Freddie Mercury - Der legendäre Sänger von Queen

Zum 20. Todestag des berühmten Musikers

von Tanja Lindauer - 23.11.2011

Vor 20 Jahren, am 24. November 1991, starb einer der bedeutendsten Rocksänger des 20. Jahrhunderts, Freddie Mercury. Von der Musikzeitschrift Rolling Stones wurde er sogar auf den 18. Platz der besten Sänger aller Zeiten gewählt. Aber wer war Freddie Mercury, der weltberühmte Sänger der erfolgreichen Band Queen? Was für ein Leben führte der legendäre Musiker, der mit gerade einmal 45 Jahren an Aids starb?

Freddie Mercury im Jahr 1984 bei einem Liveauftritt in Frankfurt am Main (Quelle: Thomas Steffan/ Wikimedia Commons)

Freddie Mercury wurde am 5. September 1946 als Farrokh Bulsara auf Sansibar (ein Teil des heutigen Tansanias in Ostafrika) geboren. Seinen leiblichen Namen verdankte er seiner indischen Familie - seine Mutter hieß Jer und sein Vater Bomi Bulsara. Seine Kindheit verbrachte der zukünftige Sänger zunächst auf Sansibar, aber im Alter von acht Jahren wurde er von seinen Eltern nach Indien geschickt. Dort besuchte er ab 1955 das englische Internat St. Peter's School in Panchgani - ein Ort, der etwa 250 Kilometer von der indischen Metropole Mumbai entfernt liegt.

Schon im Internat erhielt Farrokh von seinen Freunden seinen Spitznamen, den er sein ganzes Leben lang tragen sollte: Freddie. Bereits als Junge zog das Musiktalent die Aufmerksamkeit auf sich, obwohl er zu dieser Zeit eher schüchtern und zurückhaltend war, und so bemerkte auch schnell der Internatsdirektor Freddies außerordentliches Talent. Der Direktor machte auch seine Eltern auf die Begabung ihres Sohnes aufmerksam und empfahl ihnen, Freddie Klavierunterricht zu geben. Das Gesangstalent erhielt allerdings nie eine Stimmausbildung. Freddies künstlerische Begabung wurde am Internat gefördert und so war er auch Mitglied des Schülerchors und spielte Theater. Als Freddie zwölf Jahre alt war, trat er der Band "The Hectics" bei, die bei Schulveranstaltungen auftrat. 1963 kehrte Freddie, mit seinem Schulabschluss in der Tasche, nach Sansibar zurück.

Doch ein Jahr später kam es zu einer blutigen Revolution, und Familie Bulsara flüchtete mit ihrem 17-jährigen Sohn und der zwölfjährigen Tochter nach London. Dort besuchte Freddie das Polytechnikum (eine technische Hochschule) und von 1966 bis 1969 das Ealing College of Art, an dem er ein Diplom als Grafikdesigner erhielt. Als Student konnte Freddie seiner Liebe zum Zeichnen und zur Mode freien Lauf lassen. Und so entwarf er auch Kleidung und zeichnete Porträts seiner Vorbilder wie Jimi Hendrix, Elizabeth Taylor oder Paul McCartney. Allmählich legte Freddie seine Schüchternheit ab, und schon bevor Queen gegründet wurde, soll er einmal gesagt haben: "Ich werde kein Star sein. Ich werde eine Legende sein!" Ganz schön gewagt, doch er behielt recht!

Die Band Queen wird gegründet

Das Geburtshaus von Freddie Mercury im ostafrikanischen Sansibar (Quelle: Moongateclimber/ Wikimedia Commons)

1968 wurde die Band "Smile" gegründet, in der ein Studienfreund von Freddie Bass spielte und sang. Der Studienfreund, Tim Staffel, stellte Freddie seinen anderen Bandkollegen vor: den Gitarristen Brian May und den Schlagzeuger Roger Taylor. Für den damals 18-jährigen Freddie ging damit ein Traum in Erfüllung, auch wenn er zunächst eigentlich mehr als Berater für die Band tätig war. Er schlug ihnen zum Beispiel vor, wie sie ihr Bühnenprogramm gestalten sollten oder wie sie sich kleiden könnten. Ein Jahr später, 1969, wurde Freddie Mercury zunächst Sänger bei einer anderen Band namens "Ibex", die sich dann in "Wreckage" umbenannte.

Bei einem Konzert im September 1969 trat Freddies Band zusammen mit Roger Taylor und Brian May auf. Vielleicht war dies ein Vorzeichen, denn Brian und Roger sind zwei spätere Bandmitglieder von Queen? Nach einem Jahr, 1970, löste sich die Band "Smile" seines Studienkollegen Staffel auf. Das war der Startschuss: Im April 1970 gründeten Brian May, Roger Taylor und Freddie Mercury die legendäre Band namens "Queen". Ein Jahr später stieß noch der Bassist John Deacon dazu. Das Logo der Band gestaltete Freddie, der ja Design studierte, selbst. Auf dem Logo sind ein Feuervogel, ein Krebs, zwei Löwen und zwei Feen, die um den Buchstaben Q verteilt sind, zu sehen. Und in dem Q ist eine Krone abgebildet. Die Originalzeichnung kann man heute im Museum of Moving Image in London bewundern.

