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Luisas Kolumne - Der Regenwald stirbt, und mit ihm das Leben...

von Luisa - 25.12.2007

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Jedes Jahr werden nach Schätzungen weltweit 16 Millionen Hektar des tropischen Regenwaldes zerstört. Das entspricht der halben Fläche Deutschlands. (Quelle: WWF)

Der tropische Regenwald: Ein riesiger unerforschter Wald voller Abenteuer, denken die einen - ein großer Haufen Geld, die anderen. Teure Edelhölzer wie Mahagoni und Teakholz geben den Anreiz dazu, denn mit dem Regenwald kann man Millionen verdienen. Die "weniger wertvollen" Bäume werden einfach als Bauholz oder für die Papierverarbeitung verwendet.

Außerdem werden die Wälder gerodet, damit Plantagen und Weiden für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen. Große Regenwaldflächen werden zum Beispiel zerstört, damit Sojapflanzen angebaut werden können - hauptsächlich als Futtermittel für die Massentierhaltung der Industrieländer. Diese kaufen das Soja Ländern wie Brasilien schließlich zu günstigen Preisen ab, damit wir billige Steaks, Chicken Nuggets und Co. essen können. Pro Minute wird eine Fläche des Regenwaldes abgeholzt, die in etwa der Größe eines Fußballfeldes entspricht.

Pflanzen wandeln CO2 in Sauerstoff um. Durch die Regenwaldzerstörung kann weniger CO2 abgebaut werden. Die Abgase steigen in die Atmosphäre und verhindern, dass Wärme von der Erde ins All abstrahlen kann. (Quelle: NASA)

Nach einer Studie sind bis 2030 ungefähr 55 Prozent des Regenwaldes verschwunden, wenn die Zerstörung wie bisher weitergeht. Und das ist großes ein Problem! Bäume wandeln Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um. Der Regenwald ist nach den Meeresalgen der größte Sauerstoffproduzent auf der Erde. Ohne Sauerstoff sterben wir, und werden die großen Mengen an CO2 nicht abgebaut, wird der so genannte Treibhauseffekt noch verstärkt. Denn die vielen Abgase steigen in die Atmosphäre auf und verhindern, dass die Wärmestrahlung von der Erde zurück ins All gelangt.

Und was das bedeutet, wissen wir aus zahlreichen Horrorszenarien. Die Bäume der Regenwälder tragen zusätzlich erheblich zur Kühlung der Atmosphäre bei. Denn die riesige Wolkendecke über dem feuchtwarmen Dschungel hält Sonnenstrahlen ab. Durch die Regenwaldabholzung wird die Erderwärmung also entscheidend beeinflusst. Doch der Regenwald ist nur eines von vielen Beispielen, wie sorglos wir dabei sind, unseren Planeten zu zerstören. Einige Prognosen gehen davon aus, dass durch den menschlichen Einfluss innerhalb der nächsten 100 Jahre etwa 50 Prozent der heutigen Tier- und Pflanzenwelt verschwunden sein wird. Das wäre ein Massensterben, das es zuletzt beim Tod der Dinosaurier gegeben hat.

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Das Kragenfaultier, das in den Regenwäldern Südostbrasiliens lebt, gehört zu den zahlreichen bedrohten Arten. (Quelle: Wikipedia (Stefan Laube))

Schon heute stehen über 15.000 Tiere und Pflanzen auf der "roten Liste", eine Aufzählung von vom Aussterben bedrohten Arten. Das Erschreckende daran: Es sind uns nur etwa zwei Millionen Arten bekannt, davon leben im Übrigen 40 bis 60 Prozent in den tropischen Regenwäldern. Zwischen 10 bis 30 Millionen Arten soll es jedoch schätzungsweise geben. Doch die Natur wird sich wehren. Das hat sie schon immer getan, und wir spüren es bereits. 2006 sind etwa 24.000 Menschen allein bei Naturkatastrophen gestorben. Es ist also ein Spiel mit dem Feuer, das wir spielen. Dass es auch schief gehen kann, ist vielen Menschen jedoch egal.

Ein ehemaliger Erdkundelehrer erzählte uns von einer seiner Reisen, auf denen er einem Fischer begegnete. Dieser fischte mit Netzen, die aufgrund ihrer engen Maschen verboten sind, da auch junge Fische in diesen Netzen hängen bleiben. Unser Lehrer fragte diesen Fischer, ob er denn wisse, dass seine Söhne wegen dieser Fangtechnik vielleicht keine Fische mehr essen könnten. Der Fischer gab nur schulterzuckend von sich: "Na und, da lebe ich sowieso nicht mehr! Das kann mir also egal sein". Doch das kann es uns nicht. Wir haben eine Verantwortung zu tragen, der wir uns endlich bewusst werden sollten. Nicht nur für uns und auch nicht nur für die Menschheit im Allgemeinen, sondern für die Erde und das Leben auf ihr. Ohne unseren Planeten würden wir nicht existieren, und wir sollten endlich anfangen, uns etwas dankbarer dafür zu zeigen, was die Natur uns alles geschenkt hat.

Ureinwohner des südamerikanischen Regenwaldes. (Quelle: stock.xchng (superelvis))

Erst kürzlich fanden Wissenschaftler etwa 57 Pflanzen, die viel versprechend in der Therapie gegen Krebs eingesetzt werden könnten. Pflanzen, die Naturvölker schon lange zu schätzen wissen, die der ignorante "moderne Mensch" aber nur abschätzend anblicken würde, wenn er sie in der Natur zu Gesicht bekäme. Erst wenn sie - zu weißen Tabletten verarbeitet - von allem Natürlichen befreit wurden, nehmen wir sie wirklich ernst. Eine verdrehte Welt, in der wir leben.

Bei meiner Recherche zu diesem Artikel bin ich auf eine Aussage gestoßen, die meiner Meinung nach das größte Problem beschreibt, das in den nächsten Jahrzehnten auf uns zukommen wird: In der Natur hat alles seinen Sinn und Platz, es gibt keine Vergeudung von Ressourcen. Einzig der Mensch passt in diese Harmonie nicht hinein. Stirbt die Umwelt, werden auch wir vergehen! Den Menschen braucht die Natur nicht, aber der Mensch braucht die Natur. Das ist uns zwar bekannt - aber wann werden wir anfangen, auch danach zu leben?

letzte Aktualisierung: 13.09.2010

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