- Werbung -
Werbung (warum?)

Welche Drogen gibt es und wie wirken sie?

Teil 2

Teil 2 von 2

von Carola Beck und Andreas Fischer

Was sind Drogen? Verboten und gefährlich, das ist nur eine Antwort. Denn auch "legale", also per Gesetz erlaubte Genuss- und Rauschmittel, sind Drogen. Drogen machen abhängig, so lautet die zweite Antwort. Aber welche Stoffe gehören eigentlich zu den Drogen? Sind Zigaretten Rauschmittel? Wann beginnt die Sucht? Wie wirken die einzelnen Drogen und was macht sie zur Gefahr?

Werbung (warum?)
Immer mehr Jugendliche konsumieren "erlaubte Drogen" wie Alkohol. Wichtig ist deshalb eine umfassende Aufklärung über Wirkung und Gefahren von Rauschmitteln. (Quelle: Keine Macht den Drogen e.V)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich für folgende Definition entschieden: "Drogen" sind demnach alle Stoffe, die Funktionen im Körper beeinflussen und verändern können. Sehr weit gefasst und doch auf den Kern reduziert ist diese Definition. Denn sie berücksichtigt weder, ob Substanzen per Gesetz verboten sind oder nicht, noch, wie schwer ihre Wirkung und damit die Gefahr zur Abhängigkeit ist. Sie berücksichtigt nur, dass diese Substanzen auf unseren Körper wirken.

Auch Alkohol und Nikotin führen zur Abhängigkeit und sind gefährliche Giftstoffe für den Körper. Nicht zu vergessen ist, dass viele Menschen abhängig von Medikamenten sind - auch diese fallen unter den Begriff "Drogen". Häufig führen Drogen zu einem Erregungs- oder Rauschzustand, der die Stimmung hebt, das körperliche Wohlgefühl steigert und die Realität vergessen lässt. Die Wirkung der Drogen beruht auf einer akuten Vergiftung. Lässt die Wirkung nach, treten oft Niedergeschlagenheit, Verstimmung und Unlustgefühle ein. Bei den Halluzinogenen kommt es darüber hinaus noch zu halluzinatorischen - also sinnestäuschenden - Erscheinungen. Das körperliche oder seelische Bedürfnis, die Droge wieder nehmen zu wollen, führt zur Abhängigkeit. Wir haben für euch eine Liste zusammengestellt, in der die Herkunft und Wirkungsweise verschiedener Drogen beschrieben wird.

Zigaretten - Tabak
Wichtigster Wirkstoff: Nikotin

Der getrocknete, aus den Tabakblättern gedrehte oder gehackte Tabak enthält das Nervengift Nikotin. (Quelle: US Drug Enforcement Administration)

Die Tabakpflanze erzeugt in ihren Wurzeln Nikotin, die sie in ihren Blättern als Gift gegen Fressinsekten einsetzt. Der getrocknete, aus den Tabakblättern gedrehte oder gehackte Tabak enthält das Nervengift Nikotin. Das heißt, Nikotin ist ein Gift, das speziell auf die Nervenzellen beziehungsweise das Nervengewebe und das Zentralnervensystem wirkt.

In geringer Menge hat Nikotin einen anregenden Effekt. Nachdem es über die Lunge in den Blutkreislauf gelangt ist, stimuliert es die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin, des "Glückshormons" Dopamin und Serotonin, das den Blutdruck und Funktionen des Zentralnervensystems regelt. Nikotin steigert die Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistung. Dieser Effekt ist allerdings nur von kurzer Dauer. Nikotin beschleunigt den Herzschlag, erhöht den Blutdruck und verengt die Blutgefäße. Dadurch wird die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen des ganzen Körpers reduziert. Der Hautwiderstand und die Hauttemperatur nimmt ab, die Haut wird fahl.

