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Jules Verne, der "Erfinder der Science-Fiction-Romane"

183. Geburtstag des berühmten Autors

08.02.2008

Jules Verne wäre am 8. Februar 183 Jahre alt geworden. Seine Bücher machten ihn weltbekannt, und er gilt als Erfinder der Science-Fiction-Romane (Zukunftsromane). Der Franzose sah sich selbst mehr als "wissenschaftlichen Autor", denn seine Geschichten basierten auf Nachforschungen und Experimenten. Jules Verne schrieb bereits von U-Booten und bemannten Flügen zum Mond, lange bevor es sie gab. Deshalb bezeichnet man ihn auch als einen großen Visionär.

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Der berühmte Schriftsteller Jules Verne (1828-1905) gilt als einer der Väter der Science-Fiction. (Quelle: Wikipedia)

Ein Visionär beschreibt oder sieht Dinge, die weit in der Zukunft liegen. Und genau das tat Jules Verne in seinen Romanen. Er erzählte nicht einfach nur eine frei erfundene Geschichte, sondern er beschrieb alles ganz detailliert und so realistisch wie möglich. Er berichtete von fernen Ländern und deren Pflanzen- und Tierwelten. Ebenso beschrieb er technische Objekte, wie beispielsweise U-Boote oder Weltraumkapseln, obwohl es dergleichen zu seiner Zeit noch nicht gab.

Bei all seinen Büchern, wie beispielsweise den Werken "20.000 Meilen unter dem Meer" oder "Reise zum Mittelpunkt der Erde", forschte Jules Verne ganz genau nach und wog ab, was möglich sein könnte und was nicht. Aus diesem Grund ist es kein Zufall, dass bis heute vieles aus seinen Romanen tatsächlich wahr geworden ist.

Eine Reise zum Mond, Schiffe, die sich weit unter der Meeresoberfläche fortbewegen können, Menschen die in wenigen Tagen um die Welt reisen - dies alles hat Jules Verne vorausgeahnt und in seinen Romanen zu spannenden Geschichten verarbeitet. Das Bemerkenswerte aus heutiger Sicht ist, wie nahe seine Visionen oft an die Realität herankommen.

Nautilus, Apollo & Co

Die Nautilus mit ihrem Kapitän Nemo aus dem Roman "20.000 Meilen unter dem Meer". (Quelle: Wikipedia)

Die Amerikaner ließen sich beim Namen ihres ersten Atom-U-Boots im Jahr 1954 durch Jules Vernes "20.000 Meilen unter dem Meer" inspirieren und nannten es "Nautilus" - ebenso, wie es im Roman hieß. Auch das Raumschiff "Apollo 11", mit dem der erste bemannte Flug zum Mond im Jahre 1969 gelang, und später der Space Shuttle (Raumtransporter) "Columbia" verdanken ihren Namen einer Erzählung Jules Vernes mit dem Titel "Von der Erde zum Mond". Er schrieb sie im Jahr 1865 - also über 100 Jahre vor der ersten Mondlandung. Verne wurde durch seinen Schreibstil und seine kuriosen Romane sehr schnell bekannt. Nicht nur in Frankreich, sondern bald auch in ganz Europa und Amerika wurden seine Bücher gelesen.

Das Leben des Jules Verne sollte eigentlich in eine ganz andere Richtung laufen, als es dies letzten Endes tat. Jules Gabriel Verne wurde am 8. Februar 1828 in Nantes/ Frankreich geboren. Er war das älteste Kind des Rechtsanwalts Pierre Verne und seiner Frau Sophie. Jules hatte vier Geschwister. Anfangs lebte die Familie Verne direkt am Hafen von Nantes. Der junge Jules beobachtete täglich die dort anlegenden Frachtschiffe. Als er elf Jahre alt war, zog seine Familie etwas außerhalb von Nantes aufs Land. Er vermisste die See und die Schiffe und entschloss sich kurzerhand, als Schiffsjunge anzuheuern. Im letzten Moment gelang es seinem Vater, den abenteuerlustigen 11-jährigen Sohn vom Schiff zu holen.

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Jules Verne entdeckt seine Leidenschaft fürs Schreiben

Die Weltraumkapsel "Apollo" war Namensgeber für das Weltraumprojekt der USA. (Quelle: Wikipedia)

Jules war ein durchschnittlicher Schüler und arbeitete nach seiner Schulzeit zunächst in der Kanzlei seines Vaters. Auf Druck seines Vaters begann er, Jura zu studieren - anfangs in Nantes und später in Paris. Mit 20 Jahren geriet Jules in Zweifel, da er nicht wusste, was beruflich einmal aus ihm werden sollte. In dieser Phase lernte er einen Kreis junger Künstler kennen, die in ihm das Interesse für Theater, Musik und das Schreiben erweckten. Es entwickelte sich eine Freundschaft mit dem Schriftsteller Alexandre Dumas.

Nach seinem Studienabschluss arbeitete Verne zunächst als Bühnenautor in Paris - zum Ärgernis seines Vaters, der ihm später seine Kanzlei überlassen wollte. Auf der Hochzeit eines Freundes im Jahr 1855 lernte Jules Verne seine zukünftige Frau Honorine Morel kennen. Sie war verwitwet und hatte bereits zwei Kinder. Dies störte Jules Verne nicht und er kümmerte sich um die Kinder, als wären es seine eigenen. Er heiratete Honorine Morel und bekam mit ihr einen Sohn. Verne versuchte sein Glück zeitweise als Börsenmakler. In seiner Freizeit widmete er sich weiterhin dem Schreiben. 1862 lernte er den Verleger Pierre-Jules Hetzel kennen. Dieser war begeistert von Vernes Talent und veröffentliche seine Erzählung "5 Wochen im Ballon".

Seine Abenteuer-Romane machten ihn unsterblich

Die Abschussrampe Columbia aus Vernes Roman "Eine Reise zum Mond" war zur damaligen Zeit noch reine Fiktion. (Quelle: Wikipedia)

Mit diesem Roman gelang Verne 1863 der große Durchbruch. Verne wurde schnell zu einer Berühmtheit, und seine Bücher wurden in viele andere europäische Sprachen übersetzt. Durch seinen Erfolg konnte sich Jules Verne nun endlich leisten, auf Reisen zu gehen und viele fremde Länder kennenzulernen. Inspiriert von seinen Visionen stellte er immer neue Nachforschungen an. Seine Fantasien und Entdeckungen lieferten ihm Stoff für weitere Geschichten.

Im Jahr 1871 zog Verne mit seiner Familie nach Amiens, 1888 wurde er dort in den Stadtrat gewählt. Sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich zunehmend. Jules Verne erkrankte an Diabetes und starb am 24. März 1905 an den Folgen der Krankheit. Auch heute noch haben die Werke Jules Vernes nicht an Faszination verloren. Verne schrieb bis zu seinem Tod im Jahr 1905 über 60 Romane. Zu den bekanntesten gehören neben "20.000 Meilen unter dem Meer" auch "In 80 Tagen um die Welt" und "Reise zum Mittelpunkt der Erde". Seine einzigartigen Geschichten wurden vielfach verfilmt.

letzte Aktualisierung: 08.02.2011

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