Vulkan Stromboli spuckt Lava

01.03.2007

Der Vulkan auf der italienischen Insel Stromboli vor Sizilien ist erstmals seit vier Jahren wieder ausgebrochen. Glühendes Magma fließt an mehreren Stellen vom Krater hinab und reißt Steine und Geröll mit sich ins Meer. Experten befürchten, dass die ins Meer stürzenden Gesteinsmassen ähnlich wie im Dezember 2002 einen Tsunami mit einer meterhohen Flutwelle auslösen könnten.

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Die kleine Vulkaninsel Stromboli ragt vor der Küste Siziliens aus dem Meer. Die Bewohner haben sich mit der ständigen Gefahr arrangiert. (Quelle: Denis Barthel)

Damals hatte eine Lavalawine, die ins Meer stürzte, einen Tsunami mit einer rund zehn Meter hohen Welle ausgelöst. Sie zerstörte einen Teil der Küste Strombolis und zahlreiche Häuser. Wie durch ein Wunder wurden damals nur wenige der ungefähr 400 Menschen, die auf Stromboli leben, verletzt.

Seit Menschengedenken ist der Vulkan aktiv. Er ist der einzige Vulkan Europas, der ständig aus mehreren kleinen Kratern geringe Mengen an Lava, Gestein, Gase und Asche ausspuckt. Normalerweise fällt das meiste Material, das der Stromboli auswirft, wieder in die Krater zurück. Der jetzige Ausbruch ist aber der schlimmste seit vier Jahren. Die ausgeworfene Lava bahnt sich vor allem über die "Sciara del Fuoco" (italienisch: "Feuerstraße") unaufhaltbar ihren Weg hinab ins Meer.

Die gefährliche Nähe zum Vulkan

Unvorhersehbare heftige Explosionen bleiben eine Gefahr für Bewohner und Besucher. (Quelle: Wikipedia)

Die Bewohner Strombolis haben sich mit der ständigen Gefahr mehr oder weniger abgefunden. Sie schwärmen von "ihrem Vulkan" und sind begeistert von der Energie und den Naturschauspielen, die Stromboli zu bieten hat. Die Dauerbewohner sind es längst gewohnt, dass sie bei Gefahr einige Tage auf der Nachbarinsel verbringen müssen. Sie kehren aber immer wieder auf die Vulkaninsel zurück. Mit Gebeten und Prozessionen wollen die Bewohner darauf Einfluss nehmen, dass sich der Vulkan friedlich verhält.

Wissenschaftler und Behörden beobachten den Vulkan genau und haben ein Frühwarnsystem entwickelt. Immer wieder werden Übungen auf Stromboli durchgeführt, um für den Notfall vorbereitet zu sein. Die gefährliche Nähe zum Vulkan hat aber auch gute Seiten: Auf der fruchtbaren Vulkanerde wachsen Orangen, Zitronen und Tomaten, was für die Einwohner eine Lebensgrundlage ist. Außerdem besuchen jährlich Tausende von Touristen die Insel, um sich das faszinierende und zugleich unheimliche Spektakel von der Nähe aus anzusehen. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle der Inselbewohner.

Auf dem Gipfel des Stromboli sorgen ständig kleine Explosionen für den Ausstoß von Lava, Asche und Rauch. (Quelle: Wolfgang Beyer)

Stromboli ist nur etwa 12 Quadratkilometer groß. Man kann in ein paar Stunden einmal um die ganze Insel herumgelaufen. Die Spitze des Stromboli erhebt sich 926 Meter über das Meer. Stromboli ist eine von sieben Vulkaninseln vor der Fußspitze des italienischen Stiefels. 2000 Meter unter dem Meer schiebt sich die afrikanische Kontinentalplatte pro Jahr etwa einen Zentimeter unter die europäische. Die Folge ist, dass flüssiges Magma an die Erdoberfläche gedrückt wird. Trotz aller Beobachtung kann niemand genau vorhersagen, wie sich der Vulkan in Zukunft verhalten wird.

letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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