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Friedrich der Große, König von Preußen

Zum 300. Geburtstag des "alten Fritz"

24.01.2012

Friedrich II. gehört zu den bekanntesten Deutschen der Geschichte und erhielt schon zu Lebzeiten den Beinamen "der Große". Er lebte in einer Zeit, zu der Deutschland in viele kleine Fürstentümer und Königreiche aufgeteilt war. Friedrich selbst regierte das Königreich Preußen - ein Land, das sich zur Zeit seiner größten Ausdehnung im 19. Jahrhundert von Aachen im Westen bis nach Königsberg im Osten erstreckte und aus vielen, teilweise geographisch nicht miteinander verbundenen Gebieten bestand. Unter der Herrschaft von Friedrich II. stieg Preußen zur europäischen Großmacht auf.

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Das einzige Porträt aus der Regierungszeit von König Friedrich II., zu dem er selbst Modell stand, wurde 1763 von Johann Georg Ziesenis gemalt. (Quelle: Wikimedia Commons)

Der kleine Friedrich wurde am 24. Januar 1712 im Stadtschloss von Berlin geboren. Er hatte 13 Geschwister und sein Vater war Friedrich Wilhelm I., der König von Preußen. Er wuchs im Potsdamer Schloss auf, wo ihm seine Mutter und sein Kindermädchen Madame Rocoulle die französische Sprache beibrachten. Schon früh wurde ihm gesagt, dass Französisch die Sprache der Kunst und Kultur sei und Deutsch nur von den Menschen des "niederen Standes" gesprochen würde.

Ab seinem sechsten Lebensjahr kümmerte sich sein strenger Vater um Friedrichs Erziehung. Er schrieb ihm vor, wie viel Zeit dem Jungen zum Frühstück zur Verfügung stand, sorgte für dessen militärische Ausbildung und ordnete an, was für Kleidung er zu tragen habe. Auch vor Prügelstrafen schreckte der König nicht zurück. Im Alter von 16 Jahren begann Friedrich, der sich viel mehr für Kunst und Literatur interessierte anstatt für seine militärische Ausbildung, Flötenunterricht zu nehmen - zum Ärger seines Vaters, der hoffte, dass Friedrich ein harter, strenger Soldat wie er selbst werden würde.

Friedrich im Konflikt mit dem Vater

Friedrichs Vater, der "Soldatenkaiser" Friedrich Wilhelm I. (Quelle: Wikimedia Commons)

Das Verhältnis zwischen dem jungen Friedrich und seinem Vater verschlechterte sich immer mehr. Schon bald lernte Friedrich den acht Jahre älteren Hans Hermann von Katte kennen, der sich ebenfalls für Kunst und Literatur begeisterte. Beide schmiedeten den Plan, nach Frankreich und somit vor Friedrichs strengem Vater zu fliehen. Sie wurden jedoch von den Männern des Königs erwischt und von Katte wurde auf Auftrag des König enthauptet.

Zur Strafe für seinen Fluchtversuch warf der König Friedrich aus der Armee, zu der er erst zwei Jahre später wieder zurückkehren durfte. Nun war aber sein Interesse für das Militär und die Armee geweckt. Im Jahre 1733 heiratete Friedrich die Fürstentochter Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern auf dem Schloss Salzdahlum in der Nähe von Braunschweig. Die Ehe sollte kinderlos bleiben.

Zum König von Preußen gekrönt

Der junge Kronprinz Friedrich um 1739, gemalt von Antoine Pesne (Quelle: Wikimedia Commons)

Am 31. Mai 1740 starb Friedrichs Vater König Friedrich Wilhelm I. und Friedrich wurde im Alter von 28 Jahren König von Preußen. Er übernahm das Heer seines Vaters, das mit seinen 80.000 Soldaten zu den damals größten Armeen Europas gehörte. Friedrich regierte zur Zeit des späten Absolutismus und war ein aufgeklärter Herrscher - er sah sich selbst als "ersten Diener des Staates" an.

Zu Beginn seiner Herrschaft brachte Friedrich einige Reformen auf den Weg. Er schaffte die Folter bei der Befragung von Angeklagten ab, senkte die Preise von Getreide und legte den Grundstein für die Pressefreiheit. Darüber hinaus beschloss er die Gründung von zahlreichen Schulen, vor allem in den ländlichen Gebieten Preußens, und ordnete die allgemeine Schulpflicht an, damit jedes Kind, egal ob arm oder reich, die Möglichkeit einer schulischen Ausbildung hatte. Zudem war Friedrich ein sehr toleranter Herrscher, vor allem was die Religionsausübung seiner Untertanen betraf. Seiner Meinung nach sollte "jeder nach seiner Fasson selig werden", was bedeutet, dass jeder seine Religion frei ausüben durfte.

