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Friedrich Schiller: Dichten für die Freiheit

Zum 200. Todestag von Schiller

06.05.2005

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Friedrich Schiller ist - neben Goethe - der bekannteste deutsche Schriftsteller aller Zeiten. Seine Theaterstücke "Die Räuber", "Wilhelm Tell" und "Wallenstein" haben ihn berühmt gemacht. Am 9. Mai 1805, also vor 200 Jahren, starb Friedrich Schiller.

Friedrich Schiller war einer der bedeutendsten deutschen Dichter aller Zeiten.

Johann Christoph Friedrich von Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach (Baden-Württemberg) geboren. Sein Vater, ein Offizier, wollte unbedingt, dass auch sein Sohn Soldat wird. Daher schickte er Friedrich mit 13 Jahren auf eine strenge Militärschule, in der es noch nicht einmal Ferien gab. Die Schule sollte Friedrich die "Flausen aus dem Kopf treiben" und ihm vom Träumer zum Soldaten formen.

Mit den Eltern spazieren gehen durfte Friedrich Schiller nur unter militärischer Aufsicht. Der Herzog verlangte sogar, dass sich Friedrich die rotblonden Haare weiß puderte. Friedrich litt schwer unter der schrecklichen Schule. Er wurde natürlich nicht, wie es sein Vater gewünscht hatte, Soldat, sondern ließ sich zum Regimentsmedikus, also zum Arzt, ausbilden.

In seiner Freizeit schrieb er Theaterstücke - denn das war seine wahre Leidenschaft. Schillers Helden lebten in Freiheit und mussten sich nie den strengen Regeln einer Militärschule unterwerfen. Sein erstes großes Werk waren "Die Räuber", die er mit 18 Jahren begann und drei Jahre später fertig stellte.

Streben nach Freiheit

Nach der Uraufführung am 13. Januar 1782 in Mannheim war Schiller mit einem Schlag berühmt. Denn sein rebellisches Theaterstück um den adeligen Räuber Karl Moor ist ein Aufschrei gegen die Unterdrückung. Heute gelten "Die Räuber" als das wichtigste Drama des „Sturm und Drang".

Schiller hatte sich für die Uraufführung seines Theaterstücks heimlich aus der Militärakademie geschlichen. Der Schulleiter war sehr erbost über Friedrichs Ungehorsam und sein rebellisches Theaterstück. Er verhängte zwei Wochen Arrest und verbot Schiller das Schreiben. Das war zuviel. Schiller floh aus der Schule und aus seiner Heimat Württemberg.

In den folgenden acht Jahren reiste Friedrich Schiller rastlos quer durch Deutschland. Er lebte in Mannheim, Frankfurt am Main, Oggersheim, Bauerbach in Thüringen, Leipzig, Dresden und Jena, doch nirgendwo hielt es ihn lange. Friedrich Schiller wurde als angestellter Theaterdichter nicht glücklich und hatte kaum Geld. Das hielt ihn aber nicht davon ab, weiter zu schreiben. Es entstehen die berühmten Dramen "Don Carlos", "Kabale und Liebe" und die "Ode an die Freude".

Dieses Gedicht kennst du bestimmt. Es beginnt mit den Worten "Freude schöner Götterfunken". Ludwig van Beethoven hat diese Ode später vertont, und seit 1985 ist sie die offizielle Hymne der Europäischen Union.

Professor Schiller

Auch als er "nur" Geschichte lehrte, strömten die Studenten in seine Vorlesungen.

Durch das Theaterstück "Don Carlos" wurde der bekannte Weimarer "Dichterfürst" Johann Wolfgang von Goethe auf den jungen Friedrich Schiller aufmerksam. Goethe war von dem Stück beeindruckt und gab der Universität Jena die Empfehlung, Friedrich Schiller als Professor für Geschichte und Philosophie anzustellen. Schiller bekam die Stelle und die Studenten strömten zu seinen beliebten Vorlesungen.