Nikotin gehört zu den Substanzen mit dem höchsten Suchtpotenzial, auch gemessen an illegalen Drogen wie zum Beispiel Kokain. Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen oder Ängstlichkeit können bis zu 72 Stunden andauern. Die Wirkungs- und Entzugsintervalle werden immer kürzer, sodass eine immer stärkere Sucht entsteht, die durch mehr Zigarettenkonsum ausgeglichen werden muss. Hauptsächlich ist Zigarettensucht eine Gewohnheitssucht. Nach drei Wochen Nichtrauchen ist kein körperlicher Entzug mehr feststellbar. Allerdings fallen viele Raucher verhaltensbedingt wieder in die Sucht zurück, weil sie es gewohnt waren, in Alltags- oder Stresssituationen zu rauchen.

Marihuana und Haschisch (Hanf/ Cannabis)
Hauptwirkstoff: Tetrahydrocannabinol (THC)

Haschisch wird aus dem Harz der weiblichen Blüten des Indischen Hanfs gewonnen. (Quelle: Andrea Mertes / Pixelio )

Haschisch wird aus dem Harz der weiblichen Blüten des Indischen Hanfs gewonnen. Der Harz wird zu Blöcken oder Platten gepresst und geraucht oder manchmal Getränken oder Gebäck beigemischt. Haschischkonsum verstärkt Empfindungen und Gefühle. Je nach Umgebung und Stimmungslage kann der Konsument in ganz unterschiedliche Rauschzustände fallen: Glücksgefühle und Entspanntheit überwiegen, aber auch Unruhe, Angst und Bedrücktheit sind häufig.

Der Wirkstoff THC beeinflusst die Koordination von Bewegung, Wahrnehmung, Gefühle und Gedächtnis. Er wird mit der Wirkungsweise des körpereigenen Anandamid verglichen. Anandamid ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die besonders für Funktionen des zentralen Nervensystems notwendig ist. Die Steuerung von Bewegungen, Empfindungen und Erinnerungen wird der Substanz zugeschrieben. THC soll nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen eine ähnliche Wirkungsweise wie das körpereigene Anandamid haben. Eine abschließende, umfassende Beschreibung der Wirkungsweise von THC steht aber noch aus, da es noch stärker eine hohe psychologische Wirkung als eine körperliche Reaktion auslöst.

Bei Haschischkonsum treten häufig Denkstörungen auf. Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit können vermindert werden, ebenso die Leistung des Kurzzeitgedächtnisses. Die Konsumenten sind durch Kleinigkeiten leicht abgelenkt. Das Wohlbefinden durch den Haschischrausch geht häufig einher mit einem verminderten Antrieb und einer Tendenz zum Nichtstun. Zwar hat der Konsument selbst ein Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit, die jedoch von außen betrachtet immer mehr abnimmt. An die Stelle geordneten Denkens und logischer Schlussfolgerungen tritt ein mehr assoziatives (also verschiedene Gedanken verknüpfendes), gefühlsmäßiges Denken ein. Der Konsument wird zunehmend gleichgültiger und weniger belastbar, weshalb sich viele "Kiffer" mehr und mehr aus dem Alltagsleben zurückziehen.

Der Konsum von Haschisch führt nicht in eine körperliche Abhängigkeit. Allerdings ist der Faktor des seelischen Verlangens, das nach häufigem Haschisch rauchen bestehen bleibt, nicht zu unterschätzen. Vielen, die sich an die regelmäßige Einnahme von Haschisch gewöhnt haben, fällt es schwer, wieder in die Wirklichkeit ohne Haschisch zurückzufinden. Haschisch wird immer wieder als "Einstiegsdroge" bezeichnet. Da Haschisch in Deutschland illegal (verboten) ist, wird es oft im gleichen Umfeld von Dealern (Drogenhändlern) auf dem Schwarzmarkt gehandelt, die auch mit "härteren Drogen" wie Kokain, Ecstasy oder Heroin handeln. Die Möglichkeit, an gefährlichere Drogen zu kommen, ist dann also einfacher. Außerdem kann schneller die Schwelle fallen. Warum nicht mal etwas anderes "ausprobieren", wenn man schon mal an einem Joint gezogen hat, denken sich viele. Der Absturz in eine "Drogenkarriere" ist für suchtgefährdete Menschen also nahe.

