Zerstörerische "Monster-Orkane": Hurrikans und Zyklone

Gewaltige Wirbelstürme - Teil 1

Teil 9 von 10

von Britta Pawlak - aktualisiert - 28.08.2011


Vor allem Einwohner der Karibik und der USA werden jährlich von "Monsterstürmen" heimgesucht. Der Hurrikan "Irene" fegte am Wochenende über die Ostküste der USA hinweg und hat nun Kanada erreicht. Mindestens 21 Menschen wurden insgesamt getötet, es kam zu Überflutungen und Gebäude wurden zerstört. Starke Wirbelstürme können sich zu verheerenden Naturkatastrophen entwickeln. Durch Hurrikans und Tornados kommen immer wieder Menschen ums Leben oder verlieren ihr Hab und Gut. Ganze Regionen werden völlig zerstört. Wie entsteht ein Hurrikan, und warum kann er solch enorme Stärken entwickeln? Was ist der Unterschied zu einem Tornado - jener plötzlichen Erscheinung, die Menschen in Angst und Schrecken versetzt?


Satellitenbild: Hurrikan "Mitch" war einer der stärksten überhaupt. Er richtete 1998 vor allem in Honduras und Nicaragua schwere Schäden an. 10.000 Menschen starben. (Quelle: Wikipedia )

Der Begriff "Hurrikan" stammt ursprünglich aus dem Indianischen und bedeutet etwa "Gott des Windes". Es handelt sich um einen tropischen Wirbelsturm. Je nachdem, wo der Sturm wütet, wird er anders genannt. Im Atlantik heißt er also Hurrikan, im Indischen Ozean "Zyklon" und im westlichen Pazifik "Taifun". Diese Wirbelstürme entstehen über warmen tropischen Meeren. Gewaltige "Monster-Hurrikans" erreichen dabei einen Durchmesser von über 2.000 Kilometern und eine Windgeschwindigkeit von bis zu 300 Stundenkilometern.

Dabei bewegen sie sich relativ langsam von der Stelle. Ein Hurrikan kann sogar bis zu sechs Stunden über ein und demselben Gebiet wüten. In der betroffenen Region können die Stürme enorme Schäden anrichten. Im Zentrum des Hurrikans befindet sich das bis zu 65 Kilometer breite Auge, in dem es beinahe windstill ist. Dies wurde Menschen immer wieder zum Verhängnis, da sie dachten, der Sturm wäre vorübergezogen, obwohl sie sich tatsächlich inmitten des Hurrikans befanden. Gerade in vergangenen Zeiten wussten die Menschen schließlich noch viel weniger über die gewaltigen Wirbelstürme.

Hurrikans nehmen auf ihrem Weg über das Meer an Stärke zu. Außerdem treiben sie eine Flutwelle vor sich her. Mit enormer Kraft treffen sie dann auf Landregionen und schwächen sich dort mehr und mehr ab. Daher erreichen Hurrikans nur küstennahe Regionen. In Deutschland kommen sie manchmal als gewöhnliches Regentief an.

Wie entsteht ein Hurrikan?

Schaubild zur Entstehung: Wasser verdunstet und steigt nach oben. Luftströme aus verschiedenen Richtungen treffen aufeinander, werden abgelenkt und ein spiralförmig drehender Trichter entsteht. Abgekühlte Wasserteilchen stürzen als Regen herunter. (Quelle: Wikipedia )

Zur Entstehung von Hurrikans kommt es vor allem im Spätsommer in Tropengebieten, wenn Hitze und Feuchtigkeit aufeinander treffen. Ein derartiger Wirbelsturm bildet sich, wenn die Wassertemperatur der Meere ansteigt. Durch die Einstrahlung der Sonne verdunsten große Wassermassen über dem aufgeheizten Ozean. Der Wasserdampf steigt in der warmen Luft schnell auf. Dadurch entsteht über dem Meer ein "Tief" - ein Unterdruck. Dort treffen dann Luftströmungen aus verschiedenen Richtungen aufeinander.

Die Erddrehungen sorgen dafür, dass die Luft abgelenkt wird. Die so genannte "Corioliskraft" wirkt dabei auf bewegte Teilchen. Sie bezeichnet die ablenkende Kraft, die durch die Rotation der Erde um die eigene Achse zustande kommt. Entscheidend beeinflusst die Corioliskraft die Stärke und Richtung von Winden und Wassermassen. Sie wirkt auf der Nord- und Südhalbkugel jeweils entgegengesetzt: So sind Tiefdruckgebiete wie Wirbelstürme auf der Südhalbkugel rechtsdrehend, auf der Nordhalbkugel dagegen linksdrehend.

Die Corioliskraft spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Hurrikans. Bild: Ausmaß der Zerstörung des Hurrikans "Katrina" 2005 im US-Staat Mississippi. (Quelle: Wikipedia )

Durch diese Kraft beginnt die Luft, sich spiralförmig zu bewegen - sodass ein trichterförmiger Wirbel entsteht. Weiter oben kühlen sich die Luftmassen ab - und die Wasserteilchen prasseln als starke Regenfälle zurück auf die Erde. Nun erwärmt sich die Luft wieder, und noch größere Luftmassen steigen nach oben. Der Kreislauf beginnt von neuem - und ein Hurrikan kann dadurch jedes Mal enorm an Stärke gewinnen.

Trotz Satellitenaufnahmen unberechenbar

Einen Wirbelsturm zu stoppen, liegt nicht in der Macht der Menschen. Durch die Möglichkeiten der modernen Technik - wie Satellitenaufnahmen und speziellen Programmen - können heutige Wissenschaftler ungefähr die Stärke und den Weg eines Hurrikans voraussagen. Durch Warnungen werden viele Menschen in betroffenen Gebieten rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Dennoch können immer nur Teile der Bevölkerung umgesiedelt werden.

Der Blick auf das Auge des Wirbelsturms "Katrina" wurde von einem Flugzeug aufgenommen. (Quelle: Wikipedia | NOAA)

Außerdem es ist eine schwierige Aufgabe, die genaue Entwicklung eines Hurrikans vorherzusagen. Einige Wirbelstürme verlieren schnell an Kraft, während andere über der warmen Meeresströmung ganz überraschend zu wahren "Monster-Hurrikans" heranwachsen. Auch die Orte, auf welche die starken Stürme auftreffen, können nicht immer exakt berechnet werden. So kommt es, dass die unberechenbaren Wirbelstürme immer wieder unterschätzt werden.

Jedes Jahr sterben viele Menschen bei solchen Katastrophen. Unzählige verlieren ihre Häuser und ihr Hab und Gut. Sogar ganze Landstriche werden völlig zerstört. Ein Hurrikan bringt dazu starke Sturmfluten mit sich. Nach einer derartigen Naturkatastrophe ist die Gefahr von Seuchen groß. Immer wieder bricht in solchen Fällen die Wasser- und Stromversorgung zusammen, oder die Kanalisation funktioniert nicht mehr. Dadurch entwickeln sich aus den stehenden Gewässern zunehmend unhygienische Bakterienherde. Es besteht die Gefahr, dass sich Krankheiten wie Cholera seuchenartig ausbreiten.

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letzte Aktualisierung: 05.09.2011

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