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"LocoRoco" für die Playstation Portable (PSP)

von Christian Kohlstruk

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Neue Ideen sind Mangelware, besonders bei Computerspielen. Viele Firmen wollen kein Risiko eingehen und produzieren lieber das 27. Fußball- oder Actionspiel, denn es geht um viel Geld. Umso erfreulicher ist es, wenn ab und zu ein Lichtblick am Zockerhimmel auftaucht, der sich dann auch noch erfolgreich verkauft.

Dass diese Eulen fliegen können ist kaum zu glauben bei ihren winzigen Flügeln.

Es gibt neue Spiele, bei denen man das Gefühl hat, sie bereits zu kennen, bevor man sie überhaupt gespielt hat: der 100. Tetris-Klon, der 15. Teil des ewig gleichen Sportspiels, bei dem sich bis auf ein paar grafische Details nicht viel ändert, und 35 Rennspiele, die sich fast nur anhand der Musik unterscheiden lassen.

Anstatt neue Ideen zu entwickeln, verpasst man lieber erfolgreichen und bekannten Spielen einen neuen Anstrich und verkauft sie als neu. Da die Computer und Konsolen immer leistungsfähiger werden, ist eine verbesserte Grafik eine Selbstverständlichkeit. Die meisten Fortsetzungen bekannter Spiele unterscheiden sich von ihren Vorgängern beinahe ausschließlich in der Qualität der Grafik, und nicht durch verbesserte Steuerung, bessere Spielbarkeit oder gar neue Ideen.

Odysee (Irrfahrt) in Pastell

Dank der verschlafenen Eule sieht euer LocoRoco aus wie ein laufender Quadratmeter.

Zum Glück gibt es hin und wieder mal ein Spiel, das sich kaum in bekannte Schubladen pressen lässt. Und genau so eines ist LocoRoco. Eigentlich ist LocoRoco ein Hüpfspiel, eine Herausforderung für geschickte Finger. Andererseits ist es auch eine Art "spielbares Bilderbuch" mit den süßesten Protagonisten (Hauptdarstellern) aller Zeiten: allen voran die namensgebenden "LocoRocos", eine Kreuzung aus Aprikose und Wasserballon.

Zunächst fällt einem der bunte Comicstil auf, der auf den ersten Blick etwas schlicht und nicht zeitgemäß wirkt. Bei genauerer Betrachtung bemerkt man jedoch eine große Fülle an liebevoll gestalteten Einzelheiten. Sprießende Pflanzen und nachgebende Böden sind nur zwei Beispiele für die Lebendigkeit der LocoRoco-Welt.

Leicht zu lernen...

Ungewöhnliches Leveldesign ist bei LocoRoco normal.

In einem kurzen Intro werdet ihr mit der Vorgeschichte und den Grundlagen der Steuerung bekannt gemacht. Im Gegensatz zum Spiel selbst ist seine Geschichte nicht gerade innovativ und schnell erzählt: die LocoRocos leben glücklich und zufrieden vor sich hin, bis eines Tages die so genannten "Mojas" auf der Bildfläche erscheinen. Diese schwarzhaarigen Biester mit Rastalocken haben es auf unsere liebenswerten RocoLocos abgesehen. Warum das so ist, erfährt man zwar nicht. Aber wahrscheinlich liegt es einfach an der schlechten Laune der außerirdischen Besucher.

Leider sind die Locos nicht besonders wehrhaft: Viel mehr als sich herumzurollen, zu singen und fröhlich zu sein, haben unsere pfirsichartigen Helden nicht gelernt. Doch zum Glück haben sie einen großen Freund: ihren Planeten, dessen Rolle ab jetzt der Spieler übernimmt. Im Gegensatz zu den meisten Spielen steuert man die Figuren also nicht direkt, sondern lenkt ihre Umgebung. Mit Hilfe der Schultertasten kann das Szenario um ungefähr 20 Grad nach links oder rechts gekippt werden, wodurch die runden Locos zu rollen anfangen. Wenn man beide Schultertasten gleichzeitig drückt, fangen sie an zu hüpfen. Viel mehr muss der Spieler nicht beherrschen, um die Aufgaben zu lösen.

...aber schwer zu meistern

Die roten LocoRocos könnt ihr erst später rollen lassen

Dieses einfache Spielprinzip ist selbst für ungeübteste Spieler leicht zu erlernen. Doch wer der bunten Comicwelt alle Geheimnisse entlocken will, der muss das Zusammenspiel aus Rollen und Springen perfekt beherrschen. Einige Bereiche sind nur mit viel Geschick und Geduld zu erreichen. Zu Beginn eines jeden Levels steuert man nur einen einzelnen LocoRoco, der recht hoch springt und flott beschleunigt.

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Doch durch das Verspeisen von tulpenähnlichen Blumen können bis zu 20 weitere Locos dazukommen. Diese verbinden sich mit dem ersten, wodurch das zu steuernde Geschöpf immer grösser, schwerer und träger wird. Per Knopfdruck kann man die LocoRocos wieder voneinander trennen, um zum Beispiel durch zu enge Gänge zu rutschen und sie danach wieder zu einem Einzelnen verbinden.

Gute Eule - böse Eule

Auch wenn ihr sie alleine lasst, amüsieren sich die kugeligen Gesellen mit singen und spielen.

Natürlich tummeln sich auch allerlei Gefahren in der bunten Welt, allen voran die bereits erwähnten fliegenden Mojas, die immer wieder versuchen, eines der ballartigen Lebewesen zu klauen. Doch es gibt auch einig friedfertige und hilfreiche Geschöpfe, wie zum Beispiel die schläfrig auf Steinen oder Bäumen sitzende Eule. Man kann seine Locos von ihr schlucken lassen, sie kaut kurz auf ihnen herum und spuckt sie kurz darauf in einer anderen Form wieder aus.

Manche Geheimnisse lassen sich nur in dieser Gestalt lüften. Also überlegt euch gut, wann ihr ins Wasser hüpft, um wieder zu einem runden Ball zu werden. Und verwechselt diese freundliche Schlafmütze nicht mit den fliegenden Eulen. Denn statt die Locos wie einen Kaugummi zu kauen, spucken diese stachelige Fallen auf sie. Mit einem gezielten Sprung könnt ihr sie, wie auch die meisten anderen Bösewichte, ausschalten.

Der Lauf der Welt

Das Spiel ist in fünf Welten aufgeteilt, die jeweils aus acht Leveln bestehen. Es gibt verschiedene Themen, wie zum Beispiel ein Eislevel, ein Waldlevel und ein Level im Inneren eines riesigen Tieres. Besonders in den Eisleveln ist sehr viel Geschick erforderlich, da die kugeligen Helden hier schneller an Tempo zulegen, als ein Dackel mit dem Schwanz wackelt.

Fazit

Die liebevolle Umsetzung und die einfache Steuerung ziehen schnell Spieler aller Alterstufen in ihren Bann. Die LocoRocos sind herzige Geschöpfe, die sich auch ohne den Spieler nicht langweilen. Lässt man sie ein wenig in Ruhe, fangen sie an, zu singen, miteinander zu spielen und Türme aus sich selbst zu bauen. Ich habe mich selbst öfter dabei ertappt, die Locos einfach beim Spielen und Singen zu beobachten. Da es fünf verschieden Arten LocoRocos gibt, die alle verschiedene Lieder singen und ein wenig anders aussehen, kann man sich in jeder Welt aufs neue unterhalten lassen.

Die Helles-Köpfchen-Bewertung von "LocoRoco":

Grafik

Sound

Steuerung

Umfang

Spielspaß

letzte Aktualisierung: 12.03.2010

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