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Der Star ist das Gemüse

Die Musik des "Ersten Wiener Gemüse-Orchesters"

von Lara Nina Weber - 31.01.2006

Vor fast genau acht Jahren haben befreundete Musiker in Österreichs Hauptstadt Wien die Idee gehabt, ein Orchester zu gründen. "Nichts Besonderes", denkst du? Irrtum! Die Künstler spielen nämlich auf Instrumenten, die sie zuvor aus Karotten, Zucchini, Lauch und anderem Gemüse hergestellt haben.

Nur das Gemüse steht im Rampenlicht. Die Musiker bleiben dagegen vornehm im Hintergrund. (Quelle: 1. Wiener Gemüseorchester)

Heute wissen die 13 Gemüse-Musiker nicht mehr so genau, wer von ihnen damals die verrückte Idee hatte. Woran sich die Orchester-Mitglieder jedoch noch gut erinnern können, ist, dass das Vorhaben von Anfang an kein Scherz war. Die Künstler haben ihr Vorhaben zielstrebig und mit dem nötigen Ernst in die Tat umgesetzt. Inzwischen haben sie schon zwei CDs aufgenommen und sind in vielen Ländern überall auf der Welt aufgetreten.

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Das Gemüse-Orchester besteht neben Musikern auch aus Künstlern aus anderen Bereichen - sogar ein Koch ist mit von der Partie. Ständig entwickeln sie gemeinsam neue Gemüse-Instrumente, mit denen sie bislang völlig unbekannte Töne produzieren können. "Der Klang ist einzigartig", sagt Orchester-Mitglied Ernst Reitermaier. "Die Instrumente sind unvergleichbar."

Gurkophone und Paprika-Trompeten

Das "Gurkophon" besteht aus einer Paprika als Endstück, einer Salatgurke im Mittelteil und einer Karotte als Mundstück. (Quelle: 1. Wiener Gemüseorchester)

Aus Karotten stellen die Künstler zum Beispiel gerne Flöten her, Gurken werden zu "Gurkophonen" und Paprikas zu einer Art Trompete verarbeitet. Mit diesen und vielen weiteren Gemüse-Instrumenten gibt das Wiener Orchester ein bis zwei Mal pro Monat ein Konzert. Auf dem Programm stehen traditionell afrikanische Stücke, aber auch europäische Konzertmusik sowie elektronische Kompositionen.

Und das klingt dann so (anklicken). Weitere Hörproben findest du am Ende des Artikels in den Linktipps.

Inzwischen haben die Wiener Gemüse-Musiker Fans auf der ganzen Welt, und die internationale Presse ist begeistert. "Klingt lecker", urteilte beispielsweise die Washington Post in den USA. In Deutschland wunderte sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung über "ein Klangspektrum, das dem trägen Gemüse wohl keiner zugetraut hätte".

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Genuss für die Ohren und den Magen

Cover der CD "Automate". Die Künstler haben auf ihrem zweiten Album die Gemüse-Klänge elektronisch unterstützt. (Quelle: 1. Wiener Gemüseorchester)

Im Juni steht sogar eine Konzertreise nach Singapur in Südostasien auf dem Terminkalender des Gemüseorchesters. Vor einigen Jahren haben die Wiener Musiker ihre erste CD heraus gebracht. Titel: "Gemise". Die zweite CD "Automate", die seit 2003 erhältlich ist, wurde nach eigenen Angaben bereits über 3000 Mal verkauft. Im Vergleich zu Stars wie Robbie Williams, Madonna und Green Day ist das natürlich wenig, aber die Wiener Künstler sind dennoch sehr stolz, dass sie mit ihrer eigenwilligen Musik recht viele Menschen erreichen.

Die Konzertbesuche, verspricht Ernst Reitermaier, bieten übrigens nicht nur einen Genuss für die Ohren, sondern auch für den Magen. Nach den Aufführungen wandern die kaputten Instrumente in den Biomüll. Das übrig gebliebene Gemüse verarbeitet der Orchester-Koch dagegen zu Suppe, die die Besucher probieren dürfen. "Dabei lassen wir uns durchaus von den Spezialitäten der Regionen inspirieren, in denen wir gerade auftreten", sagt Reitermaier. Während die Konzertbesucher ihre Suppe löffeln, können sie die Instrumente also - auf eine andere Art - noch ein zweites Mal genießen und sich dabei mit den Musikern unterhalten. Na dann, guten Appetit.

letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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