Mozart: Genie, Geldsorgen und Frauen

Teil 2: Die Zeit als Erwachsener

Teil 2 von 3

von Sandra Müller - 24.01.2006

Gleich mehrere Frauen haben Mozarts Leben stark beeinflusst: seine Mutter Anna Maria, seine Geliebte Aloysia Weber, deren Schwester Constanze Weber, die er später geheiratet hat, sowie seine ältere Schwester Nannerl. Als junger Mann musste Wolfgang Amadeus gleich mehrere schwere Schicksalsschläge in Folge verkraften.


Hochzeitsreise von Wolfgang Amadeus und seiner Ehefrau Constanze.

Mit 21 Jahren reiste Mozart mit seiner Mutter in die deutsche Stadt Mannheim. Dort verliebt er sich Hals über Kopf und unsterblich in die Sängerin Aloysia Weber. Für Wolfgang Amadeus stand sofort fest, dass er sie heiraten und sein Leben mit ihr verbringen will. Bis über beide Ohren verliebt, komponierte er bereits die Musik für ihre gemeinsame Hochzeitsmesse.

Allerdings hatte er die Rechnung ohne seinen ehrgeizigen und strengen Vater gemacht. Leopold hatte zwar keine Bedenken gehabt, seine viel zu jungen Kinder jahrelang beschwerliche Reisen durch ganz Europa zuzumuten, damit sie Konzerte vor reichen Adligen geben konnten. Aber nun hielt er seinen mittlerweile erwachsenen Sohn für viel zu unreif zum Heiraten. Nach seinen Wünschen sollte sich Wolfgang Amadeus weiter um seine Karriere kümmern, statt sich von Frauen ablenken zu lassen.

Als Leopold von Wolfgangs Liebesbeziehung zu Aloysia Weber erfuhr, befahl er seinem Sohn, sofort nach Paris abzureisen - Hauptsache weg aus Mannheim und weg von der Geliebten. Wolfgang gab dem Druck und dem Drängen seines Vaters nach. Unglücklich und am Boden zerstört verließ er seine geliebte Aloysia, um weiter an seiner Karriere zu arbeiten.

Die Mutter wird schwer krank

Wolfgangs Mutter Anna Maria starb, nachdem sie mit ihrem Sohn nach Paris gereist ist.

Das Unglück verfolgte ihn weiter: Nachdem Mutter und Sohn nach Paris gereist waren, ging ihnen nach und nach das Geld aus. In dieser schwierigen Situation blieb Mozart diesmal gesund, aber dafür verkraftete seine Mutter die weite Reise, die Strapazen und die ständigen Geldsorgen überhaupt nicht. Verzweifelt schrieb Mozart an seinen Vater: "Meine liebe Mutter ist sehr krank. Sie hat das Gehör verloren, so dass man ständig schreien muss." Dabei war seine Mutter bereits gestorben, kurz bevor er diesen Brief geschrieben hat. Er wollte offenbar seinem Vater und seiner Schwester etwas Zeit lassen, sich auf dieses schlimme Ereignis vorzubereiten. Deshalb hat er seine Familie erst einige Wochen später über den Tod der Mutter Anna Maria unterrichtet. Der 22-jährige Komponist kehrte anschließend völlig niedergeschlagen zu seinem Vater zurück, der sich wieder in Salzburg niedergelassen hatte.

Innerhalb weniger Monate musste Mozart also gleich zwei schwere Schicksalsschläge verkraften. Da ist es fast kein Wunder, dass auch seine Karriere nicht mehr so gut lief. Mozart hatte sich bereits einige Jahre zuvor um eine feste Stelle und ein regelmäßiges Gehalt bemüht. Doch seine Bewerbungen in Florenz und Wien waren gescheitert. Und so verdiente Wolfgang Amadeus nur ab und zu etwas, wenn er irgendwo einen Auftritt hatte oder er einen Auftrag für ein Musikstück ausgeführt hatte. Dieses Geld reichte jedoch nicht, so dass Mozart bei seinem Vater Schulden machte. Auf diese Weise blieb er von Leopold auch als erwachsener Mann (finanziell) abhängig und musste tun, was ihm sein Vater befahl.

Aloysia heiratet einen anderen Mann

Constanze hat sich nach Mozarts Tod um den Nachlass ihres Mannes gekümmert.

