Neues Jugendbuch von Janne Teller: Alles, worum es geht

von Tanja Lindauer - 25.09.2013

Warum sind manche Menschen anderen gegenüber gemein oder gewalttätig? Warum wird jemand einfach so verprügelt und ist Rache etwa doch ein gutes Motiv? Auch in ihrem neuen Buch stellt die dänische Autorin Janne Teller wieder unbequeme Fragen und fordert ihre Leser heraus. In acht Kurzgeschichten beleuchtet sie ebenso wichtige wie schwierige Themen wie Vorurteile, Extremismus, Ausgrenzung, Mord und Todesstrafe oder auch geistige Behinderung.

Auch in ihrem neuen Jugendbuch setzt sich Janne Teller mit schwierigen Themen auseinander und fordert ihre Leser heraus. (Quelle: Hanser Verlag)

Berühmt geworden ist die 1964 in Kopenhagen geborene Schriftstellerin Janne Teller mit dem Jugendbuch "Nichts, was im Leben wichtig ist". Schon in diesem Roman beschäftigte sie sich mit wichtigen und auch philosophischen Fragen und löste damit heftige Diskussionen aus. In dem Buch, das auf erschütternde Weise nach dem Sinn des Lebens fragt, schockiert Pierre Anthon seine Mitschüler mit der Aussage: "Nichts bedeutet irgendetwas. Das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun." Nun suchen die Schüler nach Dingen, die sehr wohl Bedeutung im Leben haben. In Dänemark wurde das Buch sogar zeitweise an den Schulen verboten. Es gab jedoch auch viele lobende Stimmen für "Nichts".

Ihr neuestes Werk wird sicherlich ebenfalls für Diskussionen sorgen, auch "Alles" ist ein Buch, das provoziert. Der Leser braucht schon gute Nerven für die Geschichten, denn die Autorin erzählt schonungslos und ehrlich. Man sollte sich beim Lesen der einzelnen Geschichten Zeit nehmen und sich mit ihnen auseinandersetzen - denn in jeder von ihnen steckt noch viel mehr, als man zu Beginn glauben mag.

Geschichten, die zum Nachdenken anregen

Die dänische Autorin Janne Teller wurde 1964 in Kopenhagen geboren und lebt heute in Berlin und New York. Sie schreibt sowohl Bücher für Erwachsene als auch für Jugendliche. (Quelle: Spluling, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) )

Jede Erzählung kann für sich alleine betrachtet werden und doch ist ihnen allen etwas gemein: Sie erstaunen, schockieren, regen zum Nachdenken an und man wird sich beim Lesen auch einmal dabei erwischen, wie man den Kopf schüttelt oder plötzlich eine ganz andere Sichtweise erhält. Langweilig wird es dabei bestimmt nicht: Die Kurzgeschichten sind sehr unterschiedlich geschrieben. So ist eine wie ein Dialog aufgebaut, bei dem der Leser erst nach und nach erfährt, worum es überhaupt geht. Andere wiederum wirken wie ganz normale Geschichten aus dem Alltag, und erst später erfährt der Leser, was es damit genau auf sich hat. Und wieder andere lesen sich als Monolog, also ein Selbstgespräch.

Janne Teller möchte ihre Leser auf Dinge aufmerksam machen, die man so im Leben nicht hinnehmen sollte. Denn Vorurteile, Gewalt, Ausgrenzung und Intoleranz gehen uns alle an! Oder in den Worten der Autorin:

"Alles ist so etwas wie ein endloser See der universellen Menschheit. In diesem See liegt eine Wahrheit, die uns alle angeht, über alle Zeiten hinweg, und die sich dem aufdringlichen, flimmernden Spiegelbild der immer präsenteren inszenierten Realität entzieht." (Anmerkung: "universell" bedeutet etwa alles umfassend, mit einer "immer präsenteren inszenierten Realität" ist eine (künstlich) geschaffene und zur Schau gestellte Gegenwart gemeint, die uns überall begegnet und oft das Wahre und Wichtige überdeckt.)

letzte Aktualisierung: 26.09.2013

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