Im Oktober des Jahres 1740 fand ein Ereignis statt, das Friedrichs Herrschaftszeit nachhaltig prägen sollte. In Wien starb der österreichische Kaiser Karl VI. Da dieser keinen Sohn hatte, wurde gemäß der Thronfolge seine Tochter Maria Theresia zur Kaiserin von Österreich ernannt. Friedrich erkannte die Thronfolge jedoch nicht an. Österreich grenzte damals an Preußen und reichte vom heutigen Polen bis nach Rumänien und dem Balkan. Kurz nach Beginn der Herrschaft von Kaiserin Maria Theresia besetzte Friedrich Schlesien, eine Region des österreichischen Kaiserreiches, welche heute in Südwestpolen liegt. Damit begann der Erste Schlesische Krieg, der bis zum Jahr 1742 andauern sollte. Im Frieden von Berlin wurde Friedrich beinahe das gesamte schlesische Gebiet zugesprochen. Der in seiner Kindheit dem Militär und Soldatentum abgeneigte Friedrich hatte nun vor, Preußen mithilfe seiner riesigen Armee zu einer europäischen Großmacht zu machen.

Aus diesem Grund und aus Angst davor, dass Maria Theresia Schlesien zurückerobern könnte, überfiel Friedrich mit seinen Truppen im Jahr 1744 die österreichische Region Böhmen im heutigen Tschechien. Nach der Besatzung von Prag zogen sich die Österreicher weiter zurück und fielen ihrerseits in Schlesien ein. Im Laufe dieses Zweiten Schlesischen Krieges konnte Friedrich abermals gegen die österreichischen Armeen bestehen, so dass im Dezember 1745 beim Frieden von Dresden beschlossen wurde, dass Schlesien für immer zu Preußen gehören sollte.

Der Siebenjährige Krieg

Friedrich vor der Schlacht bei Torgau am Ende des Siebenjährigen Krieges, Gemälde von Bernhard Rode von 1791 (Quelle: Wikimedia Commons)

Doch bereits 1756 musste Friedrich wieder um Schlesien kämpfen. Die drei europäischen Großmächte Frankreich, Russland und abermals Österreich schmiedeten Pläne gegen Friedrich, so dass der preußische König sich gezwungen sah, wieder aktiv zu werden. Er besetzte Sachsen, das zur damaligen Zeit zu Österreich gehörte, und begann so den Siebenjährigen Krieg (1756-1763). Trotz einiger verlorener Kämpfe konnte Friedrich die Angriffe der feindlichen Länder auf seine Hauptstadt Berlin und das preußische Kerngebiet abwehren. Durch die zahlreichen gewonnenen Schlachten stieg Friedrichs Ansehen enorm, so dass ihm in diesen Jahren der Beiname "der Große" gegeben wurde.

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Der Tod der russischen Zarin Elisabeth und die Thronfolge durch Peter III., der ein glühender Verehrer Friedrichs des Großen war, brachte die endgültige Wende im Krieg: Die Russen schickten den Preußen Hilfstruppen, verhalfen Friedrich zum dauerhaften Besitz Schlesiens und leiteten so das Ende des Siebenjährigen Krieges ein. Doch Preußen hatte viele Verluste zu beklagen, insgesamt 400.000 getötete Bürger und zahlreiche zerstörte Städte. Nun war es Friedrichs Aufgabe, das Land wieder aufzubauen.

Preußen als europäische Großmacht

Friedrichs "Tafelrunde" nach einem Gemälde von Adolph Menzel, das 1850 entstand (Quelle: Wikimedia Commons)

In Folge dieses gewonnen Krieges erreichte Friedrich sein Ziel: Preußen wurde zur europäischen Großmacht. In den Jahren nach dem Krieg sorgte er dafür, dass seine Untertanen im Kartoffelanbau unterrichtet wurden. Er ließ auf Feldern um Berlin die ersten Kartoffeln in Preußen pflanzen und erreichte mit seinem "Kartoffelbefehl", dass die Kartoffel im gesamten preußischen Königreich angebaut wurde. Darüber hinaus wurden Gebiete in der Mark Brandenburg und an der Oder ins preußische Reich eingegliedert und Friedrich legte den Oderbruch trocken, ein Gebiet nahe der Stadt Eberswalde im heutigen Grenzgebiet zwischen Deutschland und Polen. Dort und in den entvölkerten Regionen Preußens gründete er neue Städte und siedelte Bauern an.

