Schweres Erdbeben in Italien

07.04.2009

In der Nacht auf Montag kam es in Mittelitalien zu schweren Erdbeben. Über 200 Menschen verloren ihr Leben und noch einige gelten als vermisst. Zwar waren die Rettungskräfte bereits 15 Minuten nach dem Beben zur Stelle - hätte man jedoch die Warnungen der Forscher ernst genommen, hätte man vermutlich mehr Menschen retten können.

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Die Städte in der Region Abruzzen gleichen einem Trümmerfeld. (Quelle: Kurt Michel | pixelio)

Etwa um halb vier Uhr morgens wurden die Menschen in der Stadt L'Aquila und der umliegenden Region aus dem Schlaf gerissen. Die Wände zitterten, Häuser stürzten zusammen. Die Menschen, die schnell genug ihre Wohnung verlassen konnten, standen in Decken gehüllt oder einfach nur in ihrer Schlafkleidung auf der Straße. Einige wurden von den herunterfallenden Trümmern erschlagen, darunter auch viele Kinder.

Heute, wenige Tage nach der Katastrophe, ziehen die Helfer einer erschütternde Bilanz. Die Zahl der anfangs etwa 30 gemeldeten Toten stieg auf über 200 an. Die Krankenhäuser sind überlastet, da es mittlerweile etwa 1.500 Verletzte gibt. Ungefähr 17.000 Menschen sind nach Schätzungen obdachlos geworden.

Die Bergungsarbeiten laufen noch

Ausgerechnet die neuen Wohnhäuser sind nicht erdbebensicher. (Quelle: René Hertel | pixelio)

Seit dem Erdbeben sind nun über 5.000 Helfer vor Ort. Alle haben die Hoffnung, noch weitere Überlebende aus den Trümmern zu bergen. Die Hoffnung ist noch nicht aufgegeben worden, da einige Menschen schon bis zu fünf Tage nach einem Beben lebend aus den Trümmern gerettet werden konnten. Je mehr Zeit allerdings vergeht, desto geringer sind die Chancen, Überlebende zu bergen.

Außerdem kam es zu starken Nachbeben - und der Regen sowie die Kälte nachts erschweren die Bergungsarbeiten zusätzlich. Die Nachbeben ließen viele Anwohner die Flucht ergreifen. Einige fuhren zu Verwandten oder Freunden in andere Gebiete. Es sind Notlager errichtet worden, in denen zahlreiche Obdachlose vorübergehend Zuflucht finden.

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Mittlerweile sind auch Hilfskräfte aus dem Ausland eingetroffen, um die Helfer vor Ort zu unterstützen. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat den Notstand ausgerufen. Die ersten Plünderer sind bereits wenige Stunden nach dem Unglück festgenommen worden. In Abruzzen gibt es zahlreiche prunkvolle Kirchen und Gebäude aus der Barock- und Renaissancezeit. Viele davon sind teilweise oder sogar völlig zerstört worden.

Immer wieder Erdbeben in Italien

Bei dem verheerenden Erdbeben von Messina 1908 kamen etwa 130.000 Menschen ums Leben. (Quelle: Wikipedia)

Erdbeben sind in Italien keine Seltenheit, auch Vulkanausbrüche lassen den Menschen dort immer wieder keine Ruhe. Der Grund dafür sind die beiden Erdplatten, die unter der Erde in ständiger Bewegung sind. Sobald diese Erdplatten zusammenstoßen, kommt es zu kleineren oder auch starken Erdbeben. Bei dem verheerenden Erdbeben von Messina 1908 starben etwa 130.000 Menschen. Das letzte große Beben ereignete sich 1980 bei Neapel, hier kamen etwa 4.600 Menschen ums Leben.

Die Erdbeben können nicht verhindert werden. Möglich ist nur, bessere Vorkehrungsmaßnahmen und zuverlässigere Methoden, ein Erdbeben vorauszusagen, zu schaffen. Zwar wurde das Erdbeben von Forschern bereits vor einer Woche angekündigt, jedoch sind Voraussagen dieser Art sehr unsicher - und deshalb werden sie nicht als ausreichender Grund angesehen, ganze Landstriche zu evakuieren (die dort lebenden Menschen also in andere Gebiete und damit in Sicherheit zu bringen). Allerdings wird der Vorwurf laut, dass gerade die moderneren Neubauten dem Erdbeben nicht standgehalten haben. Sie wurden also nicht erdbebensicher gebaut - trotz der hohen Wahrscheinlichkeit eines Bebens in diesem Gebiet.

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letzte Aktualisierung: 05.10.2009

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