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Monster-Hurrikan "Dean" fegte über den Atlantik

Erleichterung: Der Wirbelsturm hat an Kraft verloren

21.08.2007

Der erste Wirbelsturm in der Saison - Hurrikan "Dean" - entstand auf dem Atlantischen Ozean und zog weiter Richtung Westen. Am Freitag (17. August) streifte er Puerto Rico und zog über die Karibischen Gewässer. Auf seinem Weg gewann er massiv an Kraft - und erreichte die Höchstmarke 5. Mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde traf "Dean" auf die mexikanische Halbinsel Yucatán. Nun kann man in den Gebieten Mexikos aufatmen: Der Wirbelsturm ist auf eine Stärke von 2 zurückgestuft worden. Er hat mindestens elf Todesopfer gefordert und auf seinem Weg in die Karibik große Schäden angerichtet.

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Die Aufsicht auf das Auge eines Hurrikans. (Quelle: NASA)

Das Zentrum des Hurrikans nennt man "Auge". Es kann bei einigen Wirbelstürmen einen Durchmesser von bis zu 65 Kilometern erreichen. Der eigentliche Sturm tobt um das Auge herum - im Inneren ist es dagegen beinahe windstill.

Auf seinem etwa 3.000 Kilometer langen Weg durch die Karibik hat der Wirbelsturm "Dean" große Verwüstungen angerichtet. Vor allem die Kleinen Antillen, die Dominikanische Republik, Haiti und Jamaika sind betroffen. Mindestens elf Todesopfer hat der Hurrikan "Dean" bisher gefordert.

Der Sturm passierte Jamaika bereits am Sonntag, sein Auge zog 80 Kilometer südlich an der Insel vorbei. Bäume wurden entwurzelt, und riesige Wellen prallten an die Strände im Süden der Insel. Über 4.500 Menschen wurden bisher in Notunterkünften untergebracht, weil ihre Hütten und Häuser wegwehten oder unbewohnbar geworden sind. Die Regierung des Inselstaats rief den Notstand aus.

Tausende von Menschen in Gefahr

Der Hurrikan "Katrina" richtete 2005 an der Südküste der USA enorme Schäden an. Hunderte Menschen starben, ganze Landstriche wurden verwüstet. (Quelle: www.nasa.gov )

In Richtung Mexiko gewann der Hurrikan noch enorm an Stärke und Geschwindigkeit - und traf auf die Halbinsel Yucatán. Am schlimmsten betroffen sind die dortigen Maya-Indianer, da ihre kleinen Siedlungen überwiegend aus Holzhütten bestehen. "Dean" hat auf seinem Weg ins Landesinnere Mexikos dann schließlich mehr und mehr an Kraft verloren. Viele Einheimische und Touristen wurden aus den gefährdeten Gebieten evakuiert. Allein 18.000 Arbeiter auf den zahlreich vorhandenen Ölbohrinseln mussten in Sicherheit gebracht werden.

Bisher ist das genaue Ausmaß des Schadens durch "Dean" noch nicht bekannt. Eines ist jedoch schon sicher: Mit der Höchstmarke 5 gehört der Wirbelsturm zu den vier heftigsten Hurrikans, die seit der Messung das Amerikanische Festland erreicht haben. Daher herrscht Erleichterung, dass der Hurrikan an Stärke verloren hat und bisher weniger Schaden anrichtete, als zunächst befürchtet wurde. In Mexiko ist vermutlich kein Mensch ums Leben gekommen.

Wie entsteht ein Hurrikan?

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Ein Querschnitt durch einen Hurrikan. Im äußeren Bereich befinden sich Regenwolken. (Quelle: US Gov.)

Hurrikans sind tropische Wirbelstürme, die vor allem im Spätsommer entstehen und sich über weite Strecken immer mehr ausbreiten. Ein solcher Wirbelsturm bildet sich, wenn die Wassertemperatur der Meere ansteigt. Durch die Einstrahlung der Sonne verdunsten große Wassermassen über dem aufgeheizten Ozean. Der Wasserdampf steigt in der warmen Luft schnell auf. Luftströmungen aus verschiedenen Richtungen treffen aufeinander. Durch die Erddrehungen fängt die Luft an, sich spiralförmig zu bewegen - sodass ein trichterförmiger Wirbel entsteht, der enorme Stärken annehmen kann.

Dank moderner Technik, Satellitenaufnahmen und speziellen Programmen, können Wissenschaftler heutzutage die Stärke und den ungefähren Weg der Hurrikans voraussagen. Zu mehr sind sie jedoch nicht in der Lage - einzig durch Warnungen und Evakuierungen kann man den Menschen in den betroffenen Gebieten helfen. Einen Wirbelsturm zu stoppen, liegt nicht in der Macht der Menschen. Der Hurrikan verliert an Geschwindigkeit, sobald er das Meer verlässt. Den Menschen bleibt nur die Schadensbegrenzung, indem man Vorkehrungen trifft und im Anschluss Hilfe leistet.

Spur der Verwüstung nach dem Sturm

Ein Tropischer Wirbelsturm kann große Verwüstung anrichten und unzählige Häuser zerstören. Auch umherfliegende Trümmer sind eine Gefahr. (Quelle: Wikipedia (Archiv-Bild))

Das Ausmaß ist erst ersichtlich, sobald der Sturm weitergezogen ist. Ein Hurrikan kommt selten alleine. Vom Meer kommend, bringt er oft Wassermengen in Form von Sturmfluten mit sich. Ist er dann auf dem Land unterwegs, kann er Schutt, Autoteile, ganze Bäume und weitere Gegenstände durch die Luft schleudern.

Nach solch verheerenden Naturkatastrophen brechen sehr oft Seuchen aus, da die Wasser- und Stromversorgung in einigen Fällen zusammenbricht oder die Kanalisation nicht mehr funktioniert. So werden stehende Gewässer zu unhygienischen Bakterienherden, die die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera fördern.

Aber nicht nur körperliche Leiden bedrohen die Menschen in den betroffenen Regionen. Das Leid und die Not vieler Menschen machen sich andere noch zu Nutze, indem sie sich durch Plünderungen bereichern. Sie stehlen den Betroffenen auch noch ihr letztes Hab und Gut. Ist der Sturm vorüber, beginnt also in vielen Regionen der Kampf um die Existenz.















letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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