Java nach dem Beben: Überlebende brauchen dringend Hilfe

von Anna Schäfer - 29.05.2006

Nach dem schweren Erdbeben auf der indonesischen Insel Java hat die Regierung des Inselstaats den Notstand ausgerufen. Er soll für etwa drei Monate gelten. Bei den heftigen Erdstößen Ende Mai sind fast 5.800 Menschen ums Leben gekommen, 200.000 wurden obdachlos. Während die Suche nach Verschütteten weitergeht, sind weltweit die Hilfsaktionen für die Überlebenden angelaufen. Ein erstes Flugzeug der Vereinten Nationen hat jetzt Wasser, Zelte, Öfen und Kochgeschirr in das Katastrophengebiet gebracht. Unicef hat zu Spenden aufgerufen.

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Rani (5 Jahre) hat sich während des Erdbebens an der Hand verletzt. Viele Kinder müssen in Krankenhäusern versorgt werden. (Quelle: Unicef)

Das Erdbeben hatte die Stärke 6,3 auf der Richterskala. Da sich die Katastrophe am frühen Morgen ereignete, wurden viele Menschen im Schlaf überrascht. Das Epizentrum – der Mittelpunkt des Bebens – lag knapp 40 Kilometer südlich der Stadt Yogyakarta im Indischen Ozean. Die Erschütterung ließ auf Java, der Hauptinsel Indonesiens, Häuser und Brücken zusammenstürzen, zerstörte Wasserleitungen, Strom- und Telefonverbindungen.

Am schlimmsten betroffen ist die Provinz Bantul südlich von Yogyakarta. Mehrere Dörfer und kleinere Ortschaften wurden vollkommen dem Erdboden gleich gemacht. Rettungskräfte und Angehörige suchten unter den Trümmern tagelang nach Überlebenden. Aus Angst, dass weitere Häuser einstürzen könnten, verbrachten viele Menschen die vergangenen Nächte trotz heftigen Regens unter freiem Himmel.

Viele Verletzte, wenig Ärzte

Indonesien liegt an der Grenze zweier Erdplatten. Erdbeben ereignen sich dort deshalb besonders oft. (Quelle: GNU (Wikipedia))

Der Regen sowie rund 450 starke Nachbeben erschwerten die Rettungsarbeiten. In einige abgelegene Gebiete konnten die Rettungskräfte erst tage nach dem Unglück vordringen. Die Regierung in der Hauptstadt Jakarta hat Australien gebeten, bei der medizinischen Versorgung der Opfer zu helfen, da die Krankenhäuser völlig überlastet waren. Viele Verletzte lagen auf Plastikplanen oder Strohmatten im Freien, da die Betten nicht ausreichen. Es waren viel zu wenig Ärzte da, um alle Patienten zu versorgen.

Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hat die gesamte Region zum Katastrophengebiet erklärt, nachdem er das Erdbebengebiet besucht hat. Die Zahl der Toten ist zwei Wochen nach dem Erdbeben mit offiziell 5.782 angegeben worden. Hilfsorganisationen aus der ganzen Welt haben die Arbeit aufgenommen und rufen zu Spenden auf. Tausende von Zelten sollen aufgebaut werden, damit die obdachlos gewordenen Menschen nicht im Freien schlafen müssen.

Erst Erdbeben, dann Vulkanausbruch?

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Diah (5) hat sich am Kopf und an den Schultern verletzt. Ihre Mutter hat sich das Bein gebrochen und der Vater wird noch vermisst. (Quelle: Unicef)

In dem Erdbebengebiet befindet sich auch der Vulkan Merapi, der seit Wochen Asche und Staub ausstößt. Viele Experten erwarten, dass der Vulkan in der nächsten Zeit ausbricht. Seit Anfang des Monats mussten daher mehrere tausend Menschen ihre Dörfer in diesem Gebiet verlassen. Möglicherweise könnte der seit Wochen erwartete Ausbruch jetzt durch die zahlreichen Erdbeben ausgelöst werden.

Indonesien liegt auf dem so genannten "Pazifischen Feuerring", einem Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt. Auf dem Staatsgebiet befinden sich über 160 Feuer speiende Berge. Weniger sichtbar sind die darunter liegenden "tektonischen Platten". Diese tiefer liegenden Erdplatten stoßen oder reiben sich unter der Erdoberfläche aneinander. Dabei treten Spannungen auf, die sich dann ruckartig entladen können und so zu Erdbeben führen.

Unicef sammelt Spenden

Schon seit Wochen spuckt der Merapi Staub und Asche. (Quelle: David Sentanu (stock.xchng))

Ständig bebt irgendwo auf der Welt die Erde, auch bei uns. Meist sind die Erdbeben aber so schwach, dass wir sie gar nicht bemerken. Ab und zu kommt es aber gerade an den Plattengrenzen zu schweren Erschütterungen mit katastrophalen Folgen für die Menschen, die in diesen Gebieten leben. Oben rechts kannst du dir die Bildergalerie mit Fotos aus dem Erdbebengebiet ansehen.

Die Kinderhilfsorganisation Unicef ruft zu Spenden für die Kinder in den Erdbebengebieten Indonesiens auf:

Spendenkonto 300.000
Bank für Sozialwirtschaft: 370 205 00
Stichwort: Erdbeben in Indonesien

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letzte Aktualisierung: 10.02.2010

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