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In Jena verdiente er gut, so dass Schiller endlich seine Geldsorgen loswurde. Er stieg zum Hofrat auf, was ihm zusätzliche Achtung einbrachte. Für den aus armen Verhältnissen stammenden Schiller war das alles ein großes Glück, denn nun durfte er endlich seine große Liebe, Charlotte von Lengefeld, heiraten.

Die beiden führten eine glückliche Ehe. Doch schon ein Jahr nach der Hochzeit erkrankte Schiller 1791 schwer an Tuberkulose. Er erholte sich von den Folgen der Krankheit nie wieder richtig. Doch trotz seiner gesundheitlichen Probleme war Schiller auf dem Höhepunkt seiner Schaffenszeit.

Aus Abneigung wird Zuneigung

Dieses Denkmal für Goethe und Schiller steht in Weimar. Hier entstanden vor 200 Jahren die bekanntesten Werke der Dichterfürsten.

Als sich Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe 1788 zum ersten Mal begegneten, konnten sich die beiden nicht ausstehen. Zwar beeindruckten Schiller die Werke des Dichterfürsten, doch schreckte ihn der lockere Lebenswandel des zehn Jahre älteren Kollegen. Goethe hatte allerlei Liebschaften, mochte das Vergnügen und war auch dem Wein sehr zugetan. Schiller war ganz anders: Er lebte sehr einfach und blieb seiner Frau treu.

Nach und nach kamen die beiden Dichter aber immer besser miteinander aus und freundeten sich 1794, sechs Jahre nach ihrem ersten Zusammentreffen, sogar an. Die beiden Denker tauschten ihre Gedanken in der neu gegründeten Zeitschrift "Die Horen" aus und trieben sich gegenseitig zu immer neuen Werken an.

Ruhm und Krankheit

Es entstanden Schillers bedeutendste Dramen: "Wallenstein", "Maria Stuart", "Die Jungfrau von Orléans" und "Wilhelm Tell". Schließlich zog die Familie Schiller 1799 von Jena nach Weimar. Schiller und Goethe sahen sich nun fast täglich und diskutierten miteinander. Sobald Schiller ein neues Theaterstück fertig gestellt hatte, wurde es im Weimarer Theater aufgeführt - denn der Theaterdirektor war Goethe. Schillers Stücke, die immer vom Freiheitskampf handelten, wurden begeistert aufgenommen. 1802 erhielt er den Adelstitel und durfte sich fortan Friedrich von Schiller nennen.

Doch der gefeierte Dichter konnte sich seines Ruhmes nicht erfreuen. Denn seine Lungen-Krankheit wurde immer schlimmer. Am 9. Mai 1805 starb Friedrich Schiller schließlich an einer akuten Lungenentzündung in Weimar. Er wurde gerade einmal 45 Jahre alt.

Schiller wurde zuerst auf dem Jacobsfriedhof von Weimar beigesetzt, da seine Familie sich keine teure Gruft leisten konnte. Doch im Jahr 1827 veranlasste Johann Wolfgang von Goethe, dass die Gebeine in die Fürstengruft auf dem neuen Weimarer Friedhof überführt wurden. Hier fand später auch Goethe an Schillers Seite seine letzte Ruhestätte.

Hoffnung

Es reden und träumen die Menschen viel.
Von bessern künftigen Tagen;
Nach einem glücklichen, goldnen Ziel
Sieht man sie rennen und jagen
Die Welt wird alt und wird wieder jung,
Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein,
Sie umflattert den fröhlichen Knaben,
Den Jüngling locket ihr Zauberschein,
Sie wird mit dem Greis nicht begraben;
Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf
Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.

Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn,
Erzeugt im Gehirn des Toren;
Im Herzen kündigt es laut sich an:
Zu was Besserem sind wir geboren;
Und was die innere Stimme spricht,
Das täuscht die hoffende Seele nicht.


letzte Aktualisierung: 14.10.2011

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