"Nur" Schuldenerlass reicht nicht

Neue Hoffnung für die Ärmsten? - Teil 2

Teil 2 von 2

15.06.2005

Der Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch es muss noch viel mehr getan werden, damit es in den "Dritte-Welt"-Ländern aufwärts geht und weniger Menschen in Elend und Armut leben.

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Im Sudan warten viele Millionen Menschen auf sauberes Trinkwasser. (Quelle: UNICEF / Christine Nesbitt)

Wenn alles so bliebe wie bisher, dann müssten die ärmsten Länder sehr schnell wieder neue Schulden aufnehmen und wären bald wieder in derselben Lage wie vor dem Schuldenerlass. Doch woran liegt das? Die ärmsten Länder brauchen viel Geld, damit sie in Zukunft nicht mehr von reichen Ländern abhängig sind. Von diesem Geld müssen sie

  • Brunnen und Wasserleitungen bauen, um sauberes Wasser für alle zur Verfügung zu stellen. Und um die Felder bewässern zu können, so dass alle Menschen von der Ernte ernährt werden können. Im Idealfall bleibt sogar ein Überschuss, der an andere Länder verkauft werden kann.
  • Krankenhäuser bauen und Medikamente produzieren oder kaufen, die gegen Seuchen wie Malaria und Aids helfen.
  • Schulen errichten und Unterrichtsmaterialien erwerben. Denn Bildung ist notwendig, damit Kinder später ein besseres Leben führen können.
  • Straßen bauen, damit alle Menschen überhaupt zu ihrer Arbeitsstelle, Schule oder Universität gelangen können.
  • günstige Kredite an arme Menschen vergeben, damit sie sich ein Leben als selbstständige Bauern oder Handwerker aufbauen können.
  • Landminen und Bomben entschärfen und räumen, die noch immer in vielen Ländern herumliegen. Landminen können spielende Kinder und arbeitende Erwachsene töten oder schwer verletzen. Die Felder zu entminen ist teuer.
  • neue Einnahmequellen wie moderne Industrien und Tourismus aufbauen. Dabei muss die Umwelt so gut wie möglich geschützt werden.
  • Nahrungsmittel für Millionen hungernder Menschen kaufen.

All das können die armen Länder nicht alleine bewerkstelligen. Sie brauchen auch weiter die Entwicklungshilfe der reichen Industrieländer. Außerdem müssen die reichen Länder ihre Märkte für die Produkte aus armen Ländern öffnen. Bisher müssen arme Länder sehr hohe Zölle zahlen, wenn sie Waren zum Beispiel in die USA, die Europäische Union oder die Schweiz liefern möchten. Durch diese Zölle werden die Waren dann oft so teuer, dass sie niemand mehr kaufen will - und die Bauern bleiben auf ihren Gütern sitzen.

Kinder in Afrika (Quelle: Ines Gesell)

Wer sind die ärmsten Länder?

In einigen Ländern haben die Menschen sehr wenig Geld zum Leben. Das ärmste Land der Erde ist Äthiopien. Hier muss ein Bürger im Durchschnitt mit 90 US-Dollar im Jahr (!) auskommen. Eigentlich kann man damit kaum überleben, selbst wenn in Äthiopien die Preise für Nahrung und Kleidung sehr niedrig sind. Viele Einwohner können dort mit Hilfe der Spenden aus reichen Ländern überleben.

Zum Vergleich: In der Schweiz verdienen die Einwohner im Schnitt 32.936 Euro, in Österreich 22.068 Euro und in Deutschland 20.853 Euro pro Jahr. Damit belegen diese drei Länder die Plätze drei, zwölf und 16 unter den reichsten Staaten der Welt. Du fragst dich jetzt sicherlich, wer die ärmsten Länder überhaupt sind? Bitte sehr, hier die Liste -zunächst bekommen nur die rot gekennzeichneten Staaten ihre Schulden erlassen.

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Ob der Erlass der Schulden ihnen wohl wirklich helfen wird? Werden die Regierungen das Geld zum Wohle ihrer Bürger einsetzen? (Quelle: UNICEF / Christine Nesbitt)

Afrika: Angola, Äquatorial-Guinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Dschibuti, Eritrea, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kapverdische Inseln, Komoren, Kongo (Kinshasa), Lesotho, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Niger, Ruanda, Sambia, Sao Tomé und Prinzipe, Sierra Leone, Senegal, Somalia, Sudan, Tansania, Togo, Uganda, Tschad, Zentralafrika,

Asien: Afghanistan, Bangladesch, Burma, Buthan, Kambodscha, Laos, Malediven, Nepal, Tadschikistan, Jemen.

Süd-Amerika: Bolivien, Guyana, Haiti, Honduras, Nicaragua.

Ozeanien: Kiribati, Salomonen, Samoa, Vanuatu.

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letzte Aktualisierung: 01.10.2011

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