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Atmen ist Leben

Kinderuni: Wie kommt der Sauerstoff ins Blut?

von Anna Schäfer und Sandra Müller - 18.12.2006

Wofür brauchen wir Sauerstoff? Wie kommt die Luft in uns hinein und wieder heraus? Und wie kommt der Sauerstoff dann in unser Blut? In der letzten Vorlesung der Kinderuni in diesem Semester drehte sich alles um die Lunge. Professor Roland Buhl von der Uni-Klinik in Mainz erklärte den jungen Studenten, wie das Atmen funktioniert.

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Professor Buhl zündete eine Kerze in einem Glas an. Als er das Glas abdeckte, erlosch die Flamme. (Quelle: Helles Köpfchen)

Hast du schon einmal über eine brennende Kerze ein Glas gestülpt, so dass sie keine Luft mehr bekommt? Dann wirst du festgestellt haben, dass sie ziemlich schnell ausgeht. Denn sie braucht Sauerstoff, um brennen zu können. Im Prinzip ist das beim Menschen genau so. Natürlich stehen wir nicht in Flammen. Aber dennoch verbrennen wir etwas: die Nahrung, die wir gegessen haben.

Nur so kann der Körper seine Temperatur von etwa 37 Grad Celsius halten, auch wenn es draußen sehr kalt ist. Und für diesen Verbrennungsvorgang, der natürlich ganz schonend abläuft und von dem wir gar nichts mitbekommen, braucht der Körper Sauerstoff - genau wie die brennende Kerze.

Ohne zu atmen könnte niemand von uns leben. Man kann zwar ein paar Tage ohne Essen und Trinken auskommen, aber niemand kann länger als ein paar Minuten die Luft anhalten. Irgendwann verlangt der Körper so dringend nach Sauerstoff, dass man einfach wieder mit dem Atmen anfängt, ob man will oder nicht.

15.000 Liter Luft in 24 Stunden

An einem einzigen Tag atmet jeder Mensch 15.000 Mal so viel Luft ein und aus, wie in eine solche Milchtüte passt. (Quelle: Helles Köpfchen)

Normalerweise atmen Kinder 16 bis 20 Mal in der Minute, Erwachsene etwas weniger. Das geschieht ganz automatisch, ohne dass wir uns darüber Gedanken machen. Ein Erwachsener atmet innerhalb von 24 Stunden 15.000 Liter Luft ein und aus - also 15.000 Mal so viel, wie in eine Milch- oder Saftpackung hineingeht. Bei einer solch riesigen Menge an Luft, die durch unsere Lunge strömt, ist es natürlich wichtig, dass diese auch wirklich sauber ist.

Und wie kriegen wir diese gewaltige Menge an Luft in uns hinein und wieder hinaus? Diese Aufgabe erledigt die Lunge. Das Herz und die Lunge sind so wichtig, dass sie im Körper besonders gut geschützt sind. Sie werden von den Rippen umgeben wie von einem Käfig. Die Lunge besteht aus einem rechten und aus einem linken Lungenflügel. Der linke Lungenflügel ist etwas kleiner, weil er sich den Platz mit dem Herz teilen muss. Die Lunge ist umgeben von einem Muskelgeflecht. Diese Muskeln sorgen dafür, dass sich die Lunge ausdehnen oder zusammenziehen kann.

Die Lunge als Pumpe

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Die Lunge ist eines der wichtigsten Organe. Ohne sie könnten wir nicht atmen. (Quelle: Wikipedia)

Wenn sich das Zwerchfell - das ist der Muskel am unteren Rand der Lunge - zusammenzieht, geht er nach unten. Dadurch wird die Lunge größer und Luft strömt hinein. Dabei helfen auch die Muskeln zwischen den Rippen. Mit ihnen kann man die Rippen ein bisschen nach oben ziehen. Auch dadurch bekommt die Lunge mehr Platz.

Die Lunge funktioniert also so ähnlich wie eine Pumpe. Sie saugt die Luft in uns hinein und bläst sie wieder hinaus. Dabei strömt die Luft zunächst über die Luftröhre ins Körperinnere. Damit der Sauerstoff überall hin gelangt, werden die Röhrchen dann immer kleiner. Das kann man sich vorstellen wie einen auf den Kopf gestellten Baum. Die feinen Verästelungen, die Astspitzen sozusagen, werden "Bronchien" genannt. Ganz am Ende der Bronchien sitzen kleine Kügelchen - die Lungenbläschen. Der eingeatmete Sauerstoff wird bis in diese Bläschen hineingeleitet.

Haut wie dünnes Papier

Mit einer Kordel markierten der Professor und seine Helfer eine Fläche von der Größe eines Tennisplatzes. (Quelle: Helles Köpfchen)

Und wie kommt der Sauerstoff nun von den Lungenbläschen ins Blut? Die Haut der Kügelchen ist hauchdünn - so dünn, dass der Sauerstoff einfach durch die Haut hindurch kann. Den Unterschied zwischen normaler Haut und der Haut der Lungenbläschen kannst du dir vorstellen wie den Unterschied zwischen normalem Papier und einem dünnen Papiertaschentuch. Durch normales Papier kann keine Luft hindurch - durch ein dünnes Taschentuch schon.

Wenn man die feine Haut der Lungenbläschen eines Menschen nebeneinander ausbreiten würde, ergäbe das eine Fläche von der Größe eines Tennisplatzes. Damit sich das alle Kinder vorstellen konnten, spannte der Professor zum Abschluss der Vorlesung eine Kordel durch den Hörsaal. Er bat mehrere junge Studenten, die Kordel festzuhalten und markierte so eine große Fläche.

Die innere Oberfläche unserer Lunge ist also viel größer als wir uns das vorstellen. Das hat die Natur so eingerichtet, damit wir auch wirklich immer genug Sauerstoff haben - selbst wenn wir uns beim Sport anstrengen und deshalb mehr Luft brauchen.

letzte Aktualisierung: 11.03.2010

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