Mozart blieb dennoch nicht lange bei seinem Vater. Schon sehr bald verkrachte er sich mit dem Salzburger Fürsterzbischof. Er soll vom wütenden Bischof sogar buchstäblich mit einem Fußtritt in den Hintern vor die Türe gesetzt worden sein. Mozart zog nach Wien und wohnte dort eine Zeitlang bei Aloysias Mutter und Schwester, die inzwischen Mannheim verlassen hatten. Seine verflossene Jugendliebe selbst hatte allerdings - sehr zu Mozarts Bedauern - einen anderen Mann geheiratet. Und so übertrug er seine unerfüllte Liebe zu Aloysia auf deren jüngere Schwester Constanze.

Am 4. August 1782 heiratete Mozart - inzwischen 26 Jahre alt - die sechs Jahre jüngere Constanze Weber. Zwar protestierte sein Vater erneut gegen diese Ehe, aber diesmal setzte Wolfgang Amadeus seinen Willen durch. Seine schwere Krise nach den Schicksals-Schlägen hatte Mozart zu dieser Zeit überwunden. Er war wieder sehr erfolgreich und komponierte mehrere herausragende Klavierkonzerte und Sinfonien. Wenige Wochen vor seiner Hochzeit wurde seine Oper "Die Entführung aus dem Serail" uraufgeführt.

Große Geldsorgen trotz des Ruhmes

Franz Xaver und Carl Thomas, die beiden Kinder von Wolfgang Amadeus und Constanze.

Trotz seines großen Ruhmes hatte Wolfgang Amadeus fast ständig große Geldsorgen. Er hatte nie gelernt, sparsam zu sein und richtig mit seinen Einnahmen umzugehen. Mozart und seine Frau lebten verschwenderisch und das Geld rann ihnen durch die Finger. So kam es, dass sich Mozart immer wieder hohe Beträge von Freunden leihen oder erbetteln musste.

Mozart und Constanze führten eine glückliche Ehe. Mozart schrieb seiner Frau viele Liebesbriefe. Wenn sie sich es leisten konnten, unternahmen sie gemeinsame Reisen. Sie bekamen sechs Kinder, von denen allerdings nur ihre beiden Söhne Carl Thomas und Franz Xaver die frühe Kindheit überlebten. Mozart arbeitete in Constanzes Beisein noch mehr und intensiver als zuvor. Im Jahre 1786 - Mozart war 30 Jahre alt - wurde seine Oper "Die Hochzeit des Figaro" uraufgeführt.

Ein Jahr später feierte er noch einmal große Erfolge: In Prag waren die Menschen begeistert über seinen Figaro. Mozart komponierte die "Kleine Nachtmusik". Und endlich bekam er die heiß ersehnte feste Anstellung als kaiserlicher Kammermusikus. Im selben Jahr starb sein Vater Leopold, mit dem er sich seit seiner Hochzeit mit Constanze nicht mehr richtig versöhnt hatte.

Trauriges Ende eines Ausnahme-Musikers

In seinem Sterbebett komponierte Mozart sein letztes Werk: das Requiem (Totenmesse). Es wurde nicht mehr fertig.

Im Jahr 1791 - Mozart war 35 Jahre alt - stand der begnadete Komponist auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Wolfgang Amadeus beendete seine erfolgreichste Oper "Die Zauberflöte". Aber trotz aller Erfolge schaffte es die Familie Mozart nicht, finanziell auf einen grünen Zweig zu kommen. Wolfgang Amadeus und Constanze gaben das Geld schneller aus, als sie es verdienten.

Ende November erkrankte Mozart schwer. Seine Frau war zu dieser Zeit nicht in Wien, sondern erholte sich in einem Kurortvon ihrer sechsten Geburt. Am 5. Dezember 1791 starb Wolfgang Amadeus Mozart. Am darauf folgenden Tag fand die Trauerfeier statt. Offenbar hatte Mozart keine echten Freunde, denn zur anschließenden Beisetzung auf den Sankt-Marxer-Friedhof in Wien wollte niemand außer dem Totengräber den Sarg mit dem Leichnam begleiten. Mozart wurde mit mehreren anderen Toten in einem Armen-Grab ohne Grabstein beigesetzt. Bis zum heutigen Tag weiß deshalb niemand genau, wo sich sein Grab befindet.

Wenn du auf "Weiter" klickst, kannst du dir Auszüge aus Mozarts besten Werken anhören und bekommst außerdem ein paar Informationen, wie Die Zauberflöte, Die Hochzeit des Figaro, Don Giovanni, Eine kleine Nachtmusik und das Requiem entstanden sind.

letzte Aktualisierung: 13.09.2010

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