Riesenechsen vergangener Zeiten: Die Dinosaurier

Dinosaurier - Teil 1

Teil 1 von 5

von Marlen Schott und Britta Pawlak

Dinosaurier faszinieren uns schon seit jeher. Woher kamen sie? Welche Tiere waren ihre Vorfahren? Warum sind sie ausgestorben? Waren sie wirklich so, wie wir sie uns vorstellen? Vor 65 Millionen Jahren kam es plötzlich zu einem Massensterben, und bis heute ist nicht eindeutig geklärt, weshalb. Es gibt viele Theorien, bewiesen ist jedoch keine von ihnen. Am wahrscheinlichsten gilt die eines gewaltigen Meteoriteneinschlags. Sicher ist allerdings, dass die Urechsen eine lange Zeit vor uns auf der Erde gelebt haben und es viele verschiedene Arten gab. Wir stellen dir die bekanntesten Saurier vor.

Bis heute weiß man nicht genau, warum die Riesenechsen, die einst unseren Planeten besiedelten, ausstarben.
Wikipedia

Um zu wissen, wann und wie lange die Dinosaurier auf unserem Planeten gelebt haben, sollte man sich zuerst der Dimensionen bewusst werden, über die wir hier sprechen. Unser Planet ist schätzungsweise schon 4,65 Milliarden Jahre alt. Wir Menschen haben uns erst in den letzten zwei Millionen Jahren entwickelt. Da unser Planet schon so alt ist, haben wir verschiedenen Zeiträumen Namen zugeteilt, um Ereignisse einfacher zuordnen zu können. Das Erdzeitalter ist in Äonen unterteilt.

Ein Äon ist die größte Maßeinheit der Zeit. Unser derzeitiges Äon, in dem die Dinosaurier lebten und auch wir heute leben, heißt Phanerozoikum. Trotz der Tatsache, mit den Dinosaurieren in einem Äon gelebt zu haben, hat natürlich keine der riesigen Echsen jemals einen Menschen - oder umgekehrt -, ein Mensch jemals eines dieser Tiere zu Gesicht bekommen. Das Phanerozoikum ist das jüngste und mit seinen 542 Millionen Jahren auch das kürzeste der vier Äonen, in die unsere Erdzeit eingeteilt ist.

Die Zeitalter der Erde

Die Erdzeit teilt sich in verschiedene Ären. Bild: Saurier des Jura-Zeitalters.

Da Äonen sehr große Zeiträume enthalten, viele hundert Millionen Jahre, werden sie in weitere Ären unterteilt. Die Ären, auch Zeitalter genannt, sind die zweitgrößten Maßeinheiten in unserer Zeitrechnung. Wir leben in der Ära namens "Känozoikum", oder auch Erdneuzeit genannt.

Die Dinosaurier haben in der gesamten Ära "Mesozoikum", dem Erdmittelalter, gelebt. Vor 65 Millionen Jahren, also zum Ende des Mesozoikums und zum Anfang des Känozoikums, verschwand ein Großteil des damaligen Lebens von unserem Planeten. Davon betroffen waren nicht nur die Dinosaurier, sondern auch viele der Pflanzen, Reptilien, Fische und auch Säugetiere.



Die frühere Erde: ein riesiger Kontinent

Über Millionen von Jahren wurden aus dem Superkontinent Pangäa die Kontinente, die wir heute kennen.
U.S. Geological Survey

Der älteste bisher bekannte Dinosaurier-Fund ist ungefähr 230 Millionen Jahre alt. Der Dinosaurier der Gattung des Herrerasaurus wurde am Osthang der Anden in Argentinien gefunden. Dinosaurier werden überall auf der Erde entdeckt. Die Riesenechsen konnten sich anfangs frei auf der Erde bewegen. Zur Zeit der ersten Dinosaurier, also vor 230 Millionen Jahren, gab es nur einen Kontinent. Dieser "Superkontinent", auch Pangäa genannt, begann erst gegen Ende der Dinosaurier-Zeit, im Kreide-Zeitalter, sich in die fünf Kontinente zu teilen, wie wir sie heute kennen.

Das große Sterben war vermutlich eine Folge davon, dass es durch ein bestimmtes Ereignis nicht mehr ausreichend Nahrung für viele Urzeit-Lebewesen gab. Die genauen Gründe sind aber nicht eindeutig geklärt. Einige vermuten, dass massenhafte Vulkanausbrüche dafür verantwortlich sind, die meisten Forscher glauben eher an die Theorie eines Meteoriteneinschlags. Eines ist jedoch sicher: Damals ist eine Vielzahl an Pflanzen und Tierarten von unserer Erde verschwunden. Wäre dies nicht geschehen, hätte es uns vielleicht niemals gegeben.