Friedrich der Große verstarb am 17. August 1786 im Alter von 74 Jahren in seinem Schloss Sanssouci, während er in seinem Sessel saß. Eigentlich hatte er in seinem Testament angeordnet, dass er zusammen mit seinen Hunden in einer eigens für ihn errichteten Gruft bei Schloss Sanssouci beerdigt werden sollte. Doch sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. ließ ihn in einer Kirche in Potsdam bestatten. Erst im Jahre 1991 wurde der letzte Wunsch des Königs erfüllt und man setzte ihn in seiner Gruft in Sanssouci bei, wo sein Grab heute von einer Steinplatte geschmückt wird.

Begeisterung für die Kunst

Das Schloss Sanssouci in Potsdam (Quelle: Steffen Heilfort/ Wikimedia Commons)

Friedrich war ein vielseitig interessierter Mann und förderte in seinem Reich Kunst, Literatur und Architektur finanziell. Doch besonders die Kunst und die Musik hatten es ihm angetan. Ab dem Alter von sieben Jahren erhielt Friedrich Cellounterricht. Mit seinem Lieblingsinstrument, der Querflöte, schrieb er insgesamt 121 klassische Musikstücke. Auch nach seinem Regierungsantritt eröffnete er den Tag gerne mit einem Flötenspiel und mochte es sehr, vor seinen Bediensteten und dem königlichen Hof Konzerte zu geben. Auch bei seiner Hochzeit spielte er einige Lieder.

Friedrich war auch der Literatur und der Philosophie zugeneigt. Er verfasste zahlreiche Bücher in französischer Sprache. In seinem bekanntesten Werk "Antimachiavelli" aus dem Jahr 1740 beschäftigte er sich mit der Rolle des Staates, vor allem im Kriegsfall, wo er den König verpflichtet sah, im Interesse seines Volkes einen Krieg beginnen zu dürfen. Häufig traf er sich im Rahmen seiner so genannten "Tafelrunde" mit zahlreichen Denkern seiner Zeit in seinem Schloss Sanssouci. Dazu zählte neben verschiedenen Gelehrten, Generälen oder Schriftstellern auch der französische Philosoph Voltaire. In dieser Runde wurde lautstark über Philosophie, Religion und das Leben diskutiert. Nach einem Streit mit Friedrich verließ Voltaire sogar den Königshof und die beiden redeten erst Jahre später wieder miteinander.

Friedrich, der Baumeister

Reiterstandbild Friedrichs auf der Straße Unter den Linden in Berlin (Quelle: Beek100/ Wikimedia Commons)

Neben der Kunst und der Literatur interessierte sich Friedrich auch für Architektur. Dabei entwickelte er zahlreiche Entwürfe für Bauwerke, von denen viele im Laufe der Zeit wirklich umgesetzt wurden. Diese Pläne führte er zusammen mit dem Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff aus, mit dem er zahlreiche Bauwerke in Berlin errichtete, wie zum Beispiel das Opernhaus Unter den Linden oder die Hedwigskirche.

Seit Mitte der 1740er Jahre wollte sich Friedrich ein neues Schloss in Potsdam bauen lassen, was damals neben Berlin die zweite Residenzstadt der preußischen Könige war. Nach seinen Entwürfen wurde nun das Schloss Sanssouci errichtet. "Sans souci" bedeutet "ohne Sorge" und drückt aus, was der König an diesem Ort empfunden haben mag. Das Schloss zeichnet sich vor allem durch die mit Bäumen und Weinreben bepflanzten Terrassen vor dem Schlossgebäude und durch seine groß angelegten Parkanlagen aus. Infolge des siegreichen Siebenjährigen Krieges ließ sich Friedrich zudem das Neue Palais in Potsdam bauen - ein weiteres, viel gewaltigeres Schloss als Sanssouci, in dem er gemeinsam mit seinen Verwandten lebte. Auch fanden hier Opern und Theateraufführungen statt, für die Sanssouci einfach zu klein war.

Friedrich der Große wurde nach seinem Tod als vorbildlicher König angesehen, dessen Reformen auch den Bürgern Preußens zugutekamen und der als siegreicher Feldherr zahlreiche Schlachten geschlagen hat. Viele Statuen und Denkmäler, die ihm zu Ehren errichtet wurden, zeugen auch noch von dem ruhmreichen Bild Friedrichs des Großen.

letzte Aktualisierung: 24.01.2012

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