Alkohol
Hauptwirkstoff: Ethanol

Alkohol ist ein gefährlicher Giftstoff, der auf das Nervensystem, speziell auf das Gehirn, wirkt. (Quelle: Pixelio / Fotograf J.Bredehorn)

Alkohol (Ethanol) entsteht bei der Gärung von Früchten, Getreide oder Kartoffeln. Bei der alkoholischen Gärung wird Zucker in Alkohol umgewandelt. Der korrekte Name ist eigentlich Ethanol ("Trinkalkohol"). Umgangssprachlich hat sich der Begriff Alkohol durchgesetzt. Alkohol wird im gesamten Verdauungssystem aufgenommen. Dies beginnt schon in der Mundschleimhaut, im Magen und endet im Darm. Der Alkohol geht direkt in das Blut über und gelangt darüber auch in das Gehirn.

Alkohol wirkt sich auf das Nervensystem, speziell auf das Gehirn aus. Das Blickfeld wird verengt (Tunnelblick) und die Reaktionszeiten verlangsamen sich. Schon ab einem Glas Wein (0,2 Liter), ein Bier (0,3 Liter) oder einem Glas Schnaps fallen bei einigen die Hemmungen und sie werden redseliger. Der Konsum von solchen relativ geringen Mengen Alkohol entspricht etwa 0,2 Promille Blutalkohol. In Promille (also "pro tausend") werden Konzentrationen angegeben, in denen Alkohol im Blut vorhanden ist. Je nach Körpergewicht und körperlicher Verfassung schwanken die Promille-Werte aber individuell sehr stark bei gleicher Alkoholmenge.

Mit zwei bis drei Gläsern Bier (0,3 Liter) oder einem halben Liter Wein lässt die Reaktionsfähigkeit nach und die Risikobereitschaft erhöht sich. Mit dieser Menge Alkohol hat man etwa 0,5 Promille im Blut. Ab fünf bis sechs Gläsern Bier oder einem Liter Wein fallen Körperfunktionen wie Bewegungskoordination und das Gleichgewicht halten sowie die Fähigkeit, verständlich zu sprechen, schwer. Der Blutalkohol liegt dann bei ungefähr 1,0 Promille. Mit 2,0 Promille beginnen Erbrechen, ein hilfloser Zustand und schwere Gleichgewichtsstörungen. Eine Alkoholvergiftung kann tödlich sein: ab 2,5 Promille werden Atmung und Blutkreislauf gestört, das Bewusstsein setzt aus und es besteht Lebensgefahr.

Für Fahranfänger gilt ein generelles Alkoholverbot am Steuer. Wer schon länger als zwei Jahre im Besitz seiner Fahrerlaubnis ist, darf zwar geringe Mengen Alkohol trinken, ist aber bei einem Unfall grundsätzlich der Verantwortliche. Alkohol kann in eine Sucht führen. Bei regelmäßigem Konsum macht Alkohol körperlich und seelisch abhängig. "Trocken" zu werden, also auf Alkohol auf Dauer ganz zu verzichten, schaffen nur sehr wenige Alkoholiker. Zigaretten und Alkohol sind in Deutschland die häufigste Todesursache bei Drogenmissbrauch.

Ecstasy
Hauptwirkstoff: Amphetamine/ MDMA

Ecsaty ist ein künstlich hergestellter Aufputscher. Als Partydroge wird damit besonders in der Technoszene als "bunte Pille" gehandelt. (Quelle: US Drug Enforcement Administration)

Ecstasy ist ein künstlich hergestellter Aufputscher. Als Partydroge ist das Amphetamin (meist das so genannte MDMA) besonders in der Technoszene als bunte Pille in unterschiedlichen Farben und Zusammensetzungen zu haben. Ecstasy vermindert das Urteils- und Konzentrationsvermögen. Die Pille ruft ein Gefühl von Nähe und Harmonie zu anderen Menschen hervor. Gefühle von Glück, Offenheit, Angstfreiheit und Bedeutungshaftigkeit werden ausgelöst. Musik wird intensiver erlebt.