Saurier begannen, Land, Wasser und Luft zu besiedeln

Der Flugsaurier Archaeopteryx war bereits gefiedert und lebte im Jura-Zeitalter.

Die verschiedenen Saurier hatten ganz unterschiedliche Lebensräume: Die einen bewohnten das Land, die anderen lebten im Wasser - und dann gab es noch die Flugsaurier in der Luft. Urtiere des Wassers waren zum Beispiel der Mixosaurus, ein Fischsaurier, und der schon im Devon lebende Dunkleosteus, der zu den Panzerfischen gehörte. Bekannte Flugsaurier sind der Archaeopteryx und der Pteranodon. Fischsaurier (Ichthyosauria) und Flugsaurier (Pterosauria) stellen jeweils eine eigene Gruppe ausgestorbener Reptilien dar und gehören nicht zu den Dinosauriern. Die Bezeichnung "Dinosaurier" umfasst ausschließlich verschiedene Landlebewesen. Wie die Dinosaurier lebten auch die Arten der Fisch- und Flugsaurier vom Trias- bis zum Kreidezeitalter.

Das fleischfressende Ur-Reptil Dimetrodon lebte schon im Zeitalter Perm, lange vor der Zeit der Dinosaurier.

Ebenso die Saurier auf dem Land hatten ganz unterschiedliche Größen und Körperformen. Das Urreptil Dimetrodon fiel durch seinen großen Fächer auf dem Rücken auf, den es vermutlich verwendete, um seine Rückentemperatur zu steuern - oder auch, um Gegner abzuschrecken. Mit seinem scharfen Gebiss war es ein gefährlicher Räuber. Auch Dimetrodon zählt nicht zu den Dinosauriern. Das säugetierähnliche Reptil existierte bereits lange vor der Zeit der ersten Dinosaurier, nämlich im Zeitalter Perm.

Der Ankylosaurus, der in der Kreidezeit lebte, fiel durch seinen dicken und gepanzerten Körper auf. Dieser war zusätzlich mit Stacheln bedeckt. Außerdem hatte er große Hörner und einen keulenartigen Schwanz. Auf diese Weise setzte sich der mittelgroße, pflanzenfressende Ankylosaurus Räubern und angreifenden Artgenossen zur Wehr. Ein Schlag mit seiner Schwanzkeule konnte für einen Tyrannosaurus tödlich ausgehen.

In welche Gruppen werden Dinosaurier unterteilt?

Nur Überreste schließen darauf, dass einst Riesenechsen die Erde besiedelten (Bild: Allosaurus-Skelett).
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Dinosaurier werden zunächst in zwei Gruppen unterteilt. Es gab Echsenbeckensaurier (Saurischia) und Vogelbeckensaurier (Ornithischia). Die Zuordnung erfolgt anhand der Stellung der Hüftknochen. Bei den Echsenbeckensauriern waren die Hüftknochen nach vorne angeordnet, ähnlich wie bei den heute lebenden Reptilien (Echsen). Die Hüftknochen der Vogelbeckensaurier war ähnlich wie bei den heutigen Vögeln angeordnet. Sie waren reine Pflanzenfresser. Eine bekannte Art ist zum Beispiel Stegosaurus.

Echsenbeckensaurier waren Fleischfresser oder groß gewachsene Pflanzenfresser. Untergruppen dieser Saurier sind Sauropoden und Theropoden. Sauropoden sind riesige Pflanzenfresser, wie zum Beispiel der Brachiosaurus oder der Apatosaurus. Die pflanzenfressenden Dinosaurier hatten oft eine gigantische Körpergröße, um mit ihren langen Hälsen auch an das Blattgrün der höchsten Bäume zu gelangen. Als Gegengewicht waren sie mit einem langen und schweren Schwanz ausgestattet. Sauropoden sind die größten Landtiere, die jemals gelebt haben.

Im Senckenbergmuseum in Frankfurt ausgestellte, versteinerte Dinosaurier-Eier.

Zu den Theropoden ("Tierfüßern") gehören dagegen die Räuber unter den Echsenbeckensauriern, also überwiegend Fleischfresser wie Megalosaurus, Tyrannosaurus oder Velociraptor. Als engste Verwandte der heutigen Vögel werden von Forschern nicht Vogelbeckensaurier, sondern die Theropoden angesehen.

