4. Juli: Unabhängigkeitstag der USA

Die US-Amerikaner feiern den Independence Day

von Marlen Schott

Der 4. Juli ist in den Vereinigten Staaten von Amerika einer der höchsten Feiertage. Denn an diesem Tag im Jahr 1776 lösten sich 13 nordamerikanische Kolonien von England ab. Die "United States of America" (USA) waren somit geboren. Wie kam es zum Unabhängigkeitskrieg und zur Gründung der Vereinigten Staaten?


George Washington führte die US-amerikanischen Truppen im Unabhängigkeitskrieg an.

Die 13 Staaten in Nordamerika waren zuvor Kolonien und unterstanden dem englischen König. Zur damaligen Zeit gab es weltweit zahlreiche Kolonien. Die europäischen Staaten, besonders England, Frankreich, die deutschen Länder, Spanien, Portugal, Holland und Belgien waren zur Zeit des Kolonialismus bestrebt, ihren Besitz und damit ihre Macht auszudehnen. Sie eroberten auch in entlegenen Teilen der Welt gewaltsam sehr große Gebiete, die sie ihren Reichen angliederten.

Auf die Einheimischen in den afrikanischen, asiatischen und amerikanischen Ländern sowie in Australien nahmen die brutalen Eroberer keine Rücksicht. Die dort lebenden Menschen wurden entrechtet, misshandelt und in vielen Fällen als "Sklaven" missbraucht. Bodenschätze wie Gold und Diamanten wurden in den Kolonien ausgeplündert, damit die europäischen Herrscher ihre Reichtümer vergrößern konnten.

Reise in ein neues Leben

Diese Karte zeigte die 13 Gründerstaaten der USA. (Quelle: Wikipedia)

Auch in vielen Ländern Europas hatte das "einfache Volk" kaum Rechte. Es musste sich den Befehlen des Königs fügen und einen großen Teil seiner Ernte oder seiner sonstigen Einnahmen abgeben. Immer wieder kam es zu Missernten, die zu schweren Hungersnöten mit vielen Toten führten. Aus diesem Grund wanderten viele Europäer in die Kolonien aus, weil sie sich dort ein besseres Leben erhofften.

Zwar waren sie dort noch immer die Untertanen ihres Königs, denn die Gesetze galten auch viele tausend Kilometer von der Heimat entfernt. Jedoch waren sie trotzdem zu "Herren" und "Damen" aufgestiegen, weil sie erstmals in ihrem Leben Befehle erteilen durften - nämlich den Ureinwohnern. Außerdem bekamen viele von ihnen Land geschenkt, von dem in den Kolonien reichlich vorhanden war.

Streit mit dem König

König Georg III. regierte seine amerikanischen Kolonien von London aus - bis die Kolonialisten rebellierten und mehr Rechte für sich einforderten.

In den 13 Ländern Nordamerikas, die später zu den USA wurden, hatte der englische König Georg III. das Sagen. Sein Verhältnis zu den Kolonialisten, also den ausgewanderten Engländern, verschlechterte sich zusehends. Sie forderten immer mehr Rechte für sich und waren nicht mehr bereit, die hohen Abgaben an die englische Krone zu zahlen.

Im Jahr 1767 erließ der englische Finanzminister Charles Townshend den nach ihm benannten "Townshend Act". Dieses Gesetz schrieb den Kolonialisten vor, wie hoch die Zölle für Leder, Papier und Tee sein mussten. Die Kolonialisten wollten es sich jedoch nicht länger bieten lassen, dass sich eine 3.000 Kilometer entfernte Regierung auf diese Weise in ihre Angelegenheiten einmischte. Nach gewaltsamen Protesten musste die englische Regierung das Gesetz 1770 wieder zurücknehmen - bis auf die Zölle für Tee, das Nationalgetränk der Engländer. Das britische Parlament bestand weiterhin auf dem sehr hohen Teezoll.

Zunächst beruhigte sich die Lage, bis das Parlament im Jahre 1773 das "Teegesetz" beschloss. Es erlaubte nur der "Ostindiengesellschaft", Tee ohne Zölle in die Kolonien einzuführen. Auf diese Weise konnte ein einziges Unternehmen seinen Tee billiger anbieten als alle anderen Firmen, die den hohen Zoll nach wie vor zahlen mussten. Es kam erneut zu Aufständen in den nordamerikanischen Kolonien.

"Falsche Indianer" lösen Unabhängigkeitskrieg aus

Weil sie Angst vor der Rache der Briten hatten, verkleideten sich die Kolonialisten als Indianer, ehe sie in Boston die "Tea-Party" feierten.

Am 16. Dezember 1773 verkleidete sich eine Gruppe, die sich Söhne der Freiheit (englisch: "Sons of Liberty") nannte, als Indianer. Dann überfiel sie im Hafen von Boston drei englische Schiffe, die Tee geladen hatten, und warfen die gesamte Fracht ins Wasser. Später nannte man dieses Ereignis die "Boston Tea Party".

Warum aber verkleideten sie sich als Indianer? Die "Söhne der Freiheit" fürchteten die Rache der britischen Regierung. Und so wollten sie den Verdacht auf die amerikanischen Ureinwohner lenken.

Tatsächlich entsendete England daraufhin Soldaten nach Nordamerika, um die dortigen Machtverhältnisse wieder herzustellen. Außerdem ließ die Regierung in England den Hafen in Boston zur Strafe schließen. Der Konflikt wurde immer heftiger. Zwölf der 13 Kolonialstaaten vereinigten sich daraufhin und stellten eine eigene Armee gegen die Briten auf.

Die Gründung der USA

Sieben Jahre lang kämpften die US-Amerikaner gegen englische Truppen, bis die Briten 1783 schließlich die Unabhängigkeit der USA anerkennen mussten.

Der Unabhängigkeitskrieg zwischen dem englischen Mutterland und seinen amerikanischen Kolonien begann ein Jahr später. George Washington, der später zum ersten Präsidenten der USA gewählt wurde, übernahm 1775 den Oberbefehl über die Armee der Kolonialisten. 1783 endete der Unabhängigkeitskrieg mit einer Niederlage der Briten.

Noch während des Krieges, am 4. Juli 1776, unterschrieben Vertreter der 13 britischen Kolonien in Amerika die gemeinsame Unabhängigkeitserklärung. Von diesem Tag an waren sie keine Kolonien mehr, sondern die 13 Gründerstaaten der "United States of America" (USA) - deutsch: der "Vereinigten Staaten von Amerika". Seitdem feiern die US-Amerikaner den 4. Juli jedes Jahr als ihren Nationalfeiertag.

letzte Aktualisierung: 25.07.2012

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