Freddie Mercury und sein Outing

Freddie Mercury führte ein exzessives Leben mit vielen Partys, Drogen und Alkohol. Bild: Konzert 1978 in New Haven (Quelle: Carl Lender/ Wikimedia Commons)

Mit der Gründung der Band beschloss Freddie, dass er sich einen Künstlernamen zulegen müsse, und so nannte er sich fortan Freddie Mercury. Das englische Wort "Mercury" hat dabei verschiedene Bedeutungen. So steht es zum einen für den Planeten Merkur und zum anderen auch für den Gott Merkur sowie Quecksilber. Was genau Freddie im Sinn hatte, als er sich für diesen Künstlernamen entschied, ist nicht bekannt. In den 1970er Jahren lebte Freddie mit Mary Austin zusammen, doch er beendete die Beziehung.

Freddie Mercury bekannte sich zu seiner Bisexualität - das bedeutet, dass er Männer und Frauen liebte. Aber seine Beziehung zu Mary blieb innig und sie wurden sehr gute Freunde. Schon zwei Jahre nach der Gründung von Queen erhielten die vier einen Plattenvertrag bei EMI und ein Jahr später erschien ihr erstes Album mit dem Titel "Queen". Das Album wurde in den Medien als eines der interessantesten Projekte der Rockmusik bezeichnet. Ein Jahr später veröffentlichte die Band "Queen II" - das war ihr Durchbruch und die Musiker erlangten internationalen Ruhm. Schnell wurde Freddie für seine stimmgewaltigen Darbietungen auf der Bühne bekannt, aber auch für seine Kostümierungen: Häufig hatte der Frontmann auffällige, gewagte und schrille Kostüme auf der Bühne an.

Leben in New York, München und London

Die Band Queen 1984 bei einem Liveauftritt in Frankfurt (Quelle: Thomas Steffan/ Wikimedia Commons)

In der ersten Hälfte der 1970er Jahre lebte der Sänger in München und New York. Nachdem sich Freddie zu seiner Bisexualität bekannte, sah man ihn in München auch häufig in der "Schwulenszene" - das heißt, er war in homosexuellen Kreisen bekannt und ein gern gesehener Gast. Er soll viel gefeiert und wilde Partys mit Drogen und Alkohol veranstaltet haben - genau so, wie es dem Bild eines Rockstars entspricht.

In einem Interview soll der Sänger einmal gesagt haben: "Exzess (also ausschweifendes Feiern) ist Teil meiner Natur. Langeweile ist eine Krankheit." Bei Freddie war ständig etwas los - auch bei ihm zu Hause soll stets bis spät in die Nacht das Licht gebrannt haben und Musik zu hören gewesen sein. 1983 begann Mercury die Arbeit an einem Soloalbum, also einem Musikalbum im Alleingang ohne die Band. Es erschien 1985 unter dem Namen "Mr. Bad Guy". Freddie Mercury war als Solokünstler erfolgreich, aber durch die Band Queen wurde er zur Legende. Immerhin erreichte sein Album aber in den englischen Charts den 6. Platz. Seine Band erlangte in den 1980er Jahren "Kultstatus" - jeder kannte sie und ihre Musik.

Bald schon zog es den Sänger wieder in seine Heimat und er kehrte zurück nach London. Dort lernte er Jim Hutton kennen, seinen neuen Lebensgefährten, der ihn bis zu seinem Tod begleiten sollte. 1987 wurde für Freddie ein Traum war und er trat zusammen mit der Opernsängerin Montserrat Caballé auf: Im Duett sangen sie das Lied "Barcelona". 1989 erschien dann das Album "The Miracle", was übersetzt "Wunder" bedeutet. Viele Fans glaubten, dass die Band das Album so genannt hatte, weil sie sich auflösen wollte und dann doch noch einmal zusammengerauft hätte. Später wurde bekannt, dass das Album aus einem ganz anderen Grund so genannt wurde: Freddie war zu dieser Zeit bereits sehr krank und es war ein Wunder, dass er die Kraft noch aufbringen konnte, das Album zu produzieren. 1990 wurde Queen mit dem Brit Award ausgezeichnet - doch Freddies Auftritt dort schockierte die Gäste und das Fernsehpublikum, denn er sah sehr krank aus und so wurde wild über seinen Gesundheitszustand spekuliert.

