Film: "Das doppelte Lottchen"

Die neue Verfilmung des Romans "Das doppelte Lottchen" von Erich Kästner läuft derzeit in den Kinos und trägt das Prädikat: "Besonders Wertvoll". Die Geschichte von dem Zwillingspärchen Luise und Lotte, die getrennt aufwachsen und sich zufällig begegnen, fasziniert schon seit eh und je das Publikum. Der Animationsfilm orientiert sich an den Originalzeichnungen von Walter Trier.

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"Das doppelte Lottchen" läuft seit dem 10. Mai in den Kinos. (Quelle: WarnerBros.)

Die verwickelte Geschichte beginnt in einem Ferienheim am Bühlsee, in dem Moment als ein Mädchen namens Lotte aus dem Bus steigt. Zufällig verbringt auch Luise ihre Ferien dort. Sie traut ihren Augen kaum: Lotte sieht genauso aus wie sie! Die anderen können es ebenfalls kaum glauben - Luise und Lotte ähneln sich zum Verwechseln.

Den beiden Mädchen selbst ist das gar nicht recht - Luise stört es sogar so sehr, dass sie damit anfängt, Lotte zu ärgern, wann immer sie ihr über den Weg läuft. Schon bald wird Lotte deshalb sehr traurig und bekommt schreckliches Heimweh. Als Luise sie so sieht, tut es ihr leid und sie tröstet Lotte. Daraufhin begraben sie nicht nur ihren Streit: Von jetzt an sind sie die besten Freundinnen und praktisch unzertrennlich.

Rollentausch: Aus Luise wird Lotte

Erstaunt schauen sich die beiden Mädchen an. Bis auf die Frisur und die Kleidung ist kein Unterschied zu erkennen. (Quelle: WarnerBros.)

Als die Mädchen sich über ihre Herkunft unterhalten, stellen sie fest, dass ihre äußerliche Ähnlichkeit kein Zufall ist - sie sind Zwillingsschwestern. Sie schmieden den Plan, ihre Eltern wieder zusammen zu bringen. Deshalb beschließen sie, die Rollen zu tauschen. Also fährt Lotte nicht zurück zu ihrer Mutter nach München, sondern nach Berlin zu ihrem Vater. Luise macht es genau umgekehrt, sie fährt zu ihrer unbekannten Mutter nach München.

Anfangs fällt es den Zwillingen leicht, alle zu täuschen, doch mit der Zeit wird es immer schwieriger. Denn obwohl sie sich so sehr ähneln, dass nicht mal ihre eigenen Eltern etwas von ihrem Rollentausch bemerken, haben sie ganz unterschiedliche Begabungen und Fähigkeiten. Während Lotte ein großes Talent im Lösen von Mathematik-Aufgaben hat, ist Luise eine begnadete Klavierspielerin. Dadurch kommt es in der Geschichte zu vielen heiklen und witzigen Situationen. Als Lotte von ihrem Vater - der den Schwindel noch nicht gemerkt hat - zu einem Musikwettbewerb angemeldet wird, auf dem sie ihr Können unter Beweis stellen soll, fangen die Probleme richtig an...

Von Kritikern zerrissen, vom Publikum geliebt

Die Erstverfilmung von 1950 gilt bis heute als unübertroffen.

Den Roman "Das doppelte Lottchen" schrieb Erich Kästner gegen Ende des Zweiten Weltkriegs (1949). Zur damaligen Zeit war es ein Skandal, sich scheiden zu lassen und auch noch alleinerziehend zu sein. Der Roman wurde deshalb zu jener Zeit von den Kritikern zerrissen - doch zum Glück kamen sie nicht gegen die Begeisterung des Publikums an.

Regisseur Josef von Báky verfilmte den Roman im Jahr 1950 und gewann "Das goldene Filmband" als bester Spielfilm. Obwohl die Story danach noch sehr oft verfilmt wurde, gilt das Werk von Josef von Báky als Maß der Dinge und unübertroffen. Das Original solltest du dir also nicht entgehen lassen.

Der neue Film "Das doppelte Lottchen" ist sehr stark an die Buchvorlage angelehnt. Sogar die Animationen orientieren sich an den Zeichnungen von Walter Trier, der viele Bücher Kästners illustrierte. Dadurch hat der Film nicht viel mit modernen Animationsfilmen wie "Shrek" oder "Iceage 2" gemeinsam. Die detailreichen und niedlichen Zeichnungen geben dem Film einen eigenen Flair, der vor allem das jüngere Publikum anspricht. Aber auch Erwachsene fühlen sich von der immer wieder anrührenden und unterhaltsamen Story in ihre Kindheit zurückversetzt - ein Film für die ganze Familie.

Wunder gibt es immer wieder

Eine Plastik vor dem Erich-Kästner-Museum in Dresden - hier verbrachte Erich Kästner die ersten 20 Jahre seines Lebens. (Quelle: Wikipedia)

Zu seinem Roman selbst sagte Kästner einmal: "Es ist eine Geschichte für alle, die Kinder sind und immer noch an Wunder glauben. Und für die, die vergessen haben, dass sie einmal Kinder waren und nicht glauben wollen, dass man versäumtes Glück auch nachholen kann. Man muss eben nur fest daran glauben."

Erich Kästner ist einer der erfolgreichsten Kinderbuch-Autoren Deutschlands. Von keinem anderen Autor wurden bisher so viele Bücher verfilmt wie von ihm. Neben "Das doppelte Lottchen" schrieb er die Romane "Das fliegende Klassenzimmer", "Pünktchen und Anton", "Emil und die Detektive", "der 35. Mai" und viele mehr.

Titel: "Das doppelte Lottchen"
Start: 10. Mai 2007
Länge: ca. 80 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung
Sprecher: Céline Vogt, Carin C. Tietze, Anja Kling, Andreas Fröhlich, Axel Milberg
Regie: Michael Schaack, Toby Genkel

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letzte Aktualisierung: 02.11.2009

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