Die Dinosaurier legten - wie Reptilien und Vögel - zur Fortpflanzung Eier. Auf der ganzen Welt wurden fossile Eischalen, ganze Eier oder sogar Dinosaurier-Nester gefunden. Anders als von vielen angenommen sind Dinosaurier-Eier selbst großer Arten nicht viel größer als ein Basketball. Die größten bisher entdeckten Dinosauriereier waren etwa 30 Zentimeter lang, 25 Zentimter breit und gehörten vermutlich der in Frankreich gefundenen Art des Hypselosaurus an. Einige Dinosaurier sollen Brutpflege betrieben und ihre Jungen gefüttert haben, andere ließen ihre Eier nach dem Ablegen sich selbst überlassen.

Immer wieder neue Saurierarten entdeckt

In China machte man 2003 eine sensationelle Entdeckung: Ein Fossil des bis dahin unbekannten Flugdinosauriers Microraptor gui.
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Neben Reptilien gelten nach Meinung vieler Forscher auch die Vögel als Nachfahren der Dinosaurier. Weltweit wurden mittlerweile über 860 Sauriergattungen entdeckt, ständig stoßen Wissenschaftler auf neue Arten. In China zum Beispiel machten Forscher im Jahr 2003 einen sensationellen Fund: Es wurde eine bis dahin unbekannte Flugsaurierart entdeckt, die man auf den Namen "Microraptor gui" taufte.

Der bekannte Brontosaurus, der im Jura-Zeitalter lebte, heißt unter den Forschern übrigens eigentlich Apatosaurus. Der amerikanische Paläontologe Othniel Charles Marsh fand 1877 Fossilien von Dinosauriern, denen er den Namen Apatosaurus gab. Zwei Jahre später stieß er erneut auf Dinosaurierreste und nannte die Gattung Brontosaurus (bedeutet "Donnerechse"). Da sich später herausstellte, dass die Dinosaurier derselben Gattung angehörten, ist der gültige Name Apatosaurus. Dennoch wird die Bezeichnung "Brontosaurus" viel häufiger verwendet.

Dinosaurier-Rekorde

Brachiosaurus
Der größte bekannte Dinosaurier ist der Brachiosaurus, der bis zu 25 Meter lang und 20 Meter hoch war. Er wurde vor allem in Nordamerika und Afrika gefunden. Um einiges länger, aber verhältnismäßig nicht ganz so hoch, war der Argentinosaurus mit einer Körperlänge von etwa 40 Metern. Den Namen trägt er, weil seine Überreste in Argentinien entdeckt wurden.

Der Ultrasaurus war mit etwa 30 Metern der am höchsten gewachsene Dinosaurier. Einige Sauropoden brachten sogar ein Gewicht von bis zu 100 Tonnen auf die Waage. Es gibt allerdings Tiere, die noch eine größere Körpermasse haben als die Riesenechsen der Urzeit: die Blauwale. Als kleinster bisher gefundener Dinosaurier gilt der Compsognathus longipes, auf dessen Überreste man in Europa stieß. Er lebte vor ungefähr 154 Millionen Jahren und hatte die Größe eines Huhns.

Zu den schnellsten Dinosauriern zählen kleinere Raubsaurier, deren Arten meistens Fleisch- oder manchmal auch Allesfresser sind. Dazu gehört zum Beispiel der fleischfressende Velociraptor. Der allerschnellste war vermutlich der langbeinige, straußenförmige Ornithomimus. Er konnte schätzungsweise bis zu 80 Kilometer pro Stunde rennen. Am ältesten wurden die großen Sauropoden, sie hatten ungefähr eine Lebensdauer von 100 Jahren. Zu ihnen gehören der Apatosaurus, der Diplodocus, der Brachiosaurus, der Supersaurus und der Ultrasaurus. Als besonders intelligent gelten der Tyrannosaurus Rex und allen voran kleine Jäger wie der Velociraptor.

In unserer Dinosaurier-Reihe stellen wir dir nacheinander aufgelistet die bekanntesten Saurierarten der verschiedenen Zeitalter vor. Im nächsten Teil erfährst du mehr über die Dinosaurier der Trias-Ära, wie zum Beispiel den acht Meter langen Plateosaurus, dessen Überreste in Europa an über 50 Fundorten entdeckt wurden. Klicke dazu auf den Weiter-Pfeil rechts unten.

letzte Aktualisierung: 29.05.2018

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