Kindersoldaten in der ganzen Welt

19.11.2004

Wenn du daran denkst, was Kinder so machen, dann fallen dir sicher viele Sachen ein: Kinder spielen und basteln, sitzen am Computer, hören Musik, müssen lernen und manchmal auch im Haushalt helfen. Doch eines kann man sich bei uns eigentlich gar nicht vorstellen: In über 20 Ländern dieser Erde müssen Kinder als Soldaten kämpfen.

UNICEF-Kampagne gegen Kindersoldaten (Quelle: UNICEF)

Sehr häufig sind es Rebellen, die nicht mit der Regierung einverstanden sind, die die Kinder als Soldaten rekrutieren. Aber in manchen Ländern unterstützt die Regierung auch eine der rivalisierenden Rebellengruppen.

Oft werden die Kinder dabei aus ihren Dörfern entführt, ohne dass ihre Eltern das verhindern könnten. Sie werden dann dazu gezwungen, Waffen in die Hand zu nehmen und zu kämpfen. Kinder sind kleiner und unauffälliger - und sie hören auch leichter auf das, was ihnen befohlen wird. Für manche Kriegsherren sind sie damit die besten Soldaten. Auch Mädchen werden nicht verschont.

So erleben diese Kinder schon sehr früh in ihrem Leben schreckliche Dinge, die sie nie wieder vergessen können.

Länder, in denen Kindersoldaten kämpfen, gibt es übrigens auf allen Kontinenten:

  • Europa: Russische Federation
  • Asien: Afghanistan, Indien, Irak, die palästinensischen Autonomiegebiete, Indonesien, Myanmar, Philippinen, Sri Lanka
  • Afrika: Angola, Burundi, die Demokratische Republik Kongo, die Elfenbeinküste, Guinea, Liberia, Ruanda, Somalia, Sudan und Uganda
  • Amerika: Kolumbien
Kindersoldat aus Sierra Leone (Foto von UNICEF) (Quelle: UNICEF/ Giacomo Pirozzi http://www.unicef.de)

Nach dem Ende der Kriege in Afghanistan, Angola und Sierra Leone wurden in den letzten drei Jahren gut 40.000 Kindersoldaten wieder ins normale Leben entlassen. Leider wurden aber auch gleichzeitig Tausende Kinder in den Konflikten an der Elfenbeinküste, Sudan und Liberia neu rekrutiert. So bleibt die Zahl der Kindersoldaten in den letzten Jahren immer bei etwa 300.000!

Viele Menschenrechtsorganisationen wie das Kinderhilfswerk der UNO, die UNICEF, versuchen Kindersoldaten zu befreien. In extra für sie eingerichteten Camps müssen die ehemaligen Kindersoldaten dann erst mal wieder lernen, was es heißt, Kind zu sein. Spielen, singen, lachen - all das haben sie verlernt, wenn sie befreit werden. Doch in den Camps lernen sie, dass es auch eine friedliche Zukunft für sie geben kann.
Sie verarbeiten ihre Erlebnisse im Krieg und bekommen Schulunterricht. Nebenbei können sie auch noch ein Handwerk oder Haushaltsführung lernen, damit sie später etwas Sinnvolles tun können.

Die Hilfsorganisationen fordern nun endlich auch von den Politikern in aller Welt, mehr gegen Länder zu unternehmen, in denen es Kindersoldaten gibt. Die Verbrecher, die Kinder zu Soldaten machen, sollen zum Beispiel vor ein internationales Gericht gestellt werden. Und Länder, die Rebellen unterstützen, die Kindersoldaten einsetzen, sollten Strafen auferlegt bekommen.

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letzte Aktualisierung: 20.06.2017

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