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Astrid Lindgren: Pippi Langstrumpf

Erfolgsgeschichte eines frechen und unabhängigen Mädchens

26.11.2010

Vor genau 65 Jahren erschien zum ersten Mal der Kinderbuchklassiker "Pippi Langstrumpf" von Astrid Lindgren. Damit gelang der schwedischen Autorin der große Durchbruch - "Pippi Langstrumpf" war ihr erstes und auch berühmtestes Werk. Pippi ist ein kleines Mädchen von ungefähr neun Jahren. Sie lebt in der Villa Kunterbunt, einem Haus, das ihr Vater vor langer Zeit einmal gekauft hat. Pippi wohnt dort ohne Eltern - aber mit dem Affen Herr Nilsson und dem Pferd Kleiner Onkel. Bis heute hat die Geschichte des frechen, unabhängigen Mädchens nicht an Beliebtheit verloren.

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Inger Nilsson als Pippi Langstrumpf auf einer deutschen Briefmarke (Quelle: Kungfuman/ Wikipedia)

Neu in den idyllischen kleinen Ort in Schweden gezogen, freundet sich Pippi schnell mit anderen Kindern an. Ihre engsten und besten Freunde sind Tommi und Annika. Die beiden sind Geschwister und wohnen ganz in Pippis Nähe. Schon direkt am ersten Tag lernen sie das Mädchen kennen. Auf dem Nachhauseweg von der Schule hören sie, dass in dem Haus neben ihnen eine "Neue" eingezogen sein soll. Ganz alleine, abgesehen von einem Pferd und einem Affen.

Pippi ist ein selbstbewusstes Mädchen mit Wahnsinnskräften - sie ist sogar so stark, dass sie ihr eigenes Pferd hochheben kann. Obwohl Pippi Reichtum und Geld egal sind, hat sie zwei Koffer voller Goldstücke zu Hause stehen. Davon lebt sie - und geht mit ihren Freunden einkaufen. Jeden Tag fallen Pippi neue Dinge ein, die man auf jeden Fall einmal ausprobieren oder unternehmen müsste - das Durchstöbern des Dachbodens, eine aufregende Ballonfahrt oder der Versuch, übers Wasser zu laufen. Letzteres hat zwar nicht so ganz geklappt, aber Pippi ist sich dennoch sicher, "man kann alles erreichen, wenn man nur will".

Lustige und gefährliche Abenteuer mit Pippi

Die Villa Kunterbunt aus der Pippi-Langstrumpf-Serie steht heute in einem Freizeitpark auf der schwedischen Insel Gotland. (Quelle: Wikipedia )

Die Eltern von Tommi und Annika sind anfangs über die innige Freundschaft der drei Kinder nicht sonderlich begeistert. Aber schnell ändert sich die Einstellung der Settergrens, denn egal ob Pippi für viele Menschen im Dorf "unnormal" und "frech" erscheint, sie ist im Grunde ehrlich und verantwortungsbewusst. Pippi, Tommi und Annika werden unzertrennlich und erleben eine Menge Abenteuer zusammen. Ab und an ist es auch nicht einfach nur spaßig, sondern richtig gefährlich. Dank Pippi und ihrer hilfreichen Einfälle finden sie aber auch aus jeder brenzligen Situation wieder heraus.

Man könnte annehmen, dass Astrid Lindgren sich den Namen Pippi Langstrumpf für ihre Romanfigur ausgedacht hat, dem ist allerdings nicht so. Vielmehr war es ihre Tochter Karin, die den Namen erfunden hat. Im Jahr 1941 lag Karin mit einer schweren Lungenentzündung im Bett und bat ihre Mutter, eine Geschichte zu erzählen. Auf die Frage hin, welche sie ihr denn erzählen sollte, antwortete Karin, "erzähle mir etwas von Pippi Langstrumpf!" Und so entstand die Figur Pippi - allerdings handelte es sich erst nur um Erzählungen, die noch lange nicht niedergeschrieben waren. Nachdem Astrid Lindgren das Manuskript zu ihrer ersten Geschichte vollendete, hatte sie ihre Leidenschaft für das Schreiben entdeckt. Eigentlich sollte es nur ein Geburtstagsgeschenk für Karin werden.

Pippi Langstrumpf: Astrid Lindgrens großer Durchbruch

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Mit "Pippi Langstrumpf" gelang der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren 1945 der Durchbruch. (Quelle: Verlag Friedrich Oetinger, Roine Karlsson)

Im Winter des Jahres 1944 hatte sich Astrid Lindgren den Knöchel ihres Fußes verstaucht und musste zu Hause bleiben. Sie machte sich an ihr Werk - und schrieb Pippis Geschichte nieder. Dieses Buch schenkte sie Karin dann tatsächlich zum 10. Geburtstag - und gleichzeitig schickte sie eine Abschrift an einen Verlag. Nach späteren Angaben war diesem das Mädchen Pippi aber zu wild und der Verleger sagte: "Ich hatte selbst kleine Kinder und stellte mir voller Entsetzen vor, was passieren würde, wenn sie sich dieses Mädchen zum Vorbild nähmen."

Nun, glücklicherweise wurde Astrid Lindgren von der Absage des Verlags nicht entmutigt und verfasste ein zweites Buch, "Britt-Mari erleichtert ihr Herz", und nahm damit an einem Wettbewerb eines anderen Verlages teil. Das Buch belegte den zweiten Platz und sie entschloss sich, im darauf folgenden Jahr die Geschichte Pippi Langstrumpf bei einem weiteren Wettbewerb des Verlages einzureichen. Sie überarbeitete das Buch, strich teilweise Dinge und fügte neue hinzu. Siehe da, sie belegte den ersten Platz und das Buch "Pippi Langstrumpf" wurde 1945 veröffentlicht. Der Erfolg war trotz großer Bemängelungen vieler Buchkritiker riesig.

Pippi ist heute so beliebt wie damals

Bis heute hält die Pippi-Langstrumpf-Begeisterung an. Bild: Pippi-Darstellung auf der Kürbisausstellung in Ludwigsburg 2009 (Quelle: Ruth Rudolph | pixelio.de )

Das Erstaunliche ist, bis in die Gegenwart hält die Begeisterung der heutigen Kinder und mittlerweile erwachsenen gewordenen damaligen Kinder an. Für viele ist die freiheitsliebende und mutige Pippi so, wie sie selbst gerne sein würden - das scheint der Grund für den anhaltenden Erfolg zu sein.

Wer die Bücher und Filme von Pippi kennt, wird festgestellt haben, dass Pippis Pferd in den Büchern keinen Namen hat. Der Name "Kleiner Onkel" entstand nämlich erst am Drehort dank Inger Nilsson, der Pippi-Darstellerin - und da waren die Bücher schon längst geschrieben.

Die Rolle der Pippi, durch welche die schwedische Schauspielerin Nilsson berühmt geworden ist, war übrigens die bekannteste in ihrer Karriere. Nach dem Erfolg von Pippi beschloss sie zunächst, keine Schauspielerin zu werden. Später übernahm sie doch wieder kleinere Rollen in Film und Theater. Sie zog sich aber immer wieder aus der Schauspielerei zurück und arbeitete als Sekretärin. Die heute 51-jährige Inger Nilsson war zuletzt in einer deutschen ZDF-Krimireihe zu sehen.

letzte Aktualisierung: 26.11.2010

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