Das Geheimnis um seine Krankheit

Statue von Freddie Mercury in Montreux: Sie zeigt den Sänger von Queen in einer typischen Pose bei Auftritten. (Quelle: Bernd Brägelmann/ Wikimedia Commons)

Die Krankheit zeichnete sich immer mehr ab, und im Februar 1991 veröffentlichte Queen ein weiteres Album mit dem Namen "Innuendo" (das bedeutet "versteckte Anspielung"). Viele der Songs erhielten Anspielungen auf Freddie Mercurys Gesundheitszustand. So haben die Songs etwa Titel wie "The Show Must Go On" ("Die Show muss weitergehen") oder "I'm Going Slightly Crazy" ("Ich werde langsam verrückt"). Beim Videodreh zu letzterem Song konnte der Sänger von Queen seinen schlimmen Zustand nicht mehr verbergen. Er war abgemagert und hatte tiefe, schwarze Augenringe. Er gab häufig an, dass seine Knie wehtun würden und legte sich in seiner Kabine hin.

Freddie Mercury war zu dieser Zeit schon sehr geschwächt, doch seine Fans und auch viele Menschen aus seinem Umkreis wussten nicht, was ihm fehlte. Selbst die Band wusste nicht von Anfang an Bescheid. Natürlich kamen Gerüchte auf und man kam hinter sein Geheimnis: Der Sänger von Queen war an Aids erkrankt. Doch Freddie Mercury verleugnete dies weiterhin - zu dem Zeitpunkt lebte er schon vier Jahre mit der Krankheit, also seit 1987. Doch bald hatte der Sänger keine Kraft mehr, sich weiter zu verstellen. Am 23. November 1991 ließ er verkünden, dass er an Aids erkrankt sei. Nur ein Tag später, am 24. November 1991, starb Freddie Mercury im Alter von 45 Jahren an den Folgen seiner Krankheit.

Im April 1992 fand im Wembley-Stadion in London ein Konzert zu Ehren von Freddie Mercury statt, das so genannte "Freddie Mercury Tribute Concert for Aids Awareness". Mit diesem Konzert wollte man zum einen dem großartigen Sänger Freddie Mercury gedenken, zum anderen aber auch auf die schlimme Krankheit Aids aufmerksam machen. Brian May, Roger Taylor und John Deacon, die restlichen Bandmitglieder von Queen, begleiteten auf diesem Konzert verschiedene Sänger und es wurden die Lieder von Queen gespielt. Unter anderen traten berühmte Bands und Künstler wie Guns N'Roses, Seal, George Michael oder Elton John auf.

Freddie Mercury, der Paradiesvogel

Freddie Mercury war bekannt für seine schrillen Outfits auf der Bühne. Bild: 1978 in New Haven (Quelle: Carl Lender/ Wikimedia Commons)

Queen wurde zu einer der erfolgreichsten Bands aller Zeiten, was sie natürlich auch Freddie Mercury zu verdanken hatte. Die Stimme des Sängers ist immer noch einmalig, und niemand, so sagt man, habe es je wieder geschafft, an seine Leistung heranzukommen. Freddie besaß ein großes Talent und seine Stimme umfasste ein gewaltiges Repertoire an Farbklängen und Volumen. Er hatte eine Dreieinhalb-Oktaven-Stimme - das ist eine sehr seltene Fähigkeit. Von ganz hohen Tönen, bis zu ganz tiefen: Freddie beherrschte sie alle, eine Gabe, die nur wenigen Sängern zuteil wird.

Aber auch seine Leistung bei Live-Auftritten faszinierte die Menschen. Auf der Bühne war immer etwas los: Er tanzte und bewegte sich zur Musik, und selbst sein Mikrofonständer war nicht vor ihm sicher. Ein Mikro-Ständer mit einem unten abgeschraubten Fuß wurde zum Markenzeichen des Sängers. Darauf war Mercury eigentlich nur durch Zufall gekommen, da sich der Fuß bei einem Konzert gelöst hatte und er das Konzert deshalb nicht unterbrechen wollte. So nahm er den abgebrochenen Ständer einfach in die Hand. Bei anschließenden Konzerten wirbelte Freddy Mercury den Mikrofonständer immer wieder durch die Luft, spielte "Gitarre" auf ihm oder benutzte ihn als Turngerät.

Der Sänger war für eine Überraschung immer gut. Nicht zuletzt seine Kostümierungen auf der Bühne machten einen Konzertbesuch zu einem unvergleichbaren Erlebnis. Mal als König, mal in einer riesigen Flagge eingehüllt oder in hautengen Kostümen präsentierte er sich dem Publikum. Fast jeder auf der Welt kannte seine Hits und kennt sie heute noch, so wie "We are the Champions", "We Will Rock You", "Radio Ga-Ga" und und und. Queen hatte so viele Hits wie kaum eine andere Band. Der Erfolg liegt sicherlich auch darin begründet, dass die Musiker ganz verschiedenen Musikrichtungen abdecken: Elemente aus Rap, Rock und sogar Oper, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Auch heute noch sind Freddie Mercury und Queen Vorbild vieler Künstler. So betont zum Beispiel Lady Gaga immer wieder, dass sie von Freddie beeinflusst wäre. Die Legende Freddie Mercury gilt noch immer als einer der besten Sänger aller Zeiten.

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Co-Autorin: Britta Pawlak
letzte Aktualisierung: 24.11.2011

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