Holzklotz. Ein Ball, der einen Hang herunterrollt, beschleunigt tatsächlich aufgrund seines "Gewichtes", also des Gewichtes, dass die Programmierer ihm zugeteilt haben. Das Spiel liest diese Information und verrechnet sie dann mit dem Winkel und der Länge des Hanges. Dieser Realismus ist es, der "Crazy Machines" so faszinierend und einzigartig macht. Zwar benutzen auch andere (vor allem Action-) Spiele realistische Physikprogramme, um etwa bei Explosionen die Umgebung wirklichkeitsnah durch die Luft fliegen zu lassen. "Crazy Machines" ist aber das einzige PC-Spiel, das eine solche programmierte Physik als Hauptelement verwendet.

Echte Rätsel

Eigentlich lassen sich ein Basketball, ein Bunsenbrenner und eine Rakete schlecht miteinander vereinbaren. "Crazy Machines" setzt unserer Phantasie aber keine Grenzen.

Während man bei den meisten Rätselspielen abstrakte Objekte wie zum Beispiel Vierecke oder farbige Bälle nach bestimmten, vorgegebenen Regeln aneinanderreihen muss, geht es bei "Crazy Machines" darum, die Regeln der Physik zu verstehen und anwenden zu können. Dabei stellt der an Albert Einstein erinnernde Professor, der uns durch das Spiel führt, immer neue Aufgaben.

Aber keine Sorge, auch wenn sich das Prinzip nach Physikunterricht in der Schule anhören sollte - die gestellten Aufgaben begeistern den Spieler immer wieder durch Abwechslung und Humor. Da müssen beispielsweise Bälle durch herausspringende Toastbrote abgelenkt oder Grammophone mit Hilfe von Hämmern eingeschaltet werden. Und dann kommt auch endlich die bereits beschriebende Antigravitationsmaschine zum Einsatz, um die Pläne des Professors, der sich auch während der Versuche den einen oder anderen besserwisserischen Kommentar nicht verkneifen kann, zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Der verrückte Professor

Immer wieder begegnet uns der an Einstein erinnernde verrückte Professor, der uns auch in den unpassendsten Momenten erscheint und nicht selten besserwisserisch daherkommt.

Womit ich direkt zu den Kritikpunkten übergehen möchte: Es gibt zwar nicht viele, aber sie bedürfen der Erwähnung. Da wäre zum einen der besagte Professor, der es sich nicht nehmen lässt, sein Gesicht bei jeder sich bietenden (unpassenden) Gelegenheit ins Bild zu schieben, um humorige Kommentare abzugeben, die sich leider viel zu schnell wiederholen. Gerade wenn man an etwas arbeitet, verdeckt dieser mit seinem Gesicht die Hälfte des Bildes. Warum stört er uns, wenn wir doch die Aufgabe erledigen sollen? Nun ja, wenigstens passt dieses Verhalten zu einem verrückten Professor.

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Was mir dagegen gar nicht gefällt, sind die teilweise etwas überzogenen Aufgaben, bei denen man nur mit viel Glück oder aus reinem Zufall die Lösung findet. Man muss etwa eine Kugel in einen Eimer katapultieren, die dann zehn Mal ganz knapp am Rande hängen bleibt und erst beim elften Mal endlich ihr Ziel erreicht, weil man sie zwei Pixel (also gerade mal zwei Bildschirmpunkte) weiter nach rechts geschoben hat. In solchen Momenten fragt man sich schon, ob das so geplant war, ob man nicht doch etwas übersehen hat, oder ob die Spielmacher hier nicht ganz bei der Sache waren. Im Zweifelsfall sollte man sich jedoch nicht scheuen, eine Komplettlösung zu Rate ziehen. Diese kann man als registrierter Besitzer des Spieles gratis bei den Herstellern bestellen.

Dein eigenes Labor

Das Spiel ist wie geschaffen für Freunde von kreativen Knobeleien - und mit einem Ladenpreis von 10 Euro überraschend günstig.

Außerdem hast du natürlich - wie bei den Vorgängern - die Möglichkeit, in deinem Labor selbständig eigene Maschinen zu bauen, deren Grenzen nur von deiner Phantasie gesetzt werden. Es gibt sogar Foren im Internet, die sich ausschließlich mit selbst gebauten "Crazy Machines" beschäftigen und in denen du deine verrücktesten und beeindruckendsten Maschinen vorstellen kannst. Wer weiß - vielleicht gelingt dir sogar ein Perpetuum Mobile (das ist eine Maschine, die sich durch eigene Kraft antreiben kann). Aber das ist bisher nicht einmal dem genialsten Wissenschaftler gelungen.

Trotz der von mir aufgezählten Kritikpunkte, die sich auch mehr oder weniger leicht beheben lassen, ist das Spiel genau das Richtige für jeden Freund interessanter und kreativer Knobeleien. Auch um die eigenen Eltern von den Qualitäten des Computers zu überzeugen, ist "Crazy Machines" bestens geeignet. Einige Mütter freuen sich darüber, dass spielerisch Wissen vermittelt wird, einige Väter werden wohl selbst kaum von diesem Spiel loskommen, wenn sie erst einmal angefangen haben. Oder natürlich auch umgekehrt! Hoffentlich lassen sie dich dann auch noch mal zum Zuge kommen. Darüber hinaus kostet das Spiel gerade mal 10 Euro. Ein einzigartiges Spiel zu einem fairen Preis - so was darf es ruhig öfter geben.

Die Bewertung von Helles-Köpfchen:

Grafik

Sound

Steuerung

Umfang

Spielspaß

Lasst euch von den Sound- und Grafikbewertungen nicht irritieren, denn ein Knobelspiel braucht nun einmal nicht eine solch spektakuläre Optik wie beispielsweise moderne Action- oder Sportspiele. Im Vergleich zu anderen Rätselspielen hat die Grafik von "Crazy Machines" sogar eindeutig die Nase vorn!

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letzte Aktualisierung: 11.02.2010

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