Lexikon: Symbiose

von Britta Pawlak

Anemonenfische leben in bestimmten Seeanemonenarten. So sind beide Arten bestens vor Feinden geschützt. (Quelle: JennyHuang/ Wikimedia Commons)

Ein Zusammenleben verschiedener Arten, das für beide Seiten von Vorteil ist, nennt man Symbiose. Das Wort kommt aus dem Griechischen - in ihm sind die Begriffe "sýn" für "zusammen" und "bíos" für "Leben" enthalten. Die Arten, die in einer solchen gegenseitig vorteilhaften Beziehung leben, nennt man auch "Symbionten". Zum Teil wird auch der größere Partner als "Wirt" und nur der kleinere als "Symbiont" bezeichnet.

Es gibt verschiedene Arten der Symbiose. Die lockerste dieser symbiotischen Wechselbeziehungen ist die "Allianz" - das ist eine Verbindung, die stets nur vorübergehender Art ist. Zum Beispiel gibt es so genannte Putzerfische und Putzergarnelen, die die Parasiten von größeren Fischen fressen. Damit helfen sie ihnen, ihre Haut von den Schädlingen zu befreien, und treiben gleichzeitig Nahrung auf.

Der "Mutualismus" (vom lateinischen Wort "mutuus", das man mit "Wechselseitigkeit" übersetzen kann) ist eine weitere Form der Symbiose - hier ist die Beziehung enger und dauerhafter, sie kann aber zeitweise gelöst werden. Beispielsweise gehen bestimmte Pilze - die so genannten "Mykorrhiza" - mit einigen Pflanzenarten eine Symbiose ein: Sie berühren die Pflanzenwurzeln und liefern der Pflanze wichtige Nährsalze und Wasser, die sie besser aus den Böden lösen können. Im Gegenzug erhalten die Pilze Stoffe, die bei der Photosynthese der Pflanze entstanden sind.

Ein anderes Beispiel ist die Beziehung zwischen bestimmten Einsiedlerkrebsen und Anemonen: Die Krebse tragen die Anemonen, die mit giftigen Nesselfäden ausgestattet sind, auf ihrem Gehäuse und sind auf diese Weise gut getarnt und vor Feinden geschützt. Die Anemonen wechseln so häufig ihren Standort und erhaschen etwas von der Nahrung der Krebse. Auch zwischen Seeanemonen und Anemonenfischen (man nennt sie auch "Falsche Clownfische") besteht ein Mutualismus: Die kleinen Fische bewohnen die Anemonen, entfernen Schmutz von ihnen und vertreiben deren Feinde. Die giftigen Nesselfäden der Anemonen sind für andere Fische gefährlich, doch dem Anemonenfisch kann sie nichts anhaben. So sind auch die kleinen Fische in den Anemonen bestens vor Fressfeinden geschützt.

Bei der "Eusymbiose" (darin steckt das griechische Wort "eu", das "echt" bedeutet) sind die Arten ohne ihren Partner nicht lebensfähig. So legen Blattschneiderameisen regelrechte Farmen eines bestimmten Pilzes an, von dem sie sich ernähren. Diese Pilzart kommt wiederum nur in ihrem Bau vor und kann anderswo nicht existieren. Der "Kommensalismus" (vom lateinischen Wort "commensalis", das Tischgenosse bedeutet) bezeichnet keine wirklich symbiotische Beziehung, denn der Vorteil ist hier nicht beidseitig. Allerdings schadet der Nutznießer dem Wirten auch nicht, wie es in der Natur häufig der Fall ist - etwa beim Parasitismus, denn Parasiten leben auf Kosten ihres Wirts. Ein Beispiel für Kommensalismus sind Aasfresser, die stets größeren Jägern folgen und sich dann von den Überresten ihrer Beute ernähren.

letzte Aktualisierung: 15.09.2017

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