Werbung (warum?)

Ecstasy setzt das körpereigene Warnsystem außer Kraft, das normalerweise vor Flüssigkeitsmangel, Überhitzung und Erschöpfung bewahrt. Ecstasy-Konsumenten haben deshalb das Gefühl, "das ganze Wochenende durchtanzen" zu können. Das exzessive Tanzen führt nicht selten zu einem Hitzschlag oder Nierenversagen. Zehn bis 20 dieser Fälle im Jahr enden tödlich. Regelmäßiger Ecstasykonsum führt zu dauerhaften seelischen Störungen, wie beispielsweise Kontaktstörungen, Depressionen und Persönlichkeitsstörungen. Symptome des Ecstasy-Konsums sind auch Schwitzen, Kieferkrämpfe, Muskelzittern, Kreislaufprobleme, Mundtrockenheit, Schwindel und Brechreiz. Ecstasy können auch die Bildung von Pickeln im Gesicht hervorrufen.

Die Wirkung von Ecstasy-Pillen setzt etwa 20 bis 80 Minuten nach Einnahme ein und wird bei zusätzlichem Alkoholmissbrauch noch unberechenbarer. Nach etwa vier bis sechs Stunden lässt die Wirkung nach. Erschöpfungserscheinungen, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen und Gedächtnisstörungen sind die Folge. Dauerhafter Ecstasy-Konsum führt zu einem Mangel des körpereigenen "Glückhormons" Serotonin. So wird auf Dauer im Körper das genaue Gegenteil der Drogenwirkung ausgelöst. Auch nach langem Entzug bleiben die Schäden oft bestehen.

Die meisten Ecstasy-Konsumenten ziehen ansonsten ihr Leben in Schule und Beruf weiterhin durch. Sie fallen eher nicht dadurch auf, dass sie sich zurückziehen und abkapseln, wie viele andere Drogenabhängige. Wird Ecstasy regelmäßig konsumiert, leiden die Betroffenen in der Zeit der "Einnahmepausen" oft unter seelischen Tiefs und Antriebslosigkeit. Ecstasy ist eine Droge, die hauptsächlich von Jugendlichen und jungen Erwachsenen konsumiert wird, und das Einstiegsalter wird immer niedriger. Der regelmäßige Konsum von Ecstasy führt vor allem zu seelischer Abhängigkeit. Ein weiteres Risiko ist gerade bei Ecstasy (aber auch bei anderen Drogen), dass der Konsument nicht wirklich weiß, was er eigentlich zu sich nimmt. Häufig sind die synthetischen Pillen aus Kostengründen "gestreckt", sie enthalten also weitere chemische Stoffe, die unverträglich oder sogar sehr schädlich für den Körper sein können.

Meth/ Crystal
Hauptwirkstoff: Methamphetamin

Der kristalline Stoff Methamphetamin wird geraucht oder geschnupft und ist immer häufiger als Partydroge verbreitet. Er führt schnell zur psychischen Abhängigkeit. (Quelle: United States Federal Government)

Das (halb-)synthetische Rauschmittel auf der Basis von Amphetamin ist ein weißer, kristallartiger Stoff, der durch die Nase gezogen oder geraucht wird und immer häufiger als Partydroge im Umlauf ist. Unter anderem im Zweiten Weltkrieg und im Vietnam-Krieg wurde es bei Soldaten eingesetzt, um Angst und Schmerzempfinden zu hemmen und die Leistungsfähigkeit zu steigern. Es wirkt vor allem aufputschend und antriebssteigernd, so dass die Konsumenten nächtelang durchfeiern können und sich dabei ausgeglichen und glücklich fühlen. Sie verspüren weder Schmerz noch Hunger oder Müdigkeit.

Die Droge führt sehr schnell zu psychischer Abhängigkeit, so dass oft immer häufiger und in größeren Mengen zum Stoff gegriffen wird. In geringeren Mengen löst er Unruhe, Überdrehtheit, Erregung und Hemmungslosigkeit aus, in höheren Dosen kann er zu völliger Verwirrung und Gedächtnisverlust führen. Eine Überdosierung ist lebensgefährlich und es kann zu Nierenversagen, Hirninfarkten und zum Herzstillstand kommen. Bei häufigem Konsum wird der Körper schnell zugrunde gerichtet und neben totaler Erschöpfung, Immunschwäche und Kreislaufproblemen treten Verfallserscheinungen wie der Ausfall von Zähnen und Haaren, Faltenbildung und Verlust von sexueller Lust und Erregung auf. Weiterhin können Aggression, Persönlichkeitsveränderungen und schwere seelische Krankheiten wie Verfolgungswahn auftreten.

Kokain/ Crack
Hauptwirkstoff: Kokain/ Kokainhydrochlorid

Das weiße Pulver Kokain, eine der gefährlichsten und weit verbreitetesten Drogen, wird aus den Blättern der Coca-Pflanze gewonnen, die in 600 bis 1000 Metern Höhe in Südamerika wächst. (Quelle: US Drug Enforcement Administration)

Kokain wird aus den Blättern der Coca-Pflanze gewonnen, die in 600 bis 1000 Metern Höhe in Südamerika wächst. Kokain ist eine der gefährlichsten und weit verbreitetsten Drogen.

Kokain wirkt auf das Zentralnervensystem und führt zu guter Stimmung bis hin zur Euphorie (starken Glücksgefühlen) und dem Empfinden, leistungsfähiger und aktiver zu sein. Das Selbstbewusstsein wird gesteigert und Menschen im Kokainrausch sind häufig stark Ich-bezogen. Das Gefühl für Hunger und Müdigkeit verschwindet. Bei Kokainkonsum erhöht sich die Atem- und Pulsfrequenz, Atemunregelmäßigkeiten treten auf, Blutgefäße werden verengt und somit erhöht sich der Blutdruck. Kokain kann zu Herzrhythmusstörungen führen und einen Herzanfall zur Folge haben. Auch Schlafentzug als Folge des Kokainkonsums kann den Körper extrem belasten und zu Zusammenbrüchen führen.

Kokain kann zu Halluzinationen, Verfolgungsängsten, Orientierungslosigkeit, Nervosität und Aggressivität führen. Nach dem Abklingen der Wirkung kommt es häufig zu einem depressiven Zusammenbruch. Häufig verlangen Kokainkonsumenten dann nach einer weiteren Dosis. Es kann zu einer so genannten "Kokainpsychose" kommen, die durch Verfolgungswahn und Wahrnehmungsstörungen gekennzeichnet ist. Bei langfristigem Kokainmissbrauch ändert sich die Persönlichkeit des Konsumenten. Er verliert das soziale Gewissen und somit die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen. Kokain wird deshalb auch als "Egodroge" bezeichnet.

Kokain macht sehr schnell süchtig. Zuerst ist vor allem die seelische Abhängigkeit gefährlich. Bereits nach einmaligem Missbrauch von Kokain kann es zu einer Sucht kommen. Bei mehrfachem Missbrauch stellt sich auch die körperliche Abhängigkeit ein.

Crack ist eine Form von Kokain, bei der der Stoff mit Backpulver und Wasser zu kleinen Kristallen aufgekocht wird. Dieses "gestreckte" Kokain ist viel preiswerter als "normales" und wird geraucht. Dadurch wirkt es besonders schnell und unberechenbar. Seine Wirkung ist ähnlich wie die von reinem Kokain, nur noch stärker und gefährlicher. Eine Überdosis geschieht schnell und kann bis zum Tod durch Atemlähmung oder Herzstillstand führen. Crack macht schnell körperlich und psychisch abhängig und kann Lungenschäden, Kreislaufprobleme, Bluthochdruck und Appetitlosigkeit zur Folge haben. Außerdem verändert sich die Persönlichkeit von Menschen, die die Droge regelmäßig konsumieren. Sie schwanken zwischen Größenwahn und Depressionen, sind geistig verwirrt oder leiden unter Angstzuständen und Verfolgungswahn. Ein ständiger Konsum kann zu schweren körperlichen und seelischen Schäden führen.

Heroin
Hauptwirkstoff: Morphin/ Diamorphin

Opium wird aus dem eingetrockneten Milchsaft der unreifen Mohnkapsel gewonnen und enthält 25 verschiedene Wirkstoffe, darunter Morphin. Daraus wird das halbsynthetische "Heroin" gewonnen. (Quelle: US Drug Enforcement Administration)

Opium wird aus dem eingetrockneten Milchsaft der unreifen Mohnkapsel gewonnen und enthält 25 verschiedene Wirkstoffe, darunter Morphin (Morphium). Daraus wird das halbsynthetische Opiat "Heroin" gewonnen. Auch Medikamente für Patienten mit sehr schlimmen Leiden und starken Schmerzen enthalten Morphium.

Heroin ist eine sehr gefährliche Droge, die schnell süchtig macht - oft sogar bereits bei der ersten Einnahme. Spätestens nach ein bis zwei Wochen ist der Konsument seelisch und körperlich abhängig. Bei Erstkonsum und zu Beginn des Konsums von Heroin stellt sich ein Euphorie- und Wohlgefühl ein. Schnell gewöhnt sich der Körper jedoch an die Wirkung, die Dosis muss immer weiter erhöht werden.

Bald bewirkt Heroin gar nicht mehr in erster Linie starke Glücksgefühle: der Süchtige konsumiert Heroin vor allem, um die fürchterlichen Entzugserscheinungen zu unterbinden. Diese sind: Unruhe, Reizbarkeit, Angst, Kreislaufstörungen, Schweißausbrüche, Niedergeschlagenheit, Frösteln, Gänsehaut bis hin zu Panikzuständen und schweren Depressionen. Je länger der Entzug anhält, desto schlimmer werden die Entzugserscheinungen. Sie führen schließlich zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Zittern, Muskelkrämpfen im Rücken und in den Gliedmaßen, schnellem Puls, Bluthochdruck und Todesangst. Das Verhalten des Süchtigen wird zwanghaft, er kann den Gebrauch von Heroin nicht mehr steuern.

Konzentration, Aufmerksamkeit und Urteilsvermögen lassen nach. Im Drogenrausch versinkt der Süchtige in Tagträume und glaubt, über den alltäglichen Problemen zu stehen. Da Heroinabhängige die Droge wegen der schlimmen Entzugserscheinungen brauchen, verfallen viele in das Problem, Geld für die teure Droge zu beschaffen. Sie werden kriminell oder verkaufen ihren Körper, indem sie über Prostitution an das notwendige Geld kommen wollen. Ein normales, selbst bestimmtes Leben ist nicht mehr möglich.

Was meint ihr? Wann ist es genug? Darf ein Gläschen Bier mal sein? Wo ist die Grenze zu zügellosem Drogenkonsum? Kann man selbst die Grenze einschätzen, oder sollte man lieber ganz die Finger von allen Drogen lassen? Diskutiere mit anderen Lesern im unten verlinkten Forum.

Klicke auf den Zurück-Pfeil rechts unten, um zum ersten Teil des Artikels zu gelangen.

letzte Aktualisierung: 20.09.2016

Hat dir der Artikel gefallen? Unten kannst du eine Bewertung abgeben. Wir freuen uns auf dein Feedback!
Werbung (warum?)

268 Bewertungen für diesen Artikel

Teil 2 von 2

Hinweis zum Copyright für Schüler und Lehrer: Die Texte von Helles-Koepfchen.de dürfen für den Schulunterricht (z.B. zur Unterrichtsvorbereitung, als Unterrichtsmaterialien, für Hausaufgaben oder Referate) auch für die ganze Schulklasse kostenlos ausgedruckt und vervielfältigt werden. Einzige Voraussetzung ist eine korrekte Quellenangabe, die wie folgt aussieht: Quelle: Helles-Koepfchen.de, [Link zum Artikel]. Die Druckversionen aller unserer Artikel beinhalten in der Fußzeile bereits die passende Quellenangabe - diese muss auf den Ausdrucken sichtbar sein.