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Luisas Kolumne - Unsere "alltäglichen" Nachrichten

Sind wir "nur" Zuschauer?

von Luisa

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"Durchschnittlich 80 Tote im Irak - pro Tag." Eine Meldung wie jede andere. Viele haben längst aufgehört zu hinterfragen, ob das alles denn wirklich sein muss.

Bei der Überlegung für ein neues Thema kam mir der Gedanke, dass wir die "üblichen" Nachrichten fast schon als normal und gewohnheitsmäßig ansehen: Irgendein Krieg in irgendeinem Land, das "Alltägliche" eben. Warum gibt es dauernd diese Kriege? Und sind wir wirklich schon so abgebrüht, dass uns solche Nachrichten nicht mehr berühren?

Es gibt Tote. Irgendwo. Weit weg. Schaut man sich eine Nachrichtenseite an, wird man überhäuft von solchen Meldungen. "Durchschnittlich 80 Tote im Irak - pro Tag." Eine Meldung wie jede andere. Kaum haben wir sie gelesen, ist sie auch schon wieder vergessen. Viele haben längst aufgehört zu hinterfragen, ob das alles denn wirklich sein muss. Die einen sagen, es liege nun einmal in der Natur des Menschen. Er ist so veranlagt. Was soll man schon groß dagegen tun? Die anderen sind der Meinung, dass der kleine Bürger doch sowieso nichts tun kann. Erstens kann ein einzelner Mensch nicht die Probleme der Welt lösen, und zweitens hat er auch gar nicht die Macht dazu.

Wo herrscht überall Krieg? Spontan fällt uns gerade mal Afghanistan, Irak, Sri Lanka und vielleicht Somalia ein. Diese Nachrichten sind so alltäglich geworden, dass wir viele davon gleich wieder vergessen.

Geschwiegen wird aber meistens über den dritten Punkt: Was betrifft mich denn das Problem anderer Leute? Nehmen wir doch mal das Beispiel Somalia. Es ist ein Land, es liegt irgendwo in Afrika - und ich habe vielleicht einmal zehn Euro dorthin gespendet. Was für ein löblicher Akt. Nur was ist mit den 35 weiteren Kriegen, die zurzeit auf der Welt herrschen? Versuchen wir die Länder doch einmal aufzuzählen: Da gibt es den Krieg im Irak, in Afghanistan, in Sri Lanka und in Somalia. Das war es auch schon, was den meisten von uns spontan einfällt. Nicht etwa, weil man nichts von den anderen Konflikten gehört hätte. Nein, wir haben es einfach wieder vergessen. Dort hinein und auf der anderen Seite wieder heraus, wie es so schön heißt. Große Naturkatastrophen, wie zum Beispiel Tsunami, so etwas merken wir uns.

Große Naturkatastrophen wie Tsunami, so etwas interessiert die Öffentlichkeit - spektakuläre Nachrichten, wenn unerwartet viele Menschen auf einmal starben.

Spektakuläre Nachrichten, wenn unerwartet viele Menschen auf einmal gestorben sind - das ist interessant und schockiert die Öffentlichkeit. Oder Anschläge an einem Ort, an dem es eben nicht "alltäglich" oder schon fast "Normalität" ist. Vielleicht könnte es einen dann ja auch selbst treffen! Aber so etwas Alltägliches wie ein Krieg irgendwo anders? Davon gab es schon viel zu viele. Kein Mensch kann sich alle Krisengebiete überhaupt merken. Stimmt. Aber man muss sie auch nicht als Gott gegeben hinnehmen.

Um einen Krieg auszulösen braucht es im Übrigen nicht viel. Da läuft irgendwo auf der Welt ein geistesgestörter Mensch herum, der auf andere kranke Wesen trifft. Und dann macht es "Bumm"! Das ist grob vereinfacht die Definition für ein sinnloses Blutvergießen. Überlegt man sich die ganze Sache etwas genauer, muss man die Definition wohl noch ein bisschen korrigieren: Da läuft irgendwo auf der Welt ein geistesgestörter Mensch herum, der auf ein anderes krankes Wesen trifft - und alle anderen machen mit oder sehen dabei zu. Dann macht es "Bumm"! Es gibt nämlich kein Maschinengewehr, das von alleine schießt. Und eine Nation gegen 193 andere Staaten ist absolut chancenlos.

Hat das Fernsehen uns schon längst abgestumpft? Gehen uns die Kriege auf der Welt wirklich sowenig an? (Quelle: Pixelquelle )

Geht es uns also wirklich sowenig an, dass auf vielen Teilen der Welt Krieg herrscht? Dass es so viele Not leidende Menschen gibt? Dass so viele Unschuldige sterben müssen? Wo fängt der Krieg an? Es liegt also in der Natur des Menschen, Macht an sich zu reißen, zu grausamen Dingen fähig zu sein und Krieg zu führen? Liegt es nicht auch in der Natur des Menschen, zuzusehen, mitzulaufen oder zu verdrängen? Und Kriege können eben nicht nur wegen ein paar geisteskranker Menschen geschehen - sondern vor allem durch viele "Mitläufer", die denjenigen zur Macht verhelfen, Befehle ausführen und sich manipulieren lassen. Und durch viele Zuschauer, die es geschehen lassen, weil sie denken, es würde sie sowieso nicht betreffen - und sie könnten ja doch nichts ändern. Da drücken wir doch lieber auf die "Umschalt-Taste" unserer Fernbedienung, um uns zu amüsieren und wieder angenehmeren Dingen zuzuwenden...

Was denkt ihr darüber? Sind wir durch die täglichen "Schreckensmeldungen" schon abgestumpft? Sind wir wirklich "nur" unbeteiligte Zuschauer und können ja doch nichts ändern? Oder tragen die Menschen eine Mitverantwortung, wenn sie bloß wegschauen? Interessieren sich die meisten nur für "Sensations-Nachrichten" oder Ereignisse, von denen sie selbst betroffen sein könnten? Diskutiert mit anderen Lesern im Forum darüber.

letzte Aktualisierung: 